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Galerieprogramm

Die Galerie der Stadt Tuttlingen präsentiert Ihnen im Jahr 2022 ein abwechslungsreiches Ausstellungsprogramm, zu dem sowohl die städtische Leitung als auch der Kunstkreis Tuttlingen e.V. beitragen. Die Corona-Zeit hat uns gelehrt, was für ein besonderer Wert in der echten Begegnung liegt. Umso mehr genießen wir die Galerie als einen Ort, wo sich Menschen und originale Kunst begegnen.

Die komplexe Welt, in der wir leben, wirft viele Fragen auf. Diese mit Mitteln der Kunst zu beleuchten, stellt eine besondere Chance dar, denn sie setzt dort an, wo Sprache und Wissenschaft an ihre Grenzen stoßen.

Städtische Galerie 2022

Mélanie Lachièze-Rey schreibt über ihre Arbeit: „Meine organischen Formen, die meist Symmetrien enthalten, gehen aus Linien hervor: Linien, die sich ununterbrochen im Raum entwickeln, bewegen – und sich materialisieren. Die Praxis des Zeichnens erlaubt mir dabei, in völliger Freiheit nach diesen Formen zu suchen, ohne mich (schon) um die Zwänge der dritten Dimension zu kümmern. Schicht für Schicht werden die Formen aus Sperrholzplatten gebaut: geschnitten, geleimt, genagelt, bis die Form ihre Gestalt annimmt. Alle Schritte der Konstruktion bleiben sichtbar unter dem transparenten und glänzenden Lack,
der ihre Oberfläche wie eine Haut überzieht und vereint.

Die Formen dieser Objekte, die sich in den Raum des Betrachters einschreiben, sind essenziell enigmatisch, nicht figurativ und nicht abstrakt. Bei einer Begegnung provozieren sie (zunächst) Assoziationen, individuelle Reflexe des Wiedererkennens und Einordnens mit Hilfe von Repräsentationen.

Im Ausarbeiten einer Form und bei der Suche nach ihr versuche ich intuitiv eine Form zu finden, die vielfältige Assoziationen zulässt, diesen jedoch immer aufs Neue entgleitet. Sie kann so den Betrachter – über diese Assoziationen hinaus – zur Kontemplation der Form selbst bringen: zu ihrer Singularität, ihrer schweigenden Fremdheit, ihrem Enigma.

Das Sichtbare ruft Assoziationen hervor und suspendiert sie zugleich. In diesem Widerstreit und aus ihm heraus können diese organischen Formen, diese Objekte ihre reine ontologische Kraft zeigen.“

Bitte beachten Sie, dass aufgrund der aktuellen Corona-Situation keine Eröffnung stattfindet.
Die Ausstellung ist ab Samstag, 15. Januar 2022, 11.00 Uhr geöffnet.

Werk der Künstlerin Melanie Lachieze-Rey, Lücke, Sperrholz / Leim / Spachtelmasse / Kunstharzlack, 13x90x4,5cm, 2018Lücke, Sperrholz / Leim/Spachtelmasse /Kunstharzlack, 13x90x4,5 cm, 2018. Foto: Archiv Künstlerin.

Camill Leberer (geboren 1953) lebt und arbeitet in Stuttgart. In seinen Werken verbinden sich Malerei und Skulptur, sich überlagernde Farbflächen treten in ein spannungsvolles Verhältnis zu den Objektkörpern aus Metall und Glas, die als Bildträger dienen. Transparenz und Dichte schaffen ein Wechselspiel von Offenheit und Geschlossenheit, von Raum und Fläche. Das Licht in seiner Immaterialität spielt eine herausragende Rolle, indem seine Reflexion Räumlichkeit erzeugt und in eine lebhafte Beziehung mit dem sehenden Auge tritt. Betrachter*innen der Wand-, Boden- und Sockelarbeiten werden unweigerlich veranlasst, ihre Position mehrfach zu ändern, um deren plastisch-räumliche Erscheinung im Fluss der Bewegung zu erleben. Durch ihre Aktion wird ihre wesentliche Rolle als Wahrnehmende deutlich.

