Führung mit Gunda Woll durch die Ausstellung „Lager Mühlau 1942 - 1955“


pm2014-268_Fuehrung_Ausstellung_1000 Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene, Flüchtlinge, Heimatvertriebene – All diese Menschen verbindet das ehemalige Lager Mühlau, in dem sie untergebracht wurden. Die Museumsleiterin Gunda Woll führt Gäste und Interessierte am kommenden Donnerstag, 28. August, durch die Ausstellung „Lager Mühlau 1942 – 1955“ im Fruchtkasten und erzählt die Geschichte hinter dem Lager.
 
Noch bis 14. September ist die Ausstellung im Fruchtkasten zu sehen, die parallel zum Gedenkpfad „Lager Mühlau“ auf die Beine gestellt wurde. Am kommenden Donnerstag um 16 Uhr lässt Gunda Woll, Leiterin des Museums, die Geschichte des Lagers bei einer Führung durch die Ausstellung noch einmal lebendig werden.
 
Die Schau beschäftigt sich mit der Geschichte des Barackendorfes Mühlau, das während des Krieges für aus der Ukraine verschleppte Zwangarbeitende von der Barackenlager GmbH angelegt wurde. Nach dem Kriegsende 1945 nutzten die einmarschierten Franzosen die vorhandenen Baracken, vergrößerten das Areal auf 12,3 Hektar umbaute Fläche und errichteten weitere Baracken. Damit wurde es zu einem der größten Transit- und Entlassungslager für deutsche Kriegsgefangene in der französischen Zone ausgebaut. Über 300 000 ehemalige Soldaten erhielten hier ihre Entlasspapiere.
 
Ende 1948 wurden alle Kriegsgefangene, die sich in französischem Gewahrsam befanden, entlassen. Die vorhandenen Baracken wurden jetzt als Kreisdurchgangslager für Flüchtlinge und Heimatvertriebene, als Lager für Displaced Persons (Ausländer, die nicht in ihre Heimat zurück wollten oder konnten) sowie als „Bureau de Contrôle et Démobilisation“ (Entlasslager für Russlandheimkehrer) genutzt.
 
Fotos des Geländes, Gemälde aus der Lagerkirche, ein Video mit Interviews und zahlreiche Objekte illustrieren die facettenreiche Geschichte des Lagers und vermitteln Einblicke in die Kriegs- und Nachkriegsgeschichte.