GalerieProgramm

In der Galerie der Stadt Tuttlingen werden 2021 wieder insgesamt neun spannende Ausstellungen gezeigt. Im Programm spiegelt sich die Vielfalt der Themen, Ausdrucksweisen und Medien in der zeitgenössischen Kunst.

Als jährlich gleichbleibendes Element steht die viel beachtete Jahresausstellung auf dem Programm, die von der Stadt Tuttlingen in Form eines jurierten Wettbewerbes für die Künstler der Region organisiert wird.

Einen besonderen Beitrag zur kulturellen Bildung leisten Jahr für Jahr unsere Eureka!-Workshops, die Kindern in der Auseinandersetzung mit den Galerie-Ausstellungen einen Rahmen für die Entwicklung ihrer individuellen Kreativität und Persönlichkeit geben.

Städtische Galerie 2021

Kunstwerk des Künstlers Leberer, Tauchbad, Neon / Glas / Farbe / Eisen / Kabel, 2018 - 19
Tauchbad, Neon / Glas / Farbe / Eisen / Kabel, 2018 - 19. Foto: Frank Kleinbach, Stuttgart.


Camill Leberer (geboren 1953) lebt und arbeitet in Stuttgart. In seinen Werken verbinden sich Malerei und Skulptur, sich überlagernde Farbflächen treten inein spannungsvolles Verhältnis zu den Objektkörpern aus Metall und Glas, die als Bildträger dienen. Transparenz und Dichte schaffen ein Wechselspiel von Offenheit und Geschlossenheit, von Raum und Fläche. Das Licht in seiner Immaterialität spielt eine herausragende Rolle, indem seine Reflexion Räumlichkeit erzeugt und in eine lebhafte Beziehung mit dem sehenden Auge tritt. Betrachterinnen und Betrachter der Wand-, Boden- und Sockelarbeiten werden unweigerlich veranlasst, ihre Position mehrfach zu ändern, um deren plastisch-räumliche Erscheinung im Fluss der Bewegung zu erleben. Durch ihre Aktion wird ihre wesentliche Rolle als Wahrnehmende deutlich.

In den mit der Flex bearbeiteten Metallflächen entsteht der Eindruck von Räumlichkeit, sodass die Grenzen zwischen objektiver und virtueller Tiefe zu verschwimmen scheinen. Eine weitere Spielart der Entgrenzung entsteht durch Spiegelungen auf Glas, das die Umgebung reflektiert und aufnimmt. So arbeitet Leberer für die Ausstellung in Tuttlingen unter anderem mit Vitrinen, die einen klar umgrenzten Raum einnehmen, eine Trennung zwischen Innen und Außen schaffen und dennoch visuell durchlässig sind. Sie enthalten Blätter mit Texten und Gedichten des Künstlers, die formal als Rechtecke in die skulpturale Komposition eingehen und inhaltlich einen sprachlich-poetischen Raum erzeugen, den Leserinnen und Lesern – in Entsprechung zum plastischen Raum – auf ihre eigene Art und Weise entschlüsseln.

Eröffnung Freitag, 15. Januar 2021, 19 Uhr
Lesung mit Camill Leberer Freitag, 29. Januar 2021, 19 Uhr
Unter der Haut | Poesie-Workshop und Lesung Freitag, 5. Februar 2021, 19 Uhr
Werk der Künstlerin Melanie Lachieze-Rey, (8(8)8), Sperrholz, Leim, Spachtelmasse, Kunstharzlack, 73 x 175 x 38 cm, 2013. Foto: Archiv Künstlerin.
(8(8)8), Sperrholz, Leim, Spachtelmasse, Kunstharzlack, 73 x 175 x 38 cm, 2013. Foto: Archiv Künstlerin.

Mélanie Lachièze-Rey schreibt über Ihre Arbeit: „Meine organischen Formen, die meist Symmetrien enthalten, gehen aus Linien hervor: Linien, die sich ununterbrochen im Raum entwickeln, bewegen - und sich materialisieren. Die Praxis des Zeichnens erlaubt mir dabei, in völliger Freiheit nach diesen Formen zu suchen, ohne mich (schon) um die Zwänge der dritten Dimension zu kümmern. Schicht für Schicht werden die Formen aus Sperrholzplatten gebaut: geschnitten, geleimt, genagelt, bis die Form ihre Gestalt annimmt. Alle Schritte der Konstruktion bleiben sichtbar unter dem transparenten und glänzenden Lack, der ihre Oberfläche wie eine Haut überzieht und vereint.

