Stadtradeln

Bild von einem Kind auf dem Fahrrad
Mit dem Rad durch die Stadt: Ab 29. Juni werden im Rahmen des Stadtradelns wieder alle Kilometer der Teilnehmenden gewertet.

Trotz Corona: Tuttlingen ist auch 2020 beim Stadtradeln mit dabei. In diesem Jahr werden in der Zeit vom 29. Juni bis 19. Juli 2020 alle Radfahrten gewertet. Eine Anmeldung ist ab sofort möglich.
 
Keine Auftaktveranstaltung und auch kein Begleitprogramm – das Stadtradeln 2020 passt sich den Gegebenheiten der Corona-Krise an. Aber immerhin: Es findet statt, auch in Zeiten, in denen die meisten anderen Veranstaltungen ausfallen. Schließlich kann man beim Stadtradeln auch mitmachen, ohne engen Kontakt zu seinen Zeitgenossen einzugehen.
 
„Dass das Stadtradeln 2020 allen Widrigkeiten zum Trotz stattfindet, freut mich sehr“, so OB Michael Beck, „denn das Stadtradeln steht für Nachhaltigkeit und Klimaschutz – Themen also, die durch die alles überlagernde Corona-Krise in den letzten Monaten in den Hintergrund geraten sind, obwohl sie nichts von ihrer Dringlichkeit verloren haben.“ Denn das Stadtradeln ist bekanntermaßen mehr als nur ein Wettbewerb, bei dem es um Platzierungen und Punkte geht: Es ist eine Aktion, die das Fahrrad als Verkehrsmittel für den Alltag attraktiver machen und so auch das Bewusstsein für eine andere Mobilität schärfen soll.
 
Die Regeln sind die gleichen wie in den vorigen Jahren: Wer sich registriert und die entsprechende App auf sein Handy installiert, trägt während der drei Stadtradel-Wochen mit jedem geradelten Kilometer zum Gesamtergebnis der Stadt bei. Und je mehr Kilometer dabei zusammenkommen, desto höher steigt Tuttlingen im landes- und bundesweiten Ranking der Stadtradel-Städte. Darüber hinaus können sich Firmenteams, Schulen, Vereine oder andere Zusammenschlüsse auch wieder in Gruppenwertungen messen. Wer kein Handy hat, kann trotzdem mitmachen und seine Kilometer auf der Internetseite eintragen oder auch ganz analog mittels Erfassungsbögen.
 
Veranstalter des Stadtradelns ist das Klima-Bündnis, ein im Jahr 1990 gegründetes europäisches Netzwerk von Städten, Gemeinden und Landkreisen, die sich verpflichtet haben, das Weltklima zu schützen. Mehr als 1 700 Mitgliedskommunen aus 27 europäischen Ländern – darunter auch Tuttlingen – gehören dem Bündnis derzeit an.

Stadtradeln-Stars

Wem der Anspruch beim diesjährigen Stadtradeln noch nicht hoch genug ist, der kann die persönliche Herausforderung und seinen Beitrag für das Klima noch steigern – durch einen hundertprozentigen Umstieg auf das Rad.

Ziel vom Stadtradeln ist es, beruflich und privat möglichst viele Wege mit dem Rad zurückzulegen. Die Sonderkategorie Stadtradeln-Star bietet die Möglichkeit, noch einen Schritt weiter zu gehen – denn Stadtradeln-Stars dürfen die 21 Aktionstage am Stück kein Auto von innen sehen.

Jede der teilnehmenden Kommunen kann bis zu fünf Stadtradeln-Stars anmelden.


Stadträtin Katja Rommelspacher sitzt auf ihrem Lasten-Fahrrad am Donauufer

Für Tuttlingen hat sich bereits Katja Rommelspacher zur dreiwöchigen Autofreiheit verpflichtet. So beschreibt die ehrenamtlich als Gemeinderätin tätige Hebamme ihre Motivation:
 
"Als freiberufliche Hebamme bin ich viel unterwegs und fahre von einem Hausbesuch bei einer frischgebackenen Familie zum nächsten. Da können schon mal 250 oder mehr Kilometer in einer Woche zusammenkommen.

Seit ich mein Lasten-E-Bike habe, lege ich schon viel mehr Wege mit dem Rad zurück und stelle fest, dass es das Auto sehr oft ersetzen kann, auch wenn schwere Dinge zu transportieren sind. In Zeiten des Klimawandels ist es auch mir wichtig, das eigene Verhalten zu überdenken und nicht immer mit dem Auto zu fahren.

