Künstlerinterview mit Dietlinde Stengelin

Was ist im Video zu sehen?

Im Video ist Künstlerin Dietlinde Stengelin in den Räumlichkeiten der Galerie zu sehen. Sie sitzt und beantwortet verschiedene Fragen. Während sie spricht werden Bilder ihrer Werke eingeblendet.

Was wird im Video gesagt?

Wie kommen Sie zur Kunst?

Ja, mir hat das Malen immer sehr gut gefallen, und da ich ja in der Nachkriegszeit in Tuttlingen aufgewachsen bin, gab’s ja sehr wenig. Also, es gab ja keine Galerie, es gab höchstens einmal im Jahr eine Ausstellung von den damals hier ansässigen Malern – Herrn Sanner, Herrn Steppes, Herrn Geier mit Tierplastik – und die fand in der Festhalle statt. Und dann gab’s Volkshochschulkurse, in so einen Kurs bin ich gegangen bevor ich dann sah, dass es in Salzburg eine Sommerakademie gibt, die Oskar Kokoschka leitet, und da bin ich hin. Also, Oskar Kokoschka ermutigte mich und sagte, dass ich doch sehr begabt sei…und ja, das hat mich natürlich dazu bewogen, dann mich für eine Kunstakademie vorzubereiten und dann hab’ ich mich an der Akademie Stuttgart beworben und bin auch mit den damaligen Arbeiten angenommen worden.

Was ist das Wesentliche in Ihrer Kunst?

Ich sehe die Malerei als Fortsetzung der Geschichte und bearbeite auch thematisch eigentlich bekannte Dinge, aber eben anders. Ja, was bei mir wichtig ist, schwerpunktmäßig: die Farbe und deren Ausdruck – und dann natürlich etwas zeigen, was man so bisher noch nicht gesehen hat. Ich bin nach wie vor für ’s Einzelwerk: also, ich arbeite schon in Reihen, aber mir ist das Einzelne wichtig.

Wozu brauchen wir Kunst?

Einmal leben wir ja zum Glück in einer Demokratie und die Demokratie ist ja verpflichtet, Kunst und Kultur zu fördern und zu unterstützen, das ist ja im Grundgesetz drin – das ist immer interessant und das ist immer ein Reibungspunkt und es ist letztlich auch…es stärkt die Sensibilität und fördert die Toleranz, weil man eben so vieles vorgesetzt bekommt, was einem zunächst sehr fremd erscheint und dann kann man es doch akzeptieren, von daher: der ganze Fantasieraum ist einfach eine wichtige Sache, es darf nicht nur Zweckmäßiges geben, es muss auch Zweckfreies geben.