Die Formen dieser Objekte, die sich in den Raum des Betrachters einschreiben, sind essentiell enigmatisch, ”nicht-figurativ” und ”nicht-bestimmt”. Bei einer Begegnung provozieren sie (zunächst) Assoziationen, individuelle Reflexe des Wiedererkennens und Einordnens mit Hilfe von Repräsentationen.

Im Ausarbeiten einer Form und bei der Suche nach ihr versuche ich intuitiv, eine Form zu finden, die vielfältige Assoziationen zulässt, diesen jedoch immer aufs Neue entgleitet. Sie kann so den Betrachter - über diese Assoziationen hinaus - zur Kontemplation der Form selbst bringen: zu ihrer Singularität, ihrer schweigenden Fremdheit, zu ihrem Enigma.

Das Sichtbare ruft mit den Assoziationen Repräsentationen über die Sprache hervor und suspendiert sie zugleich. In diesem Widerstreit und aus ihm heraus können diese organischen Formen, diese Objekte die Sprache überschreiten, womöglich überwinden oder zumindest verwirren und trüben, um ihre reine ontologische Kraft zu zeigen.“

Eröffnung Freitag, 19. Februar 2021, 19 Uhr

Wer der Künsterlin Dietlinde Stengelin, Die Malerin, 1999, Acrylfarben, Kopie, Papier, 20 x 26 cm
Die Malerin, 1999, Acrylfarben, Kopie, Papier, 20 x 26 cm. Foto: Archiv Künstlerin.

Dietlinde Stengelin ist insofern eine klassische Malerin, als sich ihre künstlerische Arbeit durchgängig auf dem Viereck des Bildes abspielt. Die Möglichkeiten der Malerei sind für sie etwas Unerschöpfliches in all ihren zeitlosen Genres wie Porträt, Akt, Stillleben, Natur und Mythologie. Mit großer Phantasie und viel Freiheit interpretiert sie diese auf neue Art und stellt unter Beweis, dass Verwandlungskraft keine Grenzen kennt. Ohne Scheu nimmt sie sich der großen Themen und kunsthistorischen Vorbilder an, schafft etwas Neues und Einmaliges und lässt uns in den gemalten Schichten und collagierten Elementen sowohl in inhaltlicher als auch zeitlicher Hinsicht in ungekannte Tiefen blicken. Im Entstehungsprozess ihrer Bilder setzt sie die Mittel Farbe, Form und Linie so ein, dass diese einen visuellen Eigenwert haben und poetisch-assoziative Räume eröffnen. Farbe spielt für sie die zentrale Rolle, mit deren Suggestivität und Ausdruckskraft weiß sie differenziert und feinfühlig umzugehen.

Dietlinde Stengelin kam 1940 in Tuttlingen zur Welt und erlebte dort als Heranwachsende die Nachkriegszeit. Die Erfahrung der Knappheit weckte in ihr die Sehnsucht nach Öffnung des Horizontes. Der Besuch der Sommerakademie in Salzburg sowie die Ermutigung durch Oskar Kokoschka motivierten sie zum Studium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart und der Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe, das sie 1965 als Meisterschülerin von Georg Meistermann abschloss. Der mit der Verleihung des Villa Romana-Preises verbundene Italienaufenthalt im Jahr 1966 inspirierte sie nachhaltig.

Die Ausstellung mit ausgewählten Werkbeispielen von damals bis heute zeigt, dass über die Jahrzehnte mit sicherem Gespür und ungebrochener Offenheit ein künstlerisches Oeuvre von Abwechslungsreichtum und großer Lebendigkeit des Ausdrucks entstanden ist.

Eröffnung Freitag, 26. März 2021, 19 Uhr
Künstlergespräch Sonntag, 18. April 2021, 11 Uhr
Konzert-Performance mit Ingrid Schorscher Freitag, 30. April 2021, 19 Uhr
Kunstwerk von Ulrich J. Wolf, High City – Unikat, Radierung / Siebdruck / Foto-Aquatinta / Prägung, 115 x 160 cm
High City – Unikat, Radierung / Siebdruck / Foto-Aquatinta / Prägung, 115 x 160 cm. Foto: Künstler

In Ulrich J. Wolffs Unikat-Radierungen finden sich Betrachterinnen und Betrachter unmittelbar vor einer massiven Häuserwand einer undefinierten Großstadt wieder. Oder aber er steht auf dem Gipfel eines Berges oder mitten in einem kargen, verschneiten Wald und blickt zwischen den Baumstämmen hindurch in die verschwommene Weite. Es sind Perspektiven, die der Künstler auftut, Perspektiven, die unangenehm, wenn nicht sogar unheilvoll anmuten, auf der anderen Seite jedoch auch durch ihre Mystik eine unheimliche Anziehungskraft besitzen. Dominiert werden sie von einem schwarzen, trüben Zustand. Die Unschärfe der Bilder suggeriert eine verschwommene Momentaufnahme, die wie der menschliche Blick nie in der Lage ist jeden Punkt in seinem Blickfeld zu fokussieren.

