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Die Sammlung Sepp Gulde

Von der Kithara zur Konzert-Zither

Sepp Gulde und seine Sammlung

Über 50 Jahre sammelte der frühere Dirigent der Nendinger Musikkapelle Josef Gulde (1915-2002) Musikinstrumente. Alte Zithern stehen im Mittelpunkt der Sammlung. Akkord-, Gitarren- und Violinzithern sind in der reichhaltigen Kollektion vertreten. Zur didaktischen Ergänzung baute der Modellschreiner Sepp Gulde einige Instrumente nach. Seit Oktober 2000 ist ein Teil der Sammlung im 2. Obergeschoss des Rathauses in Möhringen zu sehen sein.

Der Name Zither leitet sich ebenso wie der der Gitarre aus dem griechischen „Kithara“ ab, woraus später „Chithara“ und dann „Zither“ wurde: Der Sammelbegriff Zither erfasst alle Instrumente, bei denen die Saiten parallel zum Resonator verlaufen. Im ausgehenden 19. Jahrhundert und in den ersten Jahrzehnten dieses Jahrhunderts fanden industriell gefertigte Zithern eine nie da gewesene Verbreitung. Die große Nachfrage regte eine eigentliche Konkurrenz unter den verschiedenen Herstellern an und brachte eine kaum bekannte Anzahl neuer Instrumentenerfindungen hervor. Sie wurden zum überwiegenden Teil in Deutschland hergestellt und waren überall erhältlich.

Nach dem zweiten Weltkrieg wurden die meisten Zithern gar nicht mehr produziert und verschwanden von der Bildfläche. Zudem veränderten sich die Feierabendgewohnheiten breiter Bevölkerungskreise: An die Stelle der Hausmusik traten zunehmend Radio und Fernsehapparat.