In den mit der Flex bearbeiteten Metallflächen entsteht der Eindruck von Räumlichkeit, sodass die Grenzen zwischen objektiver und virtueller Tiefe zu verschwimmen scheinen. Eine weitere Spielart der Entgrenzung entsteht durch Spiegelungen auf Glas, das die Umgebung reflektiert und aufnimmt. So arbeitet Leberer für die Ausstellung in Tuttlingen unter anderem mit Vitrinen, die einen klar umgrenzten Raum einnehmen, eine Trennung zwischen Innen und Außen schaffen und dennoch visuell durchlässig sind. Sie enthalten Blätter mit Texten und Gedichten des Künstlers, die formal als Rechtecke in die skulpturale Komposition eingehen und inhaltlich einen sprachlich-poetischen Raum erzeugen, den Leser*innen – in Entsprechung zum plastischen Raum – auf ihre eigene Art und Weise entschlüsseln.
  • Eröffnung: Freitag, 25. Februar 2022, 19.00 Uhr
  • Lesung mit Camill Leberer am Freitag, 18. März 2022, 19.00 Uhr
  • Unter die Haut | Poesie-Workshop und Lesung am Freitag, 25. März 2022, 19.00 Uhr
  • Wege – Ein kreatives Jugendprogramm mit Ingrid Schorscher – Abschlusspräsentation Montag, 28. März 2022, 17.00 Uhr

Kunstwerk des Künstlers Leberer, Tauchbad, Neon / Glas / Farbe / Eisen / Kabel, 2018 - 19
Tauchbad, Neon /Glas / Farbe / Eisen /Kabel, 2018–19. Foto: Frank Kleinbach
In Ulrich J. Wolffs Unikat-Radierungen findet sich der Betrachter unmittelbar vor einer massiven Häuserwand einer undefinierten Großstadt wieder. Oder aber er steht auf dem Gipfel eines Berges oder mitten in einem kargen, verschneiten Wald und blickt zwischen den Baumstämmen hindurch in die verschwommene Weite. Es sind Perspektiven, die der Künstler auftut, Perspektiven, die unangenehm, wenn nicht sogar unheilvoll anmuten, auf der anderen Seite jedoch auch durch ihre Mystik eine unheimliche Anziehungskraft besitzen. Dominiert werden sie von einem schwarzen, trüben Zustand. Die Unschärfe der Bilder suggeriert eine verschwommene Momentaufnahme, die wie der menschliche Blick nie in der Lage ist jeden Punkt in seinem Blickfeld zu fokussieren.

Grundlage der Arbeiten Wolffs sind Fotografien von Landschaft oder Architektur. Diese Fotografien werden dekonstruiert, indem viele Details verschwinden. Die Folge ist eine Anonymisierung des Sujets. Lichter werden zu punktuellen Unterbrechungen der Dunkelheit, die Architektur der Häuser zu einem unklaren Raster, Bäume zu einer vertikalen Taktierung des Bildes. Der tristen Farblosigkeit stehen eingefügte Farbfelder gegenüber, die die oft tiefe
Schwärze und bedrückende Anmutung des Motivs formal lindern, sie damit aber dem Betrachter noch viel bewusster und erfahrbarer machen.
  • Eröffnung: Freitag, 8. April 2022, 19.00 Uhr

Kunstwerk von Ulrich J. Wolf, High City – Unikat, Radierung / Siebdruck / Foto-Aquatinta / Prägung, 115 x 160 cm
High City – Unikat, Radierung/Siebdruck / Foto-Aquatinta/ Prägung, 115x160 cm. Foto: Künstler
In den Bildern von Karlheinz Müller liegt geheimnisvolle Magie, die im Erfassen des Wesens der Dinge liegt. Ob es sich um Landschaften, Stadtansichten, Interieurs, Personenbilder oder Zirkusdarstellungen handelt, immer strahlen diese Bilder auf ihre eigentümliche und unverwechselbare Art eine souveräne Unaufgeregtheit aus. Eine vornehme und beobachtende Distanz zum Sujet, ein subtiles methodisches Vorgehen und ein feines Empfinden zeichnen die in Aquarelltechnik gemalten Werke aus. Unter den Autodidakten ist Karlheinz Müller (1923–1997), dessen Lehrmeister die Bilder großer Meister in den Museen waren, ein interessantes Phänomen. Er war von 1978 bis 1988 Leiter des Heimatmuseums und der Galerie der Stadt Tuttlingen, und mit seiner Person verbindet sich ein Stück Kunstgeschichte der Stadt. Er hinterließ ein umfangreiches und vielfältiges Œuvre, das seine Tochter und ihr Mann dankenswerterweise zur Verfügung stellen. Die Ausstellung wurde in Zusammenarbeit mit dem Maler Udo Braitsch kuratiert, der Karlheinz Müller gut kannte und mit ihm in künstlerischem Austausch stand.
  • Eröffnung Freitag, 20. Mai 2022, 19.00 Uhr
  • Tuttlinger Kunstdialog Freitag, 3. Juni 2022, 19.00 Uhr