Grundlage der Arbeiten Wolffs sind Fotografien von Landschaft oder Architektur. Diese Fotografien werden dekonstruiert, indem viele Details verschwinden. Die Folge ist eine Anonymisierung des Sujets. Lichter werden zu punktuellen Unterbrechungen der Dunkelheit, die Architektur der Häuser zu einem unklaren Raster, Bäume zu einer vertikalen Taktierung des Bildes. Der tristen Farblosigkeit stehen eingefügte Farbfelder gegenüber, die die oft tiefe Schwärze und bedrückende Anmutung des Motivs formal lindern, sie damit aber Betrachtenden noch viel bewusster und erfahrbarer machen.

Eröffnung Freitag, 7. Mai 2021, 19 Uhr
Kunstwerk "Doppeldecker" des Künstlers Morat, 2016, Hanfpapier, 140 x 100 x 50 cm
Doppeldecker, 2016, Hanfpapier, 140 x 100 x 50 cm, Foto: Karl-Heinz Borho

„Papier zu werden ist eine Ehrfurcht gebietende Sache. Menschen betrachtet diese Wandlung genau.“
Makōto Ooka


Die Materialität des Papiers zu verstehen und es selbst herzustellen, gehört für Wilhelm Morat zum künstlerischen Schaffensprozess und ist integraler Bestandteil seiner Arbeit. Dazu stellt er das Papier mit eigens dafür angebautem Flachs und Hanf in seiner Papiermühle her und erforscht die Materialeigenschaften des Naturfaserstoffes. Gezielt setzt er die Erkenntnisse für seine ästhetischen Vorstellungen ein. Es entstehen Wand- und Bodenobjekte sowie freischwebende Objekte, die sich durch die Raumthermik bewegen und so immer neue Konstellationen generieren.

Wilhelm Morat lebt und arbeitet als freischaffender Papierkünstler in Titisee-Neustadt. Er hat an der PH Freiburg Kunst und Deutsch studiert. Durch seine rege nationale und internationale Ausstellungstätigkeit haben zahlreiche Werke einen Platz in öffentlichen und privaten Sammlungen gefunden. Zuletzt hat er 2014 den Naturenergie Förderpreis in Bernau erhalten.

Eröffnung Freitag, 18. Juni 2021, 19 Uhr
Kunstwerke „Continuous Curves” des Künstlers Bernard Venet, 2018, Stahl
Continuous Curves, 2018, Courtesy: Archiv Bernar Venet, New York. Foto: Jerôme Cavaliere

Die Galerie der Stadt Tuttlingen zeigt eine Retrospektive der Reliefarbeiten des berühmten französischen Künstlers Bernar Venet mit Werkbeispielen von 1961 bis heute. 1941 in Château-Arnoux-Saint-Auban in Südfrankreich geboren, wurde Bernar Venet schon in den 1960er Jahren in der New Yorker Avantgarde-Szene bekannt. Unter Einbeziehung von Mathematik und wissenschaftlicher Sprache war er einer der Mitbegründer einer neuen und radikalen Kunst und ist der Konzeptkunst zuzuordnen. Seit seinen Reliefs aus Pappe sowie seinem berühmten „Tas de charbon“ (Haufen aus Kohlestücken), der ersten Skulptur ohne spezifischer Form, finden seine in konsequenten Werkserien stets weiterentwickelten Skulpturen bis zum heutigen Tag große Beachtung in der Kunstwelt. In den 70er Jahren entstanden Holzreliefs - Bögen, Winkel und Linien - sowie seine ersten „Indeterminate Lines“, und 1979 wurde Venet durch die Nationale Kunststiftung der USA ausgezeichnet. In dieser Zeit liegen auch die Fundamente für seine aktuellen Wandarbeiten aus Stahl, die er „Continuous Curves“ nennt.

In den vergangenen Jahrzehnten hatte Venet Einzelausstellungen in Europa, den USA, Südamerika und Asien, und er war in der Kasseler Documenta (1977) sowie den Biennalen von Paris, Venedig und São Paolo vertreten. Er ist der international meistgezeigte Künstler Frankreichs und schuf u. a. in Auckland, Austin, Berlin, Denver, Genf, Neu-Ulm, Köln, Nizza, Paris, Shenzhen, San Francisco, Seoul, Tokio und Toulouse permanente Skulpturen im öffentlichen Raum.

