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Stadtradeln

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Was ist STADTRADELN überhaupt?

STADTRADELN ist ein Wettbewerb, bei dem es darum geht, 21 Tage lang möglichst viele Alltagswege klimafreundlich mit dem Fahrrad zurückzulegen. Das Radfahren bringt viele Vorteile mit sich, dazu zählen die Möglichkeit, privat oder beruflich kurze und mittlere Strecken ohne Stau und Parkplatzsuche zurückzulegen, natürlich auch der Spaß am Radfahren und die positiven Auswirkungen auf die Gesundheit. Die Initiatoren des STADRADELN vom Klimabündnis unterstreichen ebenfalls die gesamtgesellschaftlichen Vorteile, zu denen eine aktivere und gesündere Gesellschaft sowie eine Reduktion der Treibhausgasemissionen zählen. Dabei kommt Personen des öffentlichen Lebens, die eine gewisse Vorbildfunktion einnehmen, eine besondere Rolle zu.

In Tuttlingen sind das unsere STADTRADELN-Stars, Schulen, Unternehmen, Vereine und Parlamentarier, die das STADTRADELN jedes Jahr bundesweit zu einem Riesenerfolg führen. Tuttlingen beweist sich bundesweit als eine Stadt, in der die Bürgerinnen und Bürger das Potenzial des Radfahrens bereits stark ausschöpfen. Die Stadtverwaltung Tuttlingen investiert jedes Jahr verstärkt in den Radverkehr. Das STADTRADELN zeigt ebenso auf, welche Schwierigkeiten das Radfahren auf Tuttlinger Straßen mit sich bringt.

Ergebnisse für 2021 liegen vor

In 2021 hat Tuttlingen bereits zum vierten Mal am STADTRADELN teilgenommen. Nachdem die Tuttlinger 2018 als bester Newcomer in der Kategorie der Gemeinden bis 49.999 Einwohner*innen in den Wettbewerb gestartet sind, konnte 2019 der zweite Platz belegt und 2020 der Pokal mit knapp 680.000 geradelten Kilometern nach Tuttlingen geholt werden. Damit war das Ziel für 2021 klar: Titelverteidigung.

Im Vergleich zu 2020 sind sowohl die Teilnehmeranzahl (2.6002.500) als auch die geradelten Kilometer (680.000 537.000) und damit auch die CO2-Vermeidung (96 Tonnen 79 Tonnen) ein wenig rückläufig. Hauptgrund dafür war wahrscheinlich vor allem das Wetter und die Teilnahme von zahlreichen Gemeinden in der Region am STADTRADELN-Wettbewerb. Nun stellt sich die Frage, hat es trotzdem für die Titelverteidigung gereicht? Die Antwort ist: Ja! Dafür bedanken wir uns bei jedem, der zu diesem Erfolg beigetragen hat. Allerdings ist der Vorsprung von knapp 190.000 Kilometer auf knappe 30.000 Kilometer vor der Stadt Leer (Ostfriesland) zusammengeschrumpft! Das heißt für nächstes Jahr regenfeste Kleidung kaufen und auch bei schlechtem Wetter rauf aufs Rad (oder auf besseres Wetter hoffen), um wieder souverän an der Spitze zu stehen.

Ergebnisse Stadtradeln 2021

Siegerehrung STADTRADELN

Im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung, die aufgrund der Corona-Verordnung nur im begrenzten Teilnehmerkreis stattfinden konnte, wurden die STADTRADELN-Stars, die besten Radler*innen, Schulen, Firmen und private Teams geehrt. Dabei durften sich sowohl die Gewinner*innen der einzelnen Kategorien als auch die STADTRADELN-Stars über viele verschiedene Sachpreise freuen. An dieser Stelle möchten wir uns auch noch einmal ausdrücklich bei unseren Sponsoren der Aesculap AG, dem Zweirad-Center Nerz, der Kreissparkasse und dem Gränzboten bedanken, ohne die eine so erfolgreiche Teilnahme am STADTRADELN nicht möglich gewesen wäre.