Kunstwerk von Karlheinz Müller  – Frau in Rot – Museum, 1989, 65x85 cm
Frau in Rot – Museum, 1989, 65x85 cm. Foto: Nadja Dosterschill
Papierobjekte aus handgeschöpftem Flachs- und Hanfpapier Papier veranschaulicht den Übergang vom einfach nur existierenden zum denkenden Menschen.

Der Papierkünstler Wilhelm Morat nimmt sich bewusst als Teil der Natur wahr, die ihm in Gestalt von Hanf- und Flachspflanzen den Faserrohstoff für seine handgeschöpften Papiere liefert. Wie kann das Material aus der Kenntnis seiner Eigenschaften heraus intelligent für formalästhetische Gestaltungsprozesse eingesetzt werden? Aus dieser Fragestellung heraus entsteht bei der Transformation von Natur zu Kunst unter Integration der Erfahrungen zahlreicher Experimente eine fruchtbare Kooperation verschiedener Wissensgebiete. Ist Kunst auch Natur?

Die Papierobjekte Morats erzählen bei ihrer Expansion von der Fläche in den Raum die Geschichte von der Pflanze über das Papier zur künstlerischen Installation in der Architektur, zu der sie immer in räumliche Beziehung gesetzt werden.

„Wer Flachs sät, wird Kunst ernten.“ (Dr. Jürgen Glocker)

Wilhelm Morat lebt und arbeitet als freischaffender Papierkünstler in seinem Atelier mit Papiermühle in Titisee-Neustadt. Er hat an der PH Freiburg Kunst und Deutsch für das Lehramt an Realschulen studiert. Durch eine rege nationale und internationale Ausstellungstätigkeit haben zahlreiche Werke einen Platz in öffentlichen und privaten Sammlungen gefunden. 2014 ist er u.a. mit dem Naturenergie Förderpreis im Hans-Thoma-Museum in Bernau ausgezeichnet worden.
  • Eröffnung Freitag, 24. Juni 2022, 19.00 Uhr

Barock, 2018, Diprychon, Flachspapier, 120x90x30 cm
Barock, 2018, Diptychon, Flachspapier, 120x90x30 cm. Foto: Karl-Heinz Borho.

Katharina Meisters mehrschichtige Zeichnungen und Installationen regen den Betrachter dazu an, auf Entdeckungsreise zu gehen. Aber obwohl die Arbeiten ästhetisch anziehend wirken, bearbeiten sie die dunklen Seiten der Realität. So beschäftigt sich die Künstlerin in ihren Werken mit dem Thema des Klimawandels und benutzt ihre Kunst dafür, „wissenschaftliche Daten und Fakten auf visuelle Weise darzustellen“, um so eine weitere Perspektive zu erschaffen, aus der diese Thematik betrachtet werden kann“.

Sie nennt ihre Kunst „Klimakunst“, recherchiert die Rolle von Kreativität im Bereich der Problemlösung und spricht von dem Mehrwert, den sie in einer Verbindung von Kunst und Wissenschaft erkennt. Meister arbeitet hauptsächlich mit der Zeichnung und dem Scherenschnitt. Der schwarze Papierschnitt wurde im 18. Jahrhundert entwickelt, wo er von Frankreich über England nach Deutschland gelangte. Dort wurde die Portrait-Silhouette bald zum Konsumprodukt und ein kulturelles Dokument der deutschen klassischen Musik. Derzeit ist das Medium in der Gegenwartskunst allgegenwärtig. Im Allgemeinen wird er als politisches Medium verstanden, das sich mit Sozialkritik beschäftigt und schwierige Fragen stellt.