Eröffnung Freitag, 23. Juli 2021, 19 Uhr
Bernar Venet liest aus seiner Poesie Samstag, 24. Juli 2021, 11 Uhr
Werk von Shinroku Shimokava,Tisch mit Skulptur, 2017, Stahl, Holz, Stein
Tisch mit Skulptur, 2017, Stahl, Holz, Stein. Foto: Shinroku Shimokawa

Shinroku Shimokawa ist 1979 in Japan geboren. Er studierte Bildhauerei in Tokio und Stuttgart. Ausgangspunkt seiner Arbeit ist der Stein. Neben dem Stein hat er eine große Leidenschaft für die Natur und Naturphänomene. Er experimentiert in der Bildhauerei und beobachtet Prozesse. Seine Arbeiten sind geprägt von einem großen Verständnis für das Material und handwerklichem Können. Gleichzeitig beschäftigt er sich immer wieder frisch und beobachtend mit Neuem oder stellt Bekanntes und Beständiges wie den Stein oder die Bildhauerei in Frage.

Japanische Tradition und Perfektion verbinden sich mit zeitgenössischen Fragen an die Kunst. Ganz klassisch interessiert er sich für den Stein. Dieser dient aber nicht nur als Material einer Formgebung. Er ist vielmehr Inhalt von Versuchsanordnungen einer künstlerischen Feldforschung über Materie. Sein Gewicht, seine Dichte, Geschichte und Zeit sind Untersuchungsgegenstand des japanischen Künstlers. Dieser lotet die Vielschichtigkeit des Materials aus. Neben Stein arbeitet er mit Wasser und Licht, Erde und Holz. Die Bildhauerei
und der scheinbar beständige Stein sind nicht vollendet. Die Ergebnisse seiner Arbeit liegen zwischen klassischer Steinskulptur, performativem Untersuchen, Video und Fotografie.

In der Ausstellung des Kunstkreis Tuttlingen e.V. zeigt der Künstler ein breites Spektrum seines Werkes. Besucherinnen und Besucher lernen bisherige Arbeiten sowie speziell für Tuttlingen entwickelte Skulpturen kennen.

Eröffnung Freitag, 17. September 2021, 19 Uhr
Kunstwerk, Daniel Beerstecher, Walk in Time – Zieleinlauf, Donaugalerie 2019
Walk in Time – Zieleinlauf, Donaugalerie 2019. Foto: Stanislaus Plewinski

Im Rahmen des Skulpturenprojektes DONAUGALERIE 2019 der Stadt Tuttlingen war Daniel Beerstecher als lebendige Skulptur 60 Tage lang in einem meditativen „Slow Walk“ unterwegs. In extremer Langsamkeit bewegte er sich der Donau entlang von Donaueschingen nach Tuttlingen und von hier weiter zum Skulpturenpark des Vereins „Friends of Tower Ateliers“ in Neuhausen ob Eck. Auf der Startbahn des dortigen Flugplatzes endete sein ca. 42 Kilometer langer Marathon der Langsamkeit.

Im Zentrum der Ausstellung in Tuttlingen stehen die im Zusammenhang mit der Performance entstandenen Editionen „Walk in Time I & II“, die insgesamt 120 Bilder umfassen. In diesen wird das in seiner Art einzigartige Projekt „Walk-in-Time“ intensiv beleuchtet und in den Zusammenhang mit seinem bisherigen Werk gestellt. Dieses berührt die Frage nach der Sinnhaftigkeit des Daseins mit seiner herkömmlichen Ordnung, in der es darum geht, alles effizienter zu gestalten und sich selbst zu optimieren. Als ein Eroberer des Unmöglichen und scheinbar Unnützen machte Beerstecher bereits vor der Slow-Walk-Performance Wanderprojekte, wie etwa eine Tour zu Fuß im Business-Anzug durch die einsame Landschaft Lapplands („Hugo Boss / Sarek“, 2005), das Durchwandern der Sahara mit einem Surfbrett unter dem Arm („Sand am Meer“, 2010) und eine Landtour in Patagonien mit einem Segelboot auf Rädern („The conquest of the Useless“, 2014). Als Ergebnis seiner Aktionen entstanden Filme, Fotos oder Installationen, von denen die Galerie der Stadt Tuttlingen eine Auswahl zeigen wird.

