Sommer-Kunst-Festival im Galeriehof
Die MULTIMEDIALE 2026 „Parallelwelten“ blickt auf die Aspekte des Neben- und Miteinanders im Kleinen und im Großen. In dieser dritten Folge der MULTIMEDIALE liegt der Akzent auf soziologischen Aspekten der Verschiedenheit und Gleichzeitigkeit von mehr oder weniger miteinander kommunizierenden Lebensbereichen. Wie sind die Rollen und Aufgaben in allen Bereichen des Lebens verteilt? Wo besteht Offenheit zwischen verschiedenen Sphären und an welchen Stellen sind Bereiche voneinander getrennt? Sie kann somit als thematische Fortsetzung der beiden vorangegangenen MULTIMEDIALEN gesehen werden: „Geteilte Erde“ (2022) mit dem Blick auf die Beziehungen und Abgrenzungen von Menschen und Nationen und „Biotopisch“ (2024) zu den Interdependenzen menschlicher, tierischer und pflanzlicher Wesen.
Das Reizvolle an dem Veranstaltungsformat der MULTIMEDIALE ist der sommerliche Festivalcharakter, der den Galeriehof als Freiluft-Schauplatz mit Leben füllt. Auf ihm werden Medien und Ausdrucksformen aller Art verknüpft und verschiedene Sinneserlebnisse ins Spiel gebracht.
Die Multimediale 2026 besteht aus drei mit Kunst und Leben erfüllten Abenden:
TAG 1 | Freitag, 28. August 2026
19.00 Uhr (in der Galerie): JEREMIAS HEPPELER - alle sichtbaren dinge (sind nur masken aus karton)
Neben dem zentralen Werk „Der Wal“, mit dem Jeremias Heppeler den Kunstmarkt auf spielerische Weise hinterfragt, zeigt er Videoarbeiten und Masken, die während seiner zahlreichen Auslandsprojekte entstanden sind.
19.00 Uhr (im Galeriehof): Performance und Sound
Künstler*innenkollektiv „Dieter Meiers Rinderfarm“– JEREMIAS HEPPELER, MIA NÄGELI und JESSICA JURASSICA
Band „die hunde“ – JEREMIAS HEPPELER, CHRISTOF HEPPELER und JAN WAGNER
Jeremias Heppeler, looking @ ghosts trio
TAG 2 | Freitag, 4. September 2026
19.00 Uhr (im Galeriehof): RONJA HERMANN und BEN MAIER
Ronja Hermann und Ben Maier arbeiten mit dem Medium der Fotografie an der Schnittstelle von Dokumentation und künstlerischer Recherche. In ihren gemeinsamen Projekten untersuchen sie soziale Konstrukte und Lebensrealitäten des ländlichen Raums.
Für die MULTIMEDIALE widmen sie sich Wirtshäusern als Orten des Verschwindens. Welche Relevanz besitzen diese Räume für das Leben und die Gemeinschaft im ländlichen Raum? Ihre Arbeit führt auch in die Parallelwelt von Menschen, die im Alltag oft unbeachtet bleiben, und eröffnet mit Porträts und Erzählungen Einblicke in vielfältige Lebensentwürfe. Außerdem stellen sie sich die Frage, wie Landschaften zum Träger von Mythen und Projektionen werden, in denen sich Vergangenheit, Gegenwart und Fiktion vermischen.
An diesem Abend öffnen sie ihre künstlerische Recherche: eine vielschichtige Installation aus Fotografie, Erzählungen und Musik.
Ronja Hermann, DonauRauschen Ben Maier, Father as scale #18, Canotype on slate stone 17
TAG 3 | Freitag, 11. September 2026
19.00 Uhr (im Galeriehof): JOCHEN DAMIAN FISCHER
Im Jahr 2017 brachte Jochen Damian Fischer die Arbeit „Leierkastenautomat“ im Rahmen eines Kooperationsprojekts zwischen der Stadt Tuttlingen und der Akademie der Bildenden Künste Stuttgart nach Tuttlingen. Mit dem „Leierkastenautomat“ entwickelte Jochen Damian Fischer eine soziale Plastik, die auf die lokale Situation und auf Einrichtungen für wohnungslose Menschen vor Ort Bezug nahm. Gegen eine Spende spielte der Automat Drehorgelmelodien ab. Die gespendeten Einnahmen kamen der Wärmestube e.V. Tuttlingen zugute, die zugleich die Patenschaft für das Kunstwerk übernahm. Mehrfach erfuhr das Werk Vandalismus, musste jedoch nach einem Aufbruch im Jahr 2020 deinstalliert und im städtischen Bauhof eingelagert werden.
Leierkastenautomat, Granit / Beton / Kastenmelodie, 2017.
20.00 Uhr (im Galeriehof): PANKA CHIRER-GEYER
Ursprünglich Malerin, nutzt Panka Chirer-Geyer inzwischen mehrere gattungsübergreifende Ausdrucksformen. Sie setzt sich mit Orten auseinander, die ihr aufgrund ihrer Biografie als eine in den Niederlanden aufgewachsene Tochter ungarischer
Eltern selbst „Heimat“ bedeuten können. So wird ein Zwiegespräch zwischen Panka Chirer-Geyer und Anna-Maria Ehrmann-Schindlbeck das Künstlerbuch „AM SELBEN ORT“, eine Spurensuche in Bild und Wort, behandeln. Darin geht es um Orte in und um Budapest, woher die Eltern der Künstlerin ursprünglich kommen, um die Suche nach den Lebensspuren der Familie sowie deren Flucht und Verfolgung.
Begegnungen mit Menschen unterschiedlicher Herkunft bilden eine wichtige Basis der interkulturellen Forschungsarbeit der Künstlerin. Sie wird einige ihrer Laufschriften mit Gedanken über Heimat und Identität zeigen, die an Info-Displays öffentlicher Orte erinnern. Auf ihren bisherigen Recherchen aufbauend, wird die Künstlerin speziell für die MULTIMEDIALE 2026 mit Bürger*innen aus Tuttlingen zum Thema „Parallelwelten“ das Gespräch suchen und Auszüge des Gesagten
präsentieren.
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