Wohnen, Freizeit und Verkehr: 120 Bürger diskutieren über Möhringens Entwicklung


Wie könnte die Lebensqualität in Möhringen verbessert werden? Mit dieser Frage befassten sich am Mittwoch, 20. Juli, rund 120 Bürgerinnen und Bürger im Rahmen der Zukunftskonferenz in der Angerhalle. Die Veranstaltung war Teil einer umfassenden Bürgerbeteiligung zur weiteren Entwicklung des Stadtteils.

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Angeregte Gespräche: In vier Kleingruppen diskutierten die Bürger die Ideen für die weitere Entwicklung Möhringens.

120 Besucher, und dies an einem heißen und sonnigen Sommerabend, bei dem im Inneren der Halle teils Saunatemperaturen herrschte – über diesen regen Zuspruch freute sich auch Ortsvorsteher Herwig Klingenstein: „Es zeigt, wie groß das Interesse ist, sich an der Gestaltung der Heimatgemeinde zu beteiligen“, erklärte er.

Hintergrund der von Friedrich Hachenberg vom Büro Stadt   Land plus moderierten Veranstaltung: Parallel zur weiteren Entwicklung des Gewerbegebiets Gänsäcker soll generell untersucht werden, wie Möhringen als Wohnort weiter aufgewertet werden kann. Im Vorfeld zur Zukunftskonferenz gab es dazu bereits mehrere Konzepte und Überlegungen, die zum Auftakt der Veranstaltung vorgestellt wurden. So nannte Timo Buff vom Büro Sippel und Buff eine Neuauflage der Ortskernsanierung, Wohnungsbau in der Marktgasse, auf dem Kronenareal und am Mühlberg, ein Mehrgenerationenhaus im Alten Bad- und Waschhaus sowie eine Verlegung der Tennisplätze zu Gunsten eines Wohngebiets als mögliche Schwerpunkte, ebenso eine Aufwertung des Angerparks sowie des Sport- und Fitnessparks. Denkbare Starterprojekte könnte eine Donaubrücke am Angerpark, ein Steg zum Nägelesee oder ein Verkehrskonzept fürs Bächetal sein.

Simone Jung von Wüstenrot ging auf die Stärken und Schwächen des Stadtkerns ein: Dem historischen Ortsbild und der guten Verkehrsanbindung stünden Stellplatzmangel und ein hoher Sanierungsbedarf an Gebäuden, die nur schwer auf heutigen Standard zu bringen seien, gegenüber.

Fachbereichsleiter Michael Herre setzte sich mit Verkehrsfragen auseinander. Der Durchgangsverkehrs laufe bereits jetzt über die B 311 (“Möhringen hat schon eine Umgehungsstraße“), ein Thema sei aber immer wieder die Straße durchs Bächetal. Hier sei aber weniger das Verkehrsaufkommen als einzelne Raser das Problem: Mit rund 11 000 Fahrzeugen pro Woche sei die Straße schwach befahren – allerdings kommen einzelne Spitzenreiter auf über 140 Stundenkilometer. Hier müsse man überlegen, ob die Straße nicht von der Stadt übernommen werde – dann könne man entsprechend reagieren, zum Beispiel durch eine Einbahnregelung oder partielle Sperrungen.

Tim Kaysers vom Büro Planstatt Senner ging auf touristische Potenziale, allen voran die Donauversickerung, ein. Hier stehe mit der geplanten Donaufurt bereits eine Aufwertung an, denkbar seien auch ein Geologierundweg oder Landmarken, die von der Bundesstraße aus sichtbar sind.
Die Zukunftskonferenz war der Auftakt zu mehreren Veranstaltungen. Mehr ins Detail geht es beim Workshop, der am 22. September, voraussichtlich im alten Bad- und Waschhaus in der Marktgasse 24, stattfinden soll. Außerdem kündigte Ortsvorsteher Klingenstein nach Abschluss des Prozesses eine erneute Bürgerumfrage zum Thema Gänsäcker an.  

Anmeldungen für den Workshop am 22. September nimmt das Rathaus Möhringen unter Tel.: 07462/9482-0 oder rathaus.moehringen@tuttlingen.de entgegen. Folgende Themengebiete stehen zur Auswahl:

1.    Kulturlandschaft, Tourismus und Naherholung
2.    Mobilität, Infrastruktur
3.    Soziales, Kultur und Miteinander
4.    Siedlung Innenentwicklung

Anmeldungen, die an der Zukunftskonferen am 20. Juli in der Angerhalle erfolgten, sind bereits erfasst. Eine weitere Anmeldung ist nicht erforderlich.

Ideen aus der Bürgerschaft

In vier Arbeitsgruppen trugen die Bürgerinnen und Bürger Wünsche und Anregungen zusammen. Hier eine Auswahl:

Gruppe 1 – Innenentwicklung Möhringens
- Auf Eigentümer leerstehender Gebäude zugehen und Leerstandskataster anlegen
- Neue Wohnformen für Senioren, Seniorenwohnen auf dem Kronen-Areal
- Hotelkapazitäten erweitern
- Gründerzentrum einrichten
- Ärztehaus und andere Projekte zur Daseinsvorsorge verfolgen
- Zukunft der Grundschule sichern
- „Hecht“ zu Café oder Treffpunkt umbauen

Gruppe 2 – Mobilität und Daseinsvorsorge
- Eßlinger Straße beruhigen oder zeitweise sperren
- Mehr Verkehrsberuhigung
- Tempo 30 in der Mittleren Gasse
- Mobilitätskonzept und Stärkung des ÖPNV
- Breitbandversorgung
- Lleistungsfähige Mobilfunkanbindung

Gruppe 3 – Soziales Miteinander
- Treffpunkt für Jugendliche
- Generationentreff im Alten Bad- und Waschhaus
- Wohnprojekte für Senioren
- Konzertmuschel im Angerpark aufwerten
- Mehr Vereinsnutzung in der Angerhalle
- Bürgerbörse für Ehrenamtliche

Gruppe 4 – Natur und Tourismus
- Touristische Stärken besser vermarkten – sowohl als Angebote für Touristen als auch für Einwohner
- Ortseingänge aufwerten
- Rundweg um die Donauversickerung verbessern
- Premium-Wanderweg zertifizieren
- Zeltplatz für Radwanderer anlegen
- Donau sichtbarer machen
- Villa Rustica erlebbar machen
- Wildgehege aufwerten
- Skateranlage bauen
- Wasserturm am Mühlberg als Landmarke gestalten

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