Kunstwerk Daniel Beerstecher, The conquest of the Useless, 2014
The conquest of the Useless, 2014. Foto: Archiv Künstler


Eröffnung am Freitag, 22. Oktober 2021, 19 Uhr

Vortrag von Daniel Beerstecher am Freitag, 12. November 2021, 19 Uhr

Geführte Entschleunigung und achtsames Wandern im Donautal
mit Daniel Beerstecher
am Samstag, 13. November 2021, 10 – 16 Uhr

Daniel Beerstecher führt durch seine Ausstellung am Sonntag, 14. November 2021, 11 Uhr

Geführte Entschleunigung mit Achtsamkeitsübungen mit Daniel Beerstecher
Freitag, 19. November 2021, 19 Uhr

In Kooperation mit dem Verein „Friends of Tower Ateliers“ e.V.


Blick in die Räumlichkeiten der Galerie Tuttlingen, Jahresausstellung 2019
Jahresausstellung 2019, Foto: Frank Riedinger

Im Rahmen der traditionellen Jahresausstellung der Galerie der Stadt Tuttlingen sind Künstlerinnen und Künstler der Region im Umkreis von 50 km sowie Mitglieder des Kunstkreises Tuttlingen e.V. eingeladen, sich mit ihren neuen Arbeiten zu bewerben. Über die Zulassung zur Ausstellung entscheidet eine jährlich unterschiedlich besetzte, unabhängige Jury, die sich aus Mitgliedern des Gemeinderats und Vertretern des Kunstlebens zusammensetzt. Hieraus resultiert eine abwechslungsreiche Schau, die den Besucherinnen und Besucher Einblick in das reiche und vielfältige Kunstschaffen in der Region vermittelt.

Eröffnung am Freitag, 10. Dezember 2021, 19 Uhr

Begleitprogramm

Portrait des Künstlers Camill Leberer

In seiner Ausstellung „Glashaut“ präsentiert Camill Leberer neben Wandobjekten auch Vitrinen. In diese „Schaufenster“ legt er selbst verfasste Gedichte. Es handelt sich um eine reduzierte Form der Poesie, in der Worte sehr viel Raum für Assoziationen erhalten und gleichzeitig Emotionen wecken.

Der Lese-Abend am 29. Januar 2021 ist Camill Leberers literarischem Werk gewidmet, der Künstler und Poet rezitiert persönlich Kostproben daraus.

Die Zahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer ist limitiert. Wir bitten um schriftliche Anmeldung unter info@galerie-tuttlingen.de.

Eintritt 5 Euro

Kunstwerk des Künstlers Pandfora_345_2017_EisenGlasFarbe__je_220x65x50cm_2017-2019
Pandfora, Eisen/Glas/Farbe,2017-2019, Foto: Archiv Camill Leberer

Fünf Autorinnen  und Autoren schließen sich fünf Stunden in der Ausstellung von Camill Leberer ein, um dort fünf Texteüber dessen Werke zu schreiben. So einfach. So direkt. Lyrik. Prosa. Experiment. Am Abend aber wird gelesen, genau diese Texte. In genau dieser Ausstellung.

“Unter der Haut” ist eine Kooperation mit “das netz”, der Tuttlinger Zeitschrift
für Literatur und Kunst, und der mobilen Lesebühne BarJederVernunft.
Mitwirkende: Jeremias Heppeler (Fridingen a.D.), Nathan OS (Kaufbeuren), Christina Pirker (Wangen im Allgäu), Barbara Marie Hofmann (Konstanz), Fabian Bürkin (Freiburg).

Die Plätze für die Lesung sind aufgrund der Corona-Bestimmungen stark reduziert – es gilt: Wer hören will, muss reservieren. Und: Das Recht des Schnelleren.
Reservierung unter info@galerie-tuttlingen.de.

Die Lesung wird im Nachhinein auch Online bereitgestellt werden.

Eintritt 5 Euro
Bild Henriette Gärtner

Veranstaltung mit Schülerinnen und Schuler der 4. Klasse der Karlschule Tuttlingen


Die aus der Region stammende und international bekannte Pianistin Henriette Gärtner ist auch eine talentierte Pädagogin und es ist ihr ein wichtiges Anliegen, das künstlerische Interesse in Menschen zu wecken. Für die Galerie der Stadt Tuttlingen hat sie ein Programm entwickelt, welches die Fantasie durch die vermittelnden Aspekte der Musik in Verbindung mit anderen Künsten anregt. Somit wird es möglich, Musik wie eine Sprache zu erleben, zu welcher der Zugang mittels der offenen Herangehensweise und dem damit verbundenen Abbau von Hemmschwellen gegenüber der Kunst in direktem Dialog geschaffen wird. Im Rahmen der Ausstellung „Zeittiefe“ von Dietlinde Stengelin wird die Galerie der Stadt Tuttlingen zum Ort der Begegnung und Inspiration mit der Pianistin und Pädagogin Henriette Gärtner und durch die direkte Begegnung erhalten die Kinder auch die Gelegenheit, den Menschen hinter der öffentlichen Person kennen zu lernen. Das aufmerksame Zuhören, die bildliche Vorstellungskraft, die sprachliche Ausdrucksfähigkeit und Empfindungen werden dabei unmerklich und spielerisch geschult.