Pressemitteilung Stadt Tuttlingen: Tuttlingen erneut beim Stadtradeln bundesweit auf Platz eins

STADTRADELN-Stars

Wem der Anspruch beim STADTRADELN noch nicht hoch genug ist, der kann die persönliche Herausforderung und seinen Beitrag für das Klima noch steigern – indem man zum STADTRADELN-Star wird. Die Sonderkategorie STADTRADELN-Star bietet die Möglichkeit, während der 21 Aktionstage kein Auto von innen sehen.

Auch beim STADTRADELN 2021 gibt es drei STADTRADELN-Stars: Während der drei STADTRADELN-Wochen werden Meike Reichle und Alexander Reichle-Schmehl sowie Guillermo Jennert nicht nur möglichst viele Kilometer zusammenradeln, sondern komplett auf das Auto verzichten. Allzu schwer wird dies den dreien allerdings nicht fallen.

Das sind unsere STADTRADELN-Stars 2021

Meike Reichle und Alexander Reichle-Schmehl mit ihren Fahrrädern.

Die motorisierte Laufbahn von Meike Reichle ist überschaubar. „Gegen Ende der Schule fuhr ich ein typisches Abiturientenauto, danach lange gar keines“, berichtet sie. Erst nach vielen Jahren der automobilen Abstinenz wurde sie vor zwei Jahren dann rückfällig – aus familiären Gründen: „Unsere Älteste war irgendwann zu groß, um sie in den Anhänger reinzufalten, aber noch zu klein, um selber längere Strecken zu radeln.“ Seither parkt ein Familienkombi vor dem Haus der Reichles im Koppenland – wobei es meist beim Parken bleibt. „Wir fahren vielleicht 3000 Kilometer im Jahr“, sagt Meike Reichle. Ihr Mann Alexander Reichle-Schmehl besitzt erst gar keinen Führerschein. „Er ist in Frankfurt aufgewachsen – da braucht man kein Auto.“

Für die Reichles sind es vor allem ökologische Gründe, die für den weitgehenden Verzicht aufs Auto sprechen. Während der drei Stadtradel-Wochen werden sie es dann komplett stehen lassen. In Mobilitätsfragen sind die Reichles Überzeugungstäter, die ihr Leben auch konsequent danach ausrichten: So haben sie sich zum Beispiel ganz bewusst für ein Haus im Koppenland entschieden, weil von da aus die meisten Ziele ohne große Steigungen erreichbar sind – auch der Arbeitsplatz von Alexander Reichle-Schmehl bei Marquardt in Rietheim. Meike Reichle arbeitet als Entwicklerin im Homeoffice.
 
„Die drei Wochen ganz ohne Auto machen uns keinen Stress“, ist sich Meike Reichle sicher. Die Gelegenheiten, für die sie sonst den Wagen nutzen, lassen sich auch anders organisieren – zum Beispiel durch eine Änderung der Freizeitplanung. „Dann wandern wir eben wieder mehr direkt bei Tuttlingen.“ Und auch im Alltag sieht sie im Auto-Verzicht keine Nachteile. „Wenn ich Staus und Parkplatzsuche mit einrechne, bin ich in Tuttlingen mit dem Rad meist schneller.“
Guillermo Jennert mit gelbem Trikot und Helm

Während bei Familie Reichle das Verhältnis zum Automobil noch nie besonders ausgeprägt war, war der dritte Stadtradel-Star Guillermo Jennert früher ausgeprägter Autofan: „Ich bin sehr gern gefahren – und war vor allem begeistert von Formel-1 und DTM“, berichtet er. Mittlerweile macht ihm das Fahren weniger Spaß – zu voll seien die Straßen, zu stressig das Ganze. Eine Hybrid-A-Klasse von Mercedes steht trotzdem in seiner Garage. „Meist fährt aber meine Frau“, berichtet er, „und auch das nur ein paar tausend Kilometer pro Jahr.“ Den Weg zur Arbeit bei Aesculap legt der Spaichinger ohnehin am liebsten per Fahrrad zurück, und für Einkäufe wird er während der drei Stadtradel-Wochen dann komplett auf seinen Fahrrad-Anhänger zurückgreifen.
 
Neben dem Umweltaspekt spricht für Jennert vor allem das persönliche Wohlbefinden fürs Fahrrad: „Es gibt nichts Entspannenderes, als vor oder nach der Arbeit 15 Kilometer auf dem Rad zu fahren.“