Meisters Papierkunst zeigt dem Betrachter die Vielseitigkeit des Materials in der Form einer detailreichen Zeichnung, als filigraner Scherenschnitt oder voluminöse Skulptur. Schlussendlich versucht Meister durch ihre Werke den Betrachter dazu zu ermutigen, auf ehrliche Weise seine Beziehung zur Natur zu hinterfragen.
  • Eröffnung Freitag, 29. Juli 2022, 19.00 Uhr
Kunstwerk der Künstlerin Katharina Meister, ...und es treffen sich... Scherenschnitt Mischtechnik in Vitrine 2018 _19, 40x50x7 cm
…und es treffen sich… 2018/19, Scherenschnitt, Mischtechnik in Vitrine, 40x50x7 cm. Foto: Künstlerin.

Multimediale 2022

Geteilte Erde – mit Jeremias und Christof Heppeler, Ingrid Schorscher, Anna Laura Bach und Ines Fiegert


Die Multimediale 2022 „Geteilte Erde“ ist eine künstlerische Reflexion des Lebens auf unserem Globus. Das besondere Augenmerk gilt seiner Aufteilung in Länder, Zonen, Sparten und Klassen mit all ihren Konsequenzen auf das menschliche Denken und Handeln in Politik und Gesellschaft. Regierungen bekriegen sich wegen des Verlaufs ihrer gemeinsamen Grenze, Nachbarn streiten erbittert um Zaun und Hecke, und Familien entzweien sich über die Aufteilung eines Erbes. Unausgesprochen verbirgt sich hinter dem Motto der Multimediale 2022 die Frage nach der Rolle der Kunst wie sie bereits in Schillers 1795 geschriebener Ballade „Die Teilung der Erde“ anklingt.

Das Reizvolle an diesem neuen Veranstaltungsformat von experimentellem Charakter liegt darin, dass junge Kunst eine Plattform erhält. Auf ihr werden Medien und Ausdrucksformen aller Art verknüpft und verschiedene Sinneseindrücke ins Spiel gebracht. Der Galeriehof als Schauplatz wird durch eine Freiluftveranstaltung mit sommerlichem Festivalcharakter mit neuem Leben erfüllt, an dem wir uns alle erfreuen können.

Die Multimediale 2022 besteht aus vier Teilen, die jeweils mit einer Performance am Freitagabend beginnen und eine 4-tägige (wettertaugliche) Kurzausstellung beinhalten.

5.–9. August 2022
Jeremias und Christof Heppeler

Jeremias Heppeler und sein Vater Christof Heppeler agieren als „die hunde“ irgendwo zwischen Kunst- und Bandexperiment, das sich diskursiv in Text, Bild, Bewegtbild und Musik performativ an konkreten und unkonkreten Themenfeldern abarbeitet.

Jeremias Heppeler ist Preisträger des Förderpreis für junge Kunst der Stadt Konstanz, Stipendiat der Sommerakademie Venedig und wurde mit dem Motion Picture 2.0 Award des ZKM Karlsruhe ausgezeichnet. Für die Filmprojekte „Die Stadt der vergessenen Kinder“ und „Dieter Meiers Rinderfarm“ reiste er in die Mongolei und nach Argentinien, für das Ausstellungsexperiment „wasser“ nach Suzhou /China.
  • Auftakt mit Performance Freitag, 5. August 2022, 19.00 Uhr

Jeremias und Christof Heppeler beim Auftritt

12. – 16. August 2022
Ingrid Schorscher

Ingrid Schorscher ist freischaffende darstellende Künstlerin, Regisseurin und Akkordeonistin. Auftritte u. a. bei „Centerpieces“ von Marina Abramovic und „Vivarium“ von Manos Tsangaris prägen ihre Laufbahn. Als Regisseurin interessiert sich Ingrid Schorscher vor allem für spartenübergreifende Projekte, welche verschiedene Zielgruppen miteinander in Kontakt bringen.

Auch als Solo-Performerin will Ingrid Schorscher Räume öffnen und zum Nachdenken anregen, so z. B. durch ihre Stücke „Without a Trace“ 2017 und „Watermirror“ 2019.

Parallel zu ihrer künstlerischen Tätigkeit arbeitet sie an der Staatlichen Hochschule für Musik Trossingen, ist Gastdozentin an weiteren Hochschulen und lehrt an der Edith-Stein Schule in Rottweil im Fachbereich Musik und Tanz.