Der Leitfaden der von Henriette Gärtner geleiteten Workshops sind Fragen wie: „Was sehen wir durch die Musik? Was weckt die Musik in uns? Was drückt die Musik aus?“ „Kann Musik in Farbe umgesetzt werden?“ Beim Vorspiel von geeigneten Musikstücken wird sie die Zielgruppe ermuntern, Geschichten dazu zu erzählen und sie danach fragen, was sie erleben, hören und sehen. Kinder lernen, dass in der Kunst – sowohl in der Musik als auch in der bildenden Kunst – sie selbst als Wahrnehmende und Rezipienten im Mittelpunkt stehen.

Im Nachklang wird Karlschule-Kunstlehrer Jeremias Heppeler das Gehörte und Gesehene mit seinen Schülern aufbereiten und in eigenen Werken zu Papier bringen.

Eine Präsentation ihrer Werke findet im Rahmen des Schulfestes am Samstag, 8. Mai 2021 in der Karlsschule, Neuhauser Str. 2, 78532 Tuttlingen, statt.

Henriette Gärtner steht mit Kind vor Kunstwerk
Foto: Nadja Dosterschill

Portrait Dietlinde Stengelin

Die Künstlerin Dietlinde Stengelin berichtet über die konzeptionellen Grundlagen, thematischen Inspirationen und den technischen Prozess ihrer Arbeit und beantwortet Fragen aus dem Publikum. Dietlinde Stengelin kam 1940 in Tuttlingen auf die Welt und wuchs hier auf, sie studierte Bildende Kunst auf den Akademien Stuttgart und Karlsruhe und war Meisterschülerin von Georg Meistermann, 1966 erhielt sie den renommierten Villa Romana Preis, der mit einem Florenz-Aufenthalt verbunden war, sie lebt und arbeitet in Langenargen am Bodensee.

Moderation: Anna-Maria Ehrmann-Schindlbeck

Bild Friedrich Hölderlin, Pastell von Franz Karl Hiemer, 1792
Foto: wikipedia

Zum 251. Geburtstag von Friedrich Hölderlin findet ein ihm gewidmeter Abend in der Galerie statt.

Mitwirkende: Dr. Frieder Böhme (Initiator), Felicitas Guggenberger, Stefan Metzger, Paul Wachter und Heinz Imrich.

Mit dem Vortrag von Texten von und über ihn sowie mit musikalischen Beiträgen werden die literarische Entwicklung und der schwierige Lebensweg des außergewöhnlichen Dichters und Intellektuellen erlebbar gemacht.

Der Abend klingt aus mit Wein der Geburtsstadt Hölderlins am Neckar.
Portrait von Ingrid Schorscher
Foto: Mario Lunetti

Satzmosaike von Peter Handke durchwirken das Klangliche und verbinden sich direkt mit Werken der Ausstellung „Zeittiefe“ von Sieglinde Stengelin. Ingrid Schorscher hat in Entsprechung zur Kraft der Bilder und ihrer Farben eine Komposition aus Klängen und Texten geschaffen, die zur Uraufführung gebracht wird.

Schorscher ist Akkordeonistin und freischaffende Künstlerin im Bereich Tanz/Performance. Zahlreiche Auftritte im konzertanten Bereich, wie auch in Theatern, Ausstellungen und als Regisseurin prägen ihre Laufbahn (u. a. bei „Centerpieces“ von Marin Abramovic, ArtBasel 2014). Ihr Anliegen ist es, zwischen den Zeilen zu lesen und Unsichtbarem auf den Grund zu gehen.

Eintritt 7 Euro
Kunstwerk von Cool Arts, Detail-Karten

Die COOL ARTS Workshops sind ein exklusives Kulturförderprojekt des Rotary Club Hohenkarpfen-Tuttlingen, das zu ausgewählten Ausstellungen in der Galerie der Stadt Tuttlingen stattfindet.

