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NATURSCHUTZGEBIET
BÄCHETAL

Möhringer Stausee

Das Bächetal zwischen Möhringen und Eßlingen ist das erste Naturschutzgebiet auf Tuttlinger Gemarkung. Bemerkenswert an dem rund 70 Hektar großen Schutzgebiet sind zum einen die Bachlandschaft in der Talaue sowie größere Trockenwiesen.

Das Gebiet wurde im Juli 2021 formell unter Schutz gestellt. Es beginnt gleich nach dem Möhringer Ortsende und reicht bis zur Eßlinger Mühle und auch noch ein Stück ins Tiefental hinein. Sein Herzstück ist der Möhringer Stausee, der in den 1920er-Jahren zur Stromgewinnung angelegt wurde, allerdings nie ans Netz ging.

Das Naturschutzgebiet Bächetal ist das Erebgnis eines gut 30-jährigen Prozesses-. Bis in die 1990er-Jahre war das Tal zu großen Teilen landwirtschaftlich genutzt, die Fläche ausgeräumt, der Krähenbach begradigt.

Letzteres führte immer wieder zu schweren Hochwassern in Möhringen, so dass die ersten Renaturierungsmaßnahmen gleichzeitg auch dem Hochwasserschutz dienten. Dies sorgte dafür, dass die verschiedenen Naturschutzprojekte von Beginn an eine hohe Akzeptanz in der Bevölkerung genossen. Über viele Jahre hinweg kaufte die Stadt Tuttlingen Flächen auf, änderte den Verlauf des Krähenbaches und pflanzte standorttypische Gehölze.

Wasserfläche im Naturschutzgebiet

Während die Renaturierung in den ersten Jahren vor allem vom Menschen geplant und umgesetzt wurde, gewann das Projekt ab der Jahrtausendwende eine gewisse Eigendynamik: Vor allem Biber sorgten dafür, dass große Teile der Talsohle geflutet wurden und so einen natürliche Auenlandschaft entstand. In dieser entwickelte sich ein beachtlicher Artenreichtum. So wurden unter anderem 24 verschiedene Libellenarten gezählt. Etwas abseits vom Wasser gibt es außerdem Magerrasen und blütenbunte Waldsäume mit Seltenheiten wie dem Gebirgshahnenfuß, dem Zwerg-Buchs oder dem Kreuzenzian.

Ab 2015 dokumentierten mehrere Gutachten den hohen ökologischen Wert des Bächetals, so dass es im Juli 2021 formell zum Naturschutzgebiet erklärt wurde.

Mittlerweile werden große Teile des Gebiets weitgehend sich selbst überlassen. Einige Wiesen in Bachnähe werden aber regelmäßig gemäht, um eine Verbuschung zu vermeiden. Es gibt aber weiterhin größere Flächen im Naturschutzgebiet, die land- und fortwirtschaftliche genutzt werden. Hierbei gelten aber strenge Auflagen – zum Beispiel ein Düngeverbot.

Trockenrasen im Naturschutzgebiet

Schon zu Beginn der Renaturierung begleiteten umweltpädagische Maßnahmen das Projekt. So wurde unter anderem ein Bacherlebnispfad angelegt, der allerdings durch die Aktitäten des Bibers mittlerweile zu großen Teilen geflutet ist. Ein neuer Erlebnispfad ist derzeit in Arbeit. Ergänzt werden soll dieser auch durch Online-Angebote.

Ein ausgeschildeter Wanderweg von Möhringen aus führt bereits heute durch große Teile des Naturschutzgebietes, weitere Wege werden erarbeitet.