Ihr Anliegen ist es, dort anzusetzen, wo Worte versiegen.
  • Auftakt mit Performance Freitag, 12. August 2022, 19.00 Uhr

Portrait von Ingrid Schorscher

19. – 23. August 2022
Anna Laura Bach

1990 geboren in Tuttlingen 2014 Bachelor of Arts in Fashion an der HfG Pforzheim seit 2020 Master of Education Kunst an der Alanus Hochschule
„Seit dem Modestudium steht der Mensch im Zentrum
meiner künstlerischen Arbeit. Mixed Media Collagen
und grafische Zeichnungen sind ebenso von einem kontroversen und zwischenmenschlichen Miteinander geprägt wie die dreidimensionalen textilen
Arbeiten im Raum.“
  • Auftakt mit Performance Freitag, 19. August 2022, 19 Uhr

Portrait von Anna Laura Bach

26. – 30. August 2022
Ines Fiegert

Ines Fiegert arbeitet in ihren Netz-Installationen mit Licht, Ton oder auch performativ. In den letzten Jahren konnte sie zahlreiche Projekte und Ausstellungen im In- und Ausland realisieren. Zudem unterrichtet sie Kunst, ist Dozentin an der Jugendkunstschule Zebra und arbeitet als Designerin.
1988 geboren in Tuttlingen
2011 Bachelor of Arts (BA) in Produkt Design an der Hochschule für Gestaltung in Schwäbisch Gmünd
2015 Master of Arts (MA) in Social Design an der Design Akademie Eindhoven in den Niederlanden
seit 2015 freischaffende Künstlerin mit Schwerpunkt auf multimedialer
Installation, Film und Keramik
  • Auftakt mit Performance Freitag, 26. August 2022, 19.00 Uhr

Portrait von Ines Fiegert


Keith Haring, 1958 in Reading / Pennsylvania geboren, zog als Zwanzigjähriger nach New York, wo er von der lebhaften Street Art- und Hiphop-Szene in den Bann geschlagen wird. Er benötigte nur wenige Jahre, um seinen Weg als Künstler zu finden. Er entwickelte einen unverkennbaren Stil, der mit seinen kraftvollen Linien und figürlichen Motiven dem Comic und der Straßenkunst nahesteht. Ihm war weniger als ein Jahrzehnt als erfolgreicher Künstler vergönnt, das er allerdings mit einer erstaunlichen Energie ausfüllte, die bis heute nachwirkt. Haring verstand sich zeitlebens – im Gegensatz zu vielen seiner Zeitgenossen – als politscher Künstler, der aufklären und mit seiner Kunst ein breites Publikum erreichen will.

Die Ausstellung vereint ca. 60 Plakate aus der Sammlung des Museums für Kunst und Gewerbe Hamburg. Sie zeigt seine stilistische Entwicklung und stellt das breite Themenspektrum des Künstlers vor, der sich immer wieder für Menschenrechte, Toleranz, Bildung und Aufklärung über Aids engagierte. Mit ihren festen Linien und klaren Motiven entwickelt Keith Haring eine Bildsprache, die sofort verstanden wird und mit großer Unmittelbarkeit wirkt.

Auch mehr als 30 Jahre nach dem Tod von Keith Haring, der im Alter von nur 31 Jahren an Aids starb, bewahrt sein Werk seine Aktualität und Anziehungskraft.

Die Ausstellung Keith Haring dient als Modellprojekt für die Zusammenarbeit mit Schulen und Einrichtungen für Kinder und Jugendliche.
  • Eröffnung Freitag, 16. September 2022, 19 Uhr

Kunstwerk Keith Haring, Stedelijk Museum Amsterdam, 1986, Siebdruck, 90x65 cm
Stedelijk Museum Amsterdam, 1986, Siebdruck, 90 x 65 cm. Courtesy
Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe. © Keith Haring Foundation.

Kunstwerk Keith Haring , The Childrens Museum of Manhattan, New York, 1986, Offset Lithografie, 68x54 cm
The Children‘s Museum of Manhattan, New York, 1986, Offset Lithografie, 68 x 54 cm. Courtesy Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe. © Keith Haring Foundation.