Wichtiges Anliegen ist es, die jungen Teilnehmenden anhand originaler Werke der Ausstellungen der GALERIE DER STADT TUTTLINGEN an die Kunst heranzuführen und sie mit den Kultureinrichtungen der Stadt vertraut zu machen. Die Galerieausstellungen sind stets der Ausgangspunkt und inspiratorischer Fundus für die Schulung von Wahrnehmung und Kreativität der Jugendlichen. Geleitet werden die Workshops von erfahrenen Kunstpädagoginnen und Kunstpädagogen der Jugendkunstschule ZEBRA. COOL ARTS dient der ästhetischen Bildung, der Stärkung des Selbstwertgefühls und des eigenverantwortlichen Handelns sowie der Förderung der Integration. Am Ende des Prozesses stehen Werke, die die Jugendlichen in den Workshops selbst geschaffen haben. In der Ausstellung im Rathausfoyer werden diese vom 15. – 29. Juli 2021 präsentiert.

Eröffnung Donnerstag, 15. Juli 2021, 17 Uhr
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Foto: Steve Benisty

Der Bildhauer Bernar Venet ist auch Poet.

„Poetic? – Poétique?“ heißt die Anthologie seiner 1967 – 2017 geschriebenen Gedichte, mit der er einen wichtigen Beitrag zur konzeptuellen Wortkunst leistet.

Mit einer eigens vorgenommenen Auswahl aus seinen 248 Gedichten gibt er in Tuttlingen eine Lesung. In Englisch, Französisch oder mit mathematischen Zeichen geschrieben, dienen die Gedichte Venets – Listen, Diagramme und Erzähltes – dazu, Informationen in etwas Poetisches zu verwandeln. Indem sich Verständliches mit bloß Zeichenhaftem mischt, entsteht eine eigene poetische Kraft, die man als künstlerische Antwort auf das digitale Zeitalter betrachten kann.

Eintritt 5 Euro

Kunstwerke "Position of Two Acute Angles of 40.5° each" des Künstlers Bernard Venet, 1979, Holzrelief
Position of Two Acute Angles of 40.5° each, 1979, Holzrelief. Foto: Archiv Bernar Venet, New York.

Jeremias Heppeler, 2019 in der Galerie
Jeremias Heppeler, 2019, Foto: Künstler

“8:46 | die anderen” ist eine episodenhafte Live-Performance der Gruppe “die hunde” (bestehend aus Donautalkünstler Jeremias Heppeler und seinem Vater Christof Heppeler) im Innenhof der Galerie der Stadt Tuttlingen anlässlich der Tuttlinger Nachtkultour 2021. Die Performance nimmt in Bild, Musik, Film und Text direkten Bezug auf den Termin der Kunstnacht: Der 11. September ist längst kein bloßes Datum mehr, sondern: Mahnmal. Nine Eleven. Der Anschlag, der alles änderte und dessen Wellen bis heute ausschlagen. Um 8:46 krachte der Flug AA 11 in den Nordturm des World Trade Centers und die Realität war nicht mehr dieselbe. Es folgten Kriege und Vergeltungsschläge, es wurde Hass gesät, der bis heute seine Blüten schlägt. Gegen das Unbekannte. Gegen die anderen. Die Performance nimmt Bezug auf Vorurteile und Geschichte, auf Fakten und Fake News, auf Revolution und Medienrevolution, auf Verschwörer und Verschwörungstheorien.

Entscheidend ist das Format:
Insgesamt vier Mal werden Heppeler & Heppeler die Bühne betreten und vier unterschiedliche Episoden performen. Zuschauerinnen und Zuschauer aber haben die Wahl und können sowohl alle vier Vorstellungen verfolgen - oder sich je nach Zeitplan die passende Performance herauspicken. Jede Vorstellung steht für sich und doch gibt es Narrationen und Querverbindungen, Spuren und Verweise. Die verpassten Puzzleteile können Online nachgeholt werden.

Eins: Feuer Zwei: Rauch Drei: Asche Vier: Narben

Portrait von Daniel Beerstecher
Foto: Stanislaus Plewinski

Der „Slow Walk“ von Daniel Beerstecher war ein sehr besonderer Beitrag des Skulpturenprojekts DONAUGALERIE 2019 und ist ein Beispiel der neuen Form der lebenden Skulptur.

Immer schon spielt das Unterwegssein eine wesentliche Rolle bei Beerstecher und dieses große, übergeordnete Thema ist in allen seinen Werken greifbar. In einem Vortrag gibt er einen Überblick über seine bisherige Arbeit.

