Zu Besuch beim Aesculap-Mutterkonzern - Gemeinderäte bei B. Braun Melsungen


Vor 150 Jahren begann in Tuttlingen die Geschichte der Medizintechnik, bis heute ist die Aesculap AG größter Arbeitgeber in der Stadt. Aus diesem Grund besuchte der Gemeinderat den Aesculap-Mutterkonzern, die B. Braun AG in Melsungen. 
 
Innerhalb des B. Braun-Konzerns nimmt Aesculap eine Sonderrolle ein: Nach Melsungen und Penang in Malaysia ist Tuttlingen mit derzeit 3600 Mitarbeitern der drittgrößte Standort des Konzerns. Vor allem aber wird in Tuttlingen pro Kopf ein überdurchschnittlich hoher Umsatz erwirtschaftet. Folglich zählt Tuttlingen zu den Standorten, an denen B. Braun in den letzten Jahren überdurchschnittlich viel investiert hat. „Es war eine gute Entscheidung, 1976 bei Aesculap einzusteigen“, sagte dann auch B. Braun-Vorstandvorsitzender Prof. Heinz-Walter Große im Gespräch mit den Tuttlinger Gemeinderäten.
 
Aussagen wie diese hörten die Räte gerne, als sie dieser Tage den B. Braun-Hauptsitz im hessischen Melsungen besuchten. Den Anstoß zur Reise hatte OB Michael Beck gegeben: „Mir war es wichtig, dass unsere Gemeinderäte einmal das Unternehmen kennen lernen, zu dem unser größter Arbeitgeber gehört“, so Beck. Mit dem damaligen Aesculap-Vorstandsvorsitzenden Prof. Hanns-Peter Knaebel hatte Beck daher den Besuch vereinbart. Nach Knaebels Ausscheiden aus dem Unternehmen empfing nun der neue Aesculap-Vorstandsvorsitzende Dr. Joachim Schulz die Besucher, die an zwei Tagen einen umfangreichen Einblick in das Unternehmen bekamen. Das Programm beschränkte sich aber nicht nur auf Führungen: Beim gemeinsamen Mittagessen mit allen Mitgliedern des sechsköpfigen B. Braun-Vorstandes konnten sich die Kommunalpolitiker direkt mit der Unternehmensführung austauschen.
 
Deutlich wurden dabei zahlreiche Parallelen: Sowohl das Mutterunternehmen als auch die Tochter wurden Mitte des 19. Jahrhunderts klein gegründet – in Melsungen war der Gründervater der Apotheker Julius Wilhelm Braun. Beide Standorte sind in einem eher ländlichen Umfeld. Und in beiden Fällen wuchsen die einstigen Fabriken in den letzten Jahren fast schon zu eigenen Städten heran. Für Melsungen entwarf ab 1992 der renommierte Architekt James Stirling ein ganzes Ensemble an Industriebauten, zahlreiche Erweiterungen folgten.
 
6.900 Menschen beschäftigt B. Braun in der 14. 000-Einwohner-Stadt Melsungen. Wie groß die Bedeutung des Unternehmens  für die Stadt ist, erfuhren die Gemeinderäte beim Empfang durch Bürgermeister Markus Boucsein im historischen Rathaus des Fachwerkstädtchens. Und beim ausgiebigen Rundgang durch den Betrieb bekamen die Gemeinderäte Einblicke in die Herstellung von Kanülen und Nährlösungen für die Infusionstherapie, die einen Großteil der Produktion in Melsungen ausmachen. Die Automatisierung ist dabei recht weit gediehen – bei dennoch steigenden Arbeitsplatzzahlen. Die gehen übrigens im gesamten Konzern weiter nach oben: rund 60.000 Menschen arbeiten weltweit bei B. Braun – 10.000 mehr als noch vor 10 Jahren.
 

Besuch in Melsungen: Die Tuttlinger Gemeinderäte zusammen mit Aesculap-Vorstandsvorsitzendem Dr. Joachim Schulz und dem Melsunger Bürgermeister Markus Boucsein vor dem Melsunger Rathaus…
 

….sowie vor dem B. Braun-Besucherzentrum.
 

Treffen mit dem B. Braun-Vorstand: OB Michael Beck im Gespräch mit dem Vorstandsvorsitzenden Prof. Heinz-Walter Große.

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