Kunstwerk von Keith Haring, Learning through Art, publ. 1999, Offset Lithografie, 79 x63
Learning through Art, publ. 1999, Offset Lithografie, 79 x 63 cm. Courtesy
Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe. © Keith Haring Foundation.
Im Rahmen der traditionellen Jahresausstellung der Galerie der Stadt Tuttlingen sind Künstler*innen der Region im Umkreis von 50 km sowie Mitglieder des Kunstkreises Tuttlingen e.V. eingeladen, sich mit ihren neuen Arbeiten zu bewerben. Über die Zulassung zur Ausstellung entscheidet eine jährlich unterschiedlich besetzte, unabhängige Jury, die sich aus Mitgliedern des Gemeinderats und Vertretern des Kunstlebens zusammensetzt. Hieraus resultiert eine abwechslungsreiche Schau, die dem Besucher Einblick in das reiche und vielfältige Kunstschaffen in der Region vermittelt.
  • Eröffnung Freitag, 2. Dezember 2022, 19 Uhr

Blick in den Ausstellungsraum der Galerie; Jahresausstellung
Jahresausstellung 2018. Foto: Frank Riedinger.

Begleitprogramm

In seiner Ausstellung „Glashaut“ (26. Februar – 3. April 2022) präsentiert Camill Leberer neben Wandobjekten auch Vitrinen. In diese „Schaufenster“ legt er selbstverfasste Gedichte. Es handelt sich um eine reduzierte Form der Poesie, in der Worte sehr viel Raum für Assoziationen erhalten und gleichzeitig Emotionen wecken.

Der Leseabend ist Camill Leberers literarischem Werk gewidmet. Der Künstler und Poet rezitiert persönlich Kostproben daraus.

Portrait vom Künstler Camill Leberer
Fünf Autoren schließen sich fünf Stunden in der Ausstellung von Camill Leberer ein, um dort fünf Texte über dessen Werke zu schreiben. So einfach. So direkt. Lyrik. Prosa. Experiment. Am Abend wird gelesen, genau diese Texte. In genau dieser Ausstellung.

“Unter die Haut” ist eine Kooperation mit “das netz”, der Tuttlinger Zeitschrift für Literatur und Kunst, und der mobilen Lesebühne BarJederVernunft. Es wirken u.a. mit: Fabian Bürkin, Jeremias Heppeler, Barbara Marie Hofmann und Nathan OS.

Eintritt: 10,00 Euro (Schüler und Studenten: 7,00 Euro)

Ein Projekt mit Ingrid Schorscher und Jugendlichen von Mutpol, gefördert durch den Rotary Club Hohenkarpfen-Tuttlingen

Ingrid Schorscher, Performance-Künstlerin, Musikerin und Pädagogin und Petra Bässler, Bereichsleiterin bei Mutpol, haben ein Kunstprojekt für Jugendliche entwickelt, das der Stärkung der Persönlichkeit und Schulung der persönlichen Ausdrucksfähigkeit dient. In einer Serie von Workshops geschieht eine intensive Auseinandersetzung mit der Ausstellung „Camill Leberer – Glashaut“. Inhaltliche und formale Impulse werden aufgenommen, diskutiert und in ein anderes künstlerisches Medium, nämlich das der Performance, übersetzt. Die Teilnehmer*innen bringen dabei die Vielfalt ihrer Potentiale zum Ausdruck. Als krönender Schluss des mehrstufigen Prozesses bringen die Jugendlichen das Erarbeitete in einer gemeinsamen Performance mit Musik, Bewegung und Sprache zur Aufführung.

Ingrid Schorscher beim Auftritt

Veranstaltung mit Schüler*innen der 4. Klasse der Karlschule Tuttlingen und Dialog mit Henriette Gärtner ab 18.00 Uhr

Die aus der Region stammende und international bekannte Pianistin Henriette Gärtner ist auch eine talentierte Pädagogin. Ihr ist es ein wichtiges Anliegen, das künstlerische Interesse in Menschen zu wecken. Für die Galerie der Stadt Tuttlingen hat sie ein Programm entwickelt, welches die Fantasie durch die Musik in Verbindung mit anderen Künsten anregt. Somit wird es möglich, Musik wie eine vermittelnde Sprache zu erleben. Durch die offene Herangehensweise wird ein Zugang geschaffen, und im direkten Dialog werden Hemmschwellen gegenüber der Kunst abgebaut. Das aufmerksame Zuhören, die bildliche Vorstellungskraft und sprachliche Ausdrucksfähigkeit werden dabei unmerklich und spielerisch geschult.

