Helge Leibergs Inferno-Bilder in der Galerie - Performance zur Vernissage


Bilder zu Dantes Inferno gibt es den Sommer über in der Galerie der Stadt Tuttlingen zu sehen. Die Ausstellung, die dem in Berlin lebenden Künstler Helge Leiberg gewidmet ist, eröffnet am Freitag, 26. Juli, um 19 Uhr. Die Ausstellung wurde gefördert durch die Firma Karl Storz.

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Helge Leiberg, Inferno, Tusche auf Bütten, 76 x 108 cm (Foto Künstler)

Unter dem Motto „Einmal Hölle und zurück“ präsentiert Leiberg in Tuttlingen ausschließlich neu entstandene Bilder zur „Göttlichen Komödie“, dem Hauptwerk des italienischen Dichters Dante Alighieri (1265-1321), das in seiner bildreichen Sprache und durch seine existentielle Sinndimension seit Jahrhunderten Künstler zur Auseinandersetzung herausgefordert hat. Wie die meisten bisherigen Illustratoren der „Göttlichen Komödie“, zu denen unter anderem Sandro Botticelli, Eugène Delacroix, Gustave Doré, Auguste Rodin, Salvador Dali und Robert Rauschenberg gehören, befasst sich auch Helge Leiberg mit dem Teil des Infernos.

Im Zentrum von Helge Leibergs Arbeit steht die menschliche Figur in Bewegung. Durch den spontanen Pinselstrich, Charakteristikum seiner Malerei und Zeichnung, fängt er diese, mit scheinbarer Leichtigkeit und einprägsam wie eine Chiffre, ein. Wie bei Helge Leiberg die impulsive Strichführung Form und Ausdruck eine kraftvolle Einheit finden, kann der Besucher später am Abend live miterleben, denn Helge Leiberg ist einer der wenigen Künstler, die sich beim Akt des Malens zusehen lassen. Im Rahmen des Galeriefestes, zu dem der Kunstkreis Tuttlingen e.V. und die Galerieleitung im Anschluss an die Vernissage einladen, führt er gemeinsam mit dem Musiker Lothar Fiedler (E-Gitarre) und der Tänzerin Cornelia Widmer eine Performance auf, in der Malerei, Musik und Tanz zusammenwirken.

Helge Leibergs Gemälde und Zeichnungen zu Dantes Infer-no zeichnen sich aus durch Anlehnung an den Text bei gleichzeitiger Interpretation der zeitlosen Eigenschaften des Menschlichen aus zeitgenössischer Warte. Einen für den heutigen Leser nicht einfach zu lesenden Text übersetzt er in eine expressive und eingängige bildliche Sprache, die die bei Dante beschriebenen ewigen Herausforderungen des Menschen mit Leidenschaft nachempfinden.

Helge Leiberg (Jahrgang 1954) studierte zwischen 1973 und 1978 bei Gerhard Kettner an der Hochschule für Bildende Künste Hochschule Dresden. Seither ist er freiberuflich als Maler, Zeichner und Bildhauer tätig. Er beschäftigt sich auch mit der Kombination verschiedener Medien (Musik, Film, Tanz, bildende Kunst). Außerdem widmete er sich intensiv der Herstellung originalgrafischer Bücher, vor allem mit den Texten befreundeter Autoren. Mit Michael Freudenberg und A.R. Penck gründete er 1979 eine Malerband und begann die bis heute währende Zusammenarbeit mit dem Gitarristen Lothar Fiedler. 1984 wurde er nach Westberlin ausgebürgert. 1990 gründete er mit Lothar Fiedler, Dietmar Diesner und Norika Wada die Performance-Gruppe GOKAN, bei der zunehmen zum von ihm entwickelten Noise-Painting überging. Es folgten Performances mit Christa Wolf, Corinna Harfouch, Peter Lohmeyer u. a. Leiberg hatte zahlreiche Einzelausstellungen im In- und Ausland und seine Arbeiten befinden sich in öffentlichen Museen und privaten Sammlungen.