Ort Galerie
Eintritt 5 Euro
Performance-Künstlers Daniel Beerstecher geht an der Donauversickerung
Foto: Stanislaus Plewinski

Ein anderes Gefühl von Zeit und Gegenwart eröffnetsich den Wandernden beim meditativen Gehen. Erleben Sie die Verbindung zum eigenen Inneren sowie zum umgebenden Raum in der Bewegungsform der extremen Langsamkeit und bei Achtsamkeitsübungen in normaler Geh Geschwindigkeit unter der fachkundigen Anleitung des Performance-Künstlers Daniel Beerstecher. Pausen zur Stärkung sowie zum Erfahrungstausch sind vorgesehen.
Genauere Angaben zum Start- und Endpunkt werden noch bekannt gegeben.

Teilnahmegebühr 25 Euro
Anmeldung erbeten unter info@galerie-tuttlingen.de.
Outdoor Mobil, 2009 von Daniel Beerstecher
Outdoor Mobil, 2009, Foto: Künstler

Daniel Beerstecher erläutert seine in der Galerie der Stadt Tuttlingen präsentierten Werke. Seine Fotografien, Filme, Graphiken und Installationen stehen immer auch im Zusammenhang mit seinen in den verschiedensten Orten dieser Welt durchgeführten Performances.
Daniel Beerstecher wird das Konzept seines „Slow-Walks“ vorstellen und die Teilnehmenden in die Themen Achtsamkeit und Meditation einführen sowie praktische Anleitungen zum meditativen Gehen geben.

Ort Galerie
Teilnahmegebühr 7 Euro

Ausstellung CAMILL LEBERER

Donnerstag, 21. Januar 2021, 16 Uhr

Ausstellung DIETLINDE STENGELIN

Donnerstag, 23. April 2021, 16 Uhr

Ausstellung BERNAR VENET

Donnerstag, 29. Juli 2021, 16 Uhr
Donnerstag, 9. September 2021, 16 Uhr

Ausstellung DANIEL BEERSTECHER

Donnerstag, 2. Dezember 2021, 16 Uhr

JAHRESAUSSTELLUNG 2021

Donnerstag, 16. Dezember 2021, 16 Uhr

Galerieleiterin Anna-Maria Ehrmann-Schindlbeck begleitet Kunstinteressierte durch die Ausstellungen und erläutert die gezeigten Werke.
(Zusätzliche Führungen auf Anfrage unter info@galerie-tuttlingen.de).

Galerieleiterin Frau Ehrmann-Schindlbeck bei einer Führung bei der Ausstellung Frank Stella, 2018,
Führung bei der Ausstellung Frank Stella, 2018, Foto: Maria Magel

Begleitprogramm für Kinder und Jugendliche


Leitung: Daniel Erfle

Ausstellung CAMILL LEBERER

Freitag, 12. Februar 2021, 15 – 17 Uhr (8 – 12 Jahre)
Samstag, 13. Februar 2021, 10 – 12 Uhr (4 – 7 Jahre)

Ausstellung DIETLINDE STENGELIN

Freitag, 23. April 2021, 15 – 17 Uhr (8 – 12 Jahre)
Samstag, 24. April 2021, 10 – 12 Uhr (4 – 7 Jahre)

Ausstellung DANIEL BEERSTECHER

Freitag, 12. November 2021, 15 – 17 Uhr (8 – 12 Jahre)
Samstag, 13. November 2021, 10 – 12 Uhr (4 – 7 Jahre

JAHRESAUSSTELLUNG 2021

Freitag, 17. Dezember 2021, 15 – 17 Uhr (8 – 12 Jahre)
Samstag, 18. Dezember 2021, 10 – 12 Uhr (4 – 7 Jahre)

Das Material der Workshops wird gestellt.  Eine verbindliche Anmeldung ist bei der Galerieaufsicht zu den Öffnungszeiten der Galerie oder per E-Mail an claudia.leibinger@galerie-tuttlingen.de erforderlich. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt.


Eine Woche Kunst, Spiel und Spaß mit einer abschließenden Präsentation der entstandenen Werke. Angebot von Getränken (bitte eigenen Becher mit Namen mitbringen!) und kleinen Snacks.

Teilnahmegebühr 60 Euro (bei Anmeldung vor dem 1. Mai 2021: 50 Euro)
Leitung Daniel Erfle
jeweils von 9 – 12 Uhr

Das Material der Workshops wird gestellt.  Eine verbindliche Anmeldung ist bei der Galerieaufsicht zu den Öffnungszeiten der Galerie oder per E-Mail an claudia.leibinger@galerie-tuttlingen.de erforderlich. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt.

Kunstwerk mit einem Fisch von einem Kind gestaltet
Sommerkreativwoche, Foto: Nadja Dosterschill