Der Leitfaden der von Henriette Gärtner geleiteten Workshops sind Fragen wie: „Was sehen wir durch die Musik? Was weckt die Musik in uns? Was drückt die Musik aus?“ „Kann Musik in Farbe umgesetzt werden?“ Anhand von Musikstücken wird sie die Kinder ermuntern, Geschichten dazu zu erzählen, und sie danach fragen, was sie erleben, hören und sehen. Kinder lernen, dass in der Kunst – sowohl in der Musik als auch in der bildenden Kunst – sie selbst als Wahrnehmende und Rezipienten im Mittelpunkt stehen.

Im Nachklang wird Karlschule-Kunstlehrer Jeremias Heppeler das Gehörte und Gesehene mit seinen Schüler*innen aufbereiten und in eigenen Werken zu Papier bringen.
  • Veranstaltung mit Schüler*innen der 4. Klasse der Karlschule Tuttlingen – tagsüber
  • „Rhapsody in Gallery - Henriette Gärtner im Dialog“ um 18.00 Uhr in der Galerie (Einlass ab 17.30 Uhr)

Bitte beachten:

tagsüber bleibt am 31. Mai die Galerie wegen einer Sonderveranstaltung geschlossen.


Portrait Henriette Gärtner

Ausstellung im Foyer des Rathauses
Eröffnung Donnerstag, 2. Juni 2022, 17.00 Uhr

Die "Cool Arts" Workshops sind ein exklusives Kulturförderprojekt des Rotary Club Hohenkarpfen-Tuttlingen, das zu ausgewählten Ausstellungen in der Galerie der Stadt Tuttlingen stattfindet.

Wichtiges Anliegen ist es, die jungen Teilnehmenden anhand originaler Werke der Ausstellungen der GALERIE DER STADT TUTTLINGEN an Kunst heranzuführen und sie mit den Kultureinrichtungen der Stadt vertraut zu machen. Die Galerieausstellungen sind stets der Ausgangspunkt und inspiratorische Fundus für die Schulung von Wahrnehmung und Kreativität der Jugendlichen. Geleitet werden die Workshops von erfahrenen Kunstpädagogen der Jugendkunstschule ZEBRA. COOL ARTS dient der ästhetischen Bildung, der Stärkung des Selbstwertgefühls und des eigenverantwortlichen Handelns sowie der Förderung der Integration. Am Ende des Prozesses stehen Werke, die die Jugendlichen in den Workshops selbst geschaffen haben.

Kunstwerk der Ausstellung Cool Arts
Mit dem Tuttlinger Kunstdialog schaffen wir ein neues Veranstaltungsformat, in dem es um Standortbestimmungen allgemeiner Art geht:
Worin liegen die besonderen Herausforderungen der Kunst? Worin sehen die Künstler*innen ihre Aufgabe und was sind ihre heutigen Themen und Strategien? Wie berühren wir mit unseren Kunstprojekten das Publikum? So und ähnlich lauten die Fragen, die uns beschäftigen. Mit ihren Kultureinrichtungen und Vereinen ist Tuttlingen eine aktive Kunststadt. Wir dürfen stolz sein, dass eine weitere junge Generation von jungen Künstler*innen ihr Potential mit neuen Ideen und Ansätzen unter Beweis stellt.

Vier in Tuttlingen ansässige junge Künstler*innen halten 10-minütige Kurz-vorträge über ihre Arbeit. Sie geben einen Impuls für ein Gespräch mit dem Publikum über die Rolle der Kunst heute und in Zukunft.
  • Anna-Laura Bach
  • Ines Fiegert
  • Jeremias Heppeler
  • Ingrid Schorscher
  • Moderation: Anna-Maria Ehrmann-Schindlbeck

Kinderprogramm


Leitung: Daniel Erfle

Ausstellung Camill Leberer

  • Freitag, 4. März 2022, 15.00 –17.00 Uhr (8–12 Jahre)
  • Samstag, 5. März 2022, 10.00 –12.00 Uhr (4–7 Jahre)

Ausstellung Karlheinz Müller

  • Freitag, 27. Mai 2022, 15.00 –17.00 Uhr (8–12 Jahre)
  • Samstag, 28. Mai 2022, 10.00 –12.00 Uhr (4–7 Jahre)

