Künstlerinterview mit Maria Magel

Was ist im Video zu sehen?

Im Video ist Künstlerin Maria Magel in den Räumlichkeiten der Galerie zu sehen. Sie sitzt und beantwortet verschiedene Fragen. Während sie spricht werden Bilder ihrer Werke eingeblendet.

Was wird im Video gesagt?

Wie kommen Sie zur Kunst?

Nun, wie bin ich zur Kunst gekommen? Als kleines Kind bereits wurde ich vom Elternhaus sehr gefördert: meine Eltern haben im Rahmen dessen, was damals eben möglich war, mich unterstützt. Ich denke heute noch dran: man hat damals kaum Arbeitsmaterial gehabt, also Papier war sehr kostbar und das größte Papier, was ich dann zu fassen bekommen hab’ war aus den Tapetenbüchern – also aus den Musterbüchern die einzelnen Seiten. In der Schule, also vor allem in der Unterstufe vom Gymnasium, hatte ich einen Kunsterzieher, den Herrn Müller-Ortloff , den ich sehr geschätzt habe, offensichtlich er mich und meine Arbeit auch und für mich war ein absolutes Highlight, dass er von mir eine Arbeit kaufen wollte – das empfand ich da als absolute Auszeichnung. Nebenbei gab’s in Friedrichshafen einen Künstler, der für mich die große, weite Welt war, das war der André Ficus, der kam damals von Berlin nach Friedrichshafen und hatte so was ganz anderes als die „Häfler“ da hatten. Auf jeden Fall bekam ich zum Abi damals – 1964 war das glaub’ ich – den Kunstpreis der Stadt Friedrichshafen überreicht und für mich war’s eigentlich so, dass ich schon gerne Kunst studiert hätte, also den Weg so in die freie Kunst beschritten hätte.

Was ist das Wesentliche in Ihrer Kunst?

Also, hauptsächlich liegt mein Schwerpunkt in der bildhauerischen Arbeit und ich hab’ gemerkt, es geht mir doch meistens heute darum, irgendwelche Teile, sag’ ich jetzt, der menschlichen Figur herauszunehmen, als Torso, also sowohl einen Körper, bewusst als Torso geplant, als auch…ich habe eine Zeit lang nur Füße gemacht oder nur Hände oder nur Köpfe, das bedeutet aber nicht, dass ich den ganzheitlichen Körper vernachlässige, also insgesamt sehe ich den schon, aber ich spüre, dass ich mich lieber auf einen Teil richtig konzentriere. Ja, und ich nehme jetzt die Arbeit, die hier ausgestellt ist, das war eine Arbeit aus einer ganzen Reihe für mich – Schulterstücke – die sehr konstruktivistisch angelegt waren: also Ausgangspunkt der menschliche Körper, und bei den Schulterstücken hab’ ich eben so diese Partie hier genommen und nicht realistisch abgebildet, sondern versucht, aus konvex-konkaven Formen einen Körper zu bauen, der aber schon an den menschlichen Körper weiter erinnert. Ich brauche eine ganz ganz konkrete Form und eine gespannte Fläche und für mich wäre jetzt das Zerfließende von einem Aquarell oder das ganz Weiche – das wäre einfach nicht meins. Also ich entscheide mich dann für eine Form und so hat sie zu sein.

Wozu brauchen wir Kunst?

Also für mich ist ein Leben ohne Kunst insgesamt überhaupt nicht vorstellbar. Also ich denke ohne das ist eigentlich ein gesellschaftliches Miteinander überhaupt nicht möglich.