Kernstück der Strecke sind rund 1,3 Kilometer Fahrradstraße vor allem im Bereich der östlichen Uhland- und der Sauerbruchstraße. Hier nutzen Radfahrende und Autos gemeinsam die Fahrbahn, Fahrräder sind aber bevorrechtigt. Ergänzt wird die Route durch etwa 100 Meter getrennten Geh- und Radweg sowie rund 600 Meter gemeinsamen Geh- und Radweg.
Die Stadt Tuttlingen erwartet durch die neue Verbindung eine deutliche Stärkung des Radverkehrs zwischen der Innenstadt und den östlichen Wohngebieten.
Bereits vor dem Umbau wurden im Durchschnitt bis zu 1000 Radfahrer im unteren Abschnitt am Uhlandpark gezählt und es war klar, dass diese Achse als Hauptroute notwendig ist.
Nun wird der Radverkehr gezielt auf der neuen Achse gebündelt. Besonders angesprochen werden sollen Kinder, Jugendliche und Seniorinnen und Senioren, denen die übersichtliche, klar erkennbare und einladende Streckenführung zugutekommt.
Entlang der Route liegen unter anderem drei Schulen, ein Kindergarten, das Ärztehaus, der Friedhof, die Hochschule, zwei Spielplätze sowie ein Seniorenheim. Gerade für Schulwege wurden zahlreiche bisherige Problemstellen entschärft und die Verkehrssicherheit verbessert. Die neue Radroute ist durchgehend übersichtlich gestaltet und an vielen Stellen gegenüber dem Querverkehr bevorrechtigt. Für Fußgängerinnen und Fußgänger wurde auf eine möglichst getrennte Führung vom Radverkehr geachtet.
Ergänzend entstanden an mehreren Stellen neue, teilweise barrierefreie Zebrastreifen. Durch den Rückbau von Fahrbahnen an Kreuzungen konnten Querungen sicherer und barrierefrei gestaltet werden. Zudem wurde die direkte Durchfahrt von der Neuhauser Straße zur Uhlandstraße für Autos umgeleitet. Der Bereich unmittelbar vor dem Schulhof der Karlschule ist nun deutlich sicherer und übersichtlicher gestaltet. Ein kleiner Dreiecksplatz mit Sitzbank dient nun als Treffpunkt für Eltern und deren Kinder.
Die neue Markierung mit durchgehenden Linien am Fahrbahnrand sowie Fahrrad-Piktogrammen macht den Autoverkehr deutlich auf die Fahrradachse aufmerksam. Zusätzliche Rotmarkierungen an Kreuzungen erhöhen die Aufmerksamkeit aller Verkehrsteilnehmenden.
Der aufwändigste Abschnitt der Maßnahme war die untere Uhlandstraße. Dies lag aber daran, dass unabhängig von der Radstraße ohnehin eine Sanierung der maroden Fahrbahn sowie umfangreiche Arbeiten an Leitungen nötig waren. So wurden Abwasser-, Fernwärme-, Glasfaser-, Strom- und Wasserleitungen verlegt. Im oberen Abschnitt zwischen Sauerbruchstraße und Semmelweisstraße, der bereits seit vergangenem Jahr fertiggestellt ist, lag der Schwerpunkt dagegen auf der verkehrssicheren Umgestaltung der Kreuzungsbereiche mit neuen Markierungen und Zebrastreifen.
Die Baukosten für den Straßenbau beliefen sich auf rund zwei Millionen Euro – ein Großteil davon wäre auch im Rahmen einer normalen Sanierung nötig gewesen. Diese Kosten konnten für die Stadt gesenkt werden, da es für das Projekt Radstraße rund 950 000 Euro an Fördermittel von Bund und Land gab.
Dem Bau der Radroute ging eine umfassende Bürgerbeteiligung voraus – da diese zum Teil noch in die Corona-Zeit fiel, wurde teils online beraten. Im Februar 2024 wurden die Bauarbeiten dann vergeben. Die Stadt plant außerdem, entsprechend des Radverkehrskonzepts weitere Fahrradstraßen im Stadtgebiet anzulegen. Mehr Informationen zum Radverkehrskonzept und zum städtischen Radverkehrsnetz gibt es unter www.tuttlingen.de/radverkehrskonzept.
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