Ausstellung Keith Haring

  • Freitag, 21. Oktober 2022, 15.00 –17.00 Uhr (8–12 Jahre)
  • Samstag, 22. Oktober 2022, 10.00 –12.00 Uhr (4–7 Jahre)

Jahresausstellung 2022

  • Freitag, 9. Dezember 2022, 15.00 –17.00 Uhr (8–12 Jahre)
  • Samstag, 10. Dezember 2022, 10.00 –12.00 Uhr (4–7 Jahre)
Das Material wird gestellt. Verbindliche Anmeldung bei claudia.leibinger@galerie-tuttlingen.de oder über unser online-Anmeldeformular, das zu finden ist unter www.galerie-tuttlingen.de.

Gefördert durch die Firma Karl Storz   Logo KARL STORZ

Kunstwerke der Kinder liegen auf dem Tisch; Sommerkreativwoche 2021

  • jeweils von 9.00–12.00 Uhr
Leitung: Daniel Erfle

Eine Woche Kunst, Spiel und Spaß mit einer abschließenden Präsentation der entstandenen Werke. Das Material wird gestellt. Angebot von Getränken (bitte eigenen Becher mit Namen mitbringen!) und kleinen Snacks.

Teilnahmegebühr: 60,00 Euro (bei Anmeldung vor dem 1. Mai 2022: 50,00 Euro).
Verbindliche Anmeldung über unser online-Anmeldeformular, das zu finden ist
unter www.galerie-tuttlingen.de.

Gefördert durch die Firma Karl Storz  Logo KARL STORZ

Ein in der Sommerkreativwoche entstandenes Kunstwerk in Form eines Fischs.


Info für Lehrer*innen und Gruppenleiter*innen

Die Ausstellung KEITH HARING – POSTERS (17.9.–27.11.2022) bietet sowohl inhaltlich als auch stilistisch sehr spannende Inhalte für Kindergartengruppen und Schulklassen. Keith Haring (1958–1990) setzte sich mit seiner unverwechselbaren Bildsprache für Menschenrechte, u. a. für bessere Bildungschancen aller Kinder, ein. Er entwickelte eine klare Linienführung, um auch komplexe Sachverhalte verständlich darzustellen. Dabei sind seine Arbeiten keineswegs so einfach, wie es auf den ersten Blick scheinen mag. Beim Ausstellungsbesuch haben junge Teilnehmer*innen die Gelegenheit, die Bildstrategien des legendären Künstlers unter die Lupe zu nehmen.

Die Künstlerin und Pädagogin Ines Fiegert bereitet die Ausstellung für Ihre Gruppe in passenden Vermittlungsformaten für verschiedene Altersstufen auf, beteiligt Kinder und Jugendliche im Dialog und bietet Startmöglichkeiten zur gestalterischen Betätigung. Sie erhalten zudem Anregungen, wie sie im Unterricht an den Museumsbesuch anknüpfen können. Die Einheiten spielen sich in der Regel im Zeitraum einer Doppelschulstunde ab, können aber auch nach Absprache verkürzt oder verlängert werden.

Bitte wenden Sie sich mit Ihren Fragen, zur Vorabsprache der Inhalte und Modalitäten sowie zur Vereinbarung von Terminen (an Mittwochen und Donnerstagen) an uns (info@galerie-tuttlingen.de).

Kunstwerke der Kinder liegen auf dem Tisch; Sommerkreativwoche 2021

Führungen

Ausstellung Camill Leberer

  • Donnerstag, 17. März 2022, 16.00 Uhr

Ausstellung Karlheinz Müller

  • Donnerstag, 9. Juni 2022, 16.00 Uhr

Ausstellung Keith Haring

  • Donnerstag, 6. Oktober 2022, 16.00 Uhr
  • Donnerstag, 3. November 2022, 16.00 Uhr

Jahresausstellung 2022

  • Donnerstag, 8. Dezember 2022, 16.00 Uhr
Galerieleiterin Anna-Maria Ehrmann-Schindlbeck begleitet Kunstinteressierte durch die Ausstellungen und erläutert die gezeigten Werke.
(Zusätzliche Führungen auf Anfrage unter info@galerie-tuttlingen.de).