Künstlerinterview mit Roland Martin

Was ist im Video zu sehen?

Im Video ist Künstler Roland Martin in den Räumlichkeiten der Galerie zu sehen. Er sitzt und beantwortet verschiedene Fragen. Während er spricht werden Bilder seiner Werke eingeblendet.

Was wird im Video gesagt?

Wie kommen Sie zur Kunst?

Soweit ich zurückdenken kann, habe ich immer gern gezeichnet und gebastelt und ich lernte eines Tages hier in Tuttlingen den Maler Hugo Geißler kennen und der hat gesagt: „Du gehst mit mir.“, und ich bin mit ihm mitgegangen auf den Witthoh, in die Natur, zum Zeichnen und er hat mich etwas angelernt. Und er hat mich dann dazu animiert, dass ich auf die Kunstschule nach Bernstein ging, die damals in Südwürttemberg–Hohenzollern eine private Einrichtung war, und er kannte den Leiter dort und hat mich dort hingeschickt. So kam ich auf die Kunstschule und bin dabeigeblieben.

Was ist das Wesentliche in Ihrer Kunst?

Ich möchte mit meiner Kunst die Natur nicht nur abbilden, sondern sie dahin verändern, dass sie den Menschen zum Nachdenken bringt, und möchte die Wirklichkeit auf eine ästhetische Ebene anheben – und möchte die Menschen abbilden, aber nicht so, wie sie sind, sondern so wie sie sein sollten. Das ist eigentlich mein Ziel.

Wozu brauchen wir Kunst?

Ich meine, die Gesellschaft braucht Kunst, wie der Mensch Wasser und Brot braucht. Die Gesellschaft, die keine Kunst hat, ist arm, es gibt diese Barbaren, wie man früher gesagt hat, erst die Kunst macht den Menschen zum Menschen. Und das ist ganz wichtig für die Gesellschaft, man braucht die Kunst zum Leben, so wie ein Tier Futter oder Wasser braucht. Das ist also auch mit ein Grund, warum sich der Mensch vom Tier unterscheidet – es gibt heitere Kunst, es gibt ernste Kunst, es gibt für jede Situation und jeden Gefühlsausdruck Kunst, und ohne Kunst ist das Leben einfach arm.