Künstlerinterview mit Daniel Erfle

Was ist im Video zu sehen?

Im Video ist Künstler Daniel Erfle in den Räumlichkeiten der Galerie zu sehen. Er sitzt und beantwortet verschiedene Fragen. Während er spricht werden Bilder seiner Werke eingeblendet.

Was wird im Video gesagt?

Wie kommen Sie zur Kunst?

Ja, die Kunst begleitet mich eigentlich schon mein ganzes Leben, hab’ eigentlich schon als Kind, soweit ich zurückdenken kann, immer gerne gemalt, gebastelt. Das war eigentlich so etwas, das mich immer beschäftigt hat. Und es gab mal eine Begegnung mit einer Künstlerin – da war ich vielleicht so zehn, elf Jahre alt – die war auch ausgebildete Künstlerin und die malte für meine Mutter mal verschiedene Bilder, und…da hab’ ich dann so nachgefragt…ja, hab’ das so erfahren, dass das eigentlich auch ein Beruf ist – Künstler – und das hat mich dann auch so nachhaltig beeindruckt und beeinflusst, dass ich mir das auch vorgenommen habe: Ich möchte eigentlich auch Künstler werden. Und daran habe ich eigentlich immer festgehalten.

Was ist das Wesentliche in Ihrer Kunst?

Ich denke, das Wesentliche für mich ist schon, den Raum zu bewegen, zu bearbeiten mit meinen Gedanken, die dann Form annehmen, und damit eigentlich ja auch eine Brücke zum Anderen eigentlich herzustellen: also eine Beziehung zwischen mir, den Dingen im Raum, den gemeinsamen Raum auch mit Menschen – den zu gestalten, so eine Art Form der Mitteilung. Ich verändere eine Grenze durch die Bildhauerei, durch das Formen. Und diese Veränderung der Grenze, die hat etwas zu bedeuten, die ist etwas Wesentliches, denn dann verschwinden diese Grenzen plötzlich und es wird alles zu etwas Neuem. Also eigentlich ist diese Grenze ein…vielleicht trägt man die immer so mit sich, diese Grenze – in sich. Und es sind jetzt schon 40 Jahre, dass ich mit Kindern und Jugendlichen künstlerisch arbeite und ich bereue das nicht, im Gegenteil: mich hat es auch immer wieder sehr inspiriert, ich kam mit den Kindern auch zur Theaterarbeit, mit der pädagogischen Arbeit, und die Theaterarbeit wiederum hat auch wieder sehr stark meine eigene künstlerische Arbeit beeinflusst, also eben auch: hat ja was mit Raum zu tun, Theater. Bildhauerei und Theater, finde ich, da gibt’s auch wieder solche Berührungspunkte.

Wozu brauchen wir Kunst?

Ganz allgemein ist Kunst – und damit nicht nur die bildende Kunst – sondern ganz allgemein, ich denke, es ist menschlicher Ausdruck, innere Vorgänge, innere Welten nach außen zu bringen und mitzuteilen. Das war schon immer was, was dem Menschen eigen ist bis zum heutigen Tag, und die Tatsache, dass es das einfach gibt, ist ja eigentlich schon Beweis genug, wie wichtig das eigentlich ist und es ist ja nicht totzukriegen. Es ist ein Grundbedürfnis. Ich glaub’, ohne – wie Nahrung – ohne Kunst kann der Mensch auch gar nicht existieren, auch wenn manche das vielleicht behaupten wollen oder behaupten, es sei unwichtig. Aber jetzt gerade in dieser Zeit spürt man das ja auch: wo ganz viele Dinge plötzlich fehlen und nicht mehr selbstverständlich sind, vermisst man das plötzlich und merkt: „Oh, da fehlt etwas ganz Wichtiges – etwas Elementares!“