Unmögliches im Alltag: Arbeiten von Jürgen Heinert in der Galerie der Stadt Tuttlingen


Die Galerie der Stadt Tuttlingen zeigt ab 19. Oktober 2007 die Ausstellung "Jürgen Heinert - Nicht wissen, wohin es geht - Objekte, Fotografie, Film".

Jürgen Heinert

Wenn sein kann, was nicht sein darf: Die Kunst des in München lebenden Jürgen Heinert lässt Dinge real erscheinen, die man für unmöglich hält. Keine großen Wunder, sondern die kleinen, vertrauten Dinge des Alltags, an denen wir achtlos vorbeizugehen pflegen, ziehen unsere Aufmerksamkeit in Bann - denn sie sind ganz anders, als wir sie zu sehen gewohnt sind.

Jürgen Heinerts Arbeiten haben sich in Räumen und im Freien eingenistet, an Zimmerecken, Säulen, Deckenkassetten, in Bäumen und Pfützen. Man muss manchmal schon genau hinsehen und -hören, um sie zu entdecken.

Jürgen Heinert, geboren 1970, studierte von 1994-2001 an der Akademie der Bildenden Künste München und erhielt bereits in den 90er Jahren zahlreiche Stipendien und Auszeichnungen, darunter für ein Kunststudium an der Parsons School of Design in New York. 2002 war er mit einem DAAD-Stipendium in den Niederlanden sowie Projektstipendiat der Stadt München; 2005 wurde er mit dem Kaufbeurer Kunstpreis geehrt. Seine Ausstellungen führten ihn unter anderem vom Centrum Beeldende Kunst Rotterdam über den Cuxhavener Kunstverein bis ins Haus der Kunst in München und die Kunsthalle Wien.

In den Medien Objektkunst, Installation, Fotografie und Film macht Heinert Existentielles und Poetisches sichtbar, ausgehend von Vorgefundenem bis hin zu surrealen Motiven. Mit Witz und Satire begegnet er Gewohnheiten oder dem Freiheitsstreben der Menschen. Fast immer schwingt dabei ein melancholischer Unterton mit.

Der Künstler legt bisweilen den Finger auf die Wunde, aber niemals belehrend, immer mit Understatement, so dass man die Wunde selbst erst nach einigem Nachdenken entdeckt. Augenzwinkernd stellt er Bezüge zu bedeutenden künstlerischen Positionen des 20. und 21. Jahrhunderts her. Heinerts Arbeiten bereiten Vergnügen beim Anschauen, und dabei fordern sie wie beiläufig zu philosophischem Hinterfragen heraus.

INFO:

Eröffnung der Ausstellung ist am Freitag, 19. Oktober, um 19 Uhr. Die Ausstellung dauert bis 18. November 2007, eine Führung ist am Dienstag, 6. November 2007, um 18 Uhr. Es erscheint ein Katalog zur Ausstellung.