Außerdem macht das Radeln durch unsere wunderschöne Umgebung an der frischen Luft einfach viel mehr Spaß, morgens kommt man frisch und wach an, zwischendurch ist es gut zum Entspannen und ist ganz nebenbei besser für die eigene Gesundheit.

Deswegen möchte ich die drei Wochen Stadtradeln nutzen und mich der Herausforderung stellen, ganz ohne Auto auszukommen."


Florian Rieß mit seinem Fahrrad an der Donau

Auch Florian Rieß aus der Abteilung Jugend möchte sich der Herausforderung stellen. Er möchte vor allem ein gutes Beispiel für viele junge Menschen sein:

„Bei keiner anderen Erfindung ist das Nützliche mit dem Angenehmen so innig verbunden, wie beim Fahrrad.“ (Adam Opel)
 
"Nachdem ich bereits beim Stadtradeln 2019 drei Wochen lang auf Auto, Motorrad und Co verzichtet hatte, habe ich dieses Jahr gemeinsam mit meinen Kolleginnen und Kollegen der Abteilung Jugend das Team „Jugend Tuttlingen“ gegründet. Um das Ganze zu unterstreichen habe ich mich dazu entschieden „Stadtradelstar“ zu werden und mit gutem Beispiel voranzugehen, junge Menschen zu inspirieren und zu motivieren.
 
Da Radfahren schon seit vielen Jahren eine große Rolle in meinem Leben spielt, ist es eine tolle Sache, wenn man seine Leidenschaft, die Arbeit und einen guten Zweck so vereinen kann.
 
Alle jungen Menschen und Unterstützer der Jugendarbeit sind herzlich eingeladen, sich dem Team „Jugend Tuttlingen“ anzuschließen – lasst uns gemeinsam ein Zeichen setzen!"


Jens Metzger mit serinem Fahrrad
 
Jens Metzger möchte sich auch der Herausforderung "Stadtradeln-Star 2020" stellen:

"Für mich ist das Fahrrad eine der besten Erfindungen der Menschheit – vielleicht sogar die beste.

Es bringt uns von A nach B, verschmutzt nicht die Umwelt, ist vergleichsweise günstig, kann selbst von Kindern gefahren werden, es ist platzsparend und leicht, einfach zu transportieren, hält seine*n Fahrer*in fit  und mit einem kleinen bisschen technischen Verständnis kann man es auch noch selbst reparieren.

Damit birgt es gegenüber dem Auto schon viele Vorteile. Denn dieses verschmutzt die Umwelt, ist teuer, steht im Schnitt 23 Stunden am Tag auf extra angelegten Parkplätzen, wiegt ein Vielfaches von seinem Fahrer, kann nur durch besondere Fahrzeuge transportiert werden, macht seine*n Fahrer*in träge und kann mittlerweile meist nur noch in Fachwerkstätten repariert werden.

Ich selbst besitze aus diesen Gründen auch kein Auto und benutze für meinen täglichen Weg zur Arbeit in die Holzmanufaktur Rottweil, sowohl Fahrrad als auch Zug.
Die Umstellung, die ich durch Stadtradeln also habe ist die, dass ich auf den Zug verzichte. Bereits im letzten Jahr habe ich so einiges an Strecke geschafft und dieses Jahr bin ich nun umso motivierter. Besonders freut es mich, dass auch mein Betrieb mein Unterfangen Stadtradeln-Star zu werden unterstützt. Denn im Schreiner-Handwerk ist das Auto derzeit leider unverzichtbar. Und für meinen Betrieb bedeutet es dementsprechend, dass ich nur in der Werkstatt, nicht aber auf Montage eingesetzt werden kann. Auch für mich bedeutet Stadtradeln in diesem Jahr, dass ich früh aufstehen muss um pünktlich um 6.00 Uhr bei der Arbeit zu sein.

Ich hoffe jedoch, dass ich damit zu einem Bewusstseinswandel in der Wahl unseres Transportmittels beisteuern kann und ich bin mir sicher, dass Tuttlingen auch in diesem Jahr wieder viele tausende Fahrradkilometer auf den Zähler bringt."


Weitere Information zum Stadtradeln-Star gibt es hier www.stadtradeln.de/star