Kindergärten, Schulen, Straßen


143 Millionen Euro wird Tuttlingen im kommenden Jahr ausgeben. Wohin das Geld genau fließen soll, empfahlen am Montag die Mitglieder des Verwaltungs- und Finanzausschusses, die dem Entwurf der Verwaltung einstimmig zustimmten. Den formellen Beschluss wird der Gemeinderat am 16. Dezember fällen.

Kindergärten, Schulen, Sport und Kultur, aber auch Straßen und Verkehr – das sind traditionell die Bereiche, in denen Kommunen einen Großteil ihrer laufenden Ausgaben haben. Auch in Tuttlingen spielen diese Themen eine große Rolle. Hier ein paar Beispiele:
  • Für Kindergärten und Krippen gibt die Stadt 16,6 Millionen Euro aus – dem stehen 5,7 Millionen Euro an Landeszuschüssen gegenüber. Die Elternbeiträge decken lediglich rund 900 000 Euro ab, so dass die Stadt aus eigenen Mitteln rund 9 Millionen Euro aufbringen muss. Finanziert werden davon neben den Gehältern der Erzieherinnen auch der Unterhalt der Gebäude.
  • Obwohl Schulen in erster Linie Landessache sind und das Land auch die Lehrerinnen und Lehrer komplett bezahlt, muss Tuttlingen in diesem Bereich 9,9 Millionen Euro aufwenden. Aus Landes- und anderen Zuschüssen fließen 4,1 Millionen an die Stadt, aus eigenen Geldern bleiben aber immer noch rund 5,8 Millionen, die für den Gebäudeunterhalt, die Gehälter der Sekretärinnen und Hausmeister und auch Mobiliar, EDV und Lehrmittel anfallen. Hinzu kommen sämtliche Investitionen in Schulbauten – in diesem Jahr 9,9 Millionen Euro. Diese Summe erklärt sich in erster Linie durch die Sanierung der Gymnasien – hier wird 2020 eine erste Rate über rund 9 Millionen Euro fällig.
  • Die Jugendarbeit wurde in den letzten Jahren konsequent ausgebaut – vor allem im Bereich Schulsozialarbeit. Im Haushalt schlägt sich dieser Posten mit 1,1 Millionen Euro nieder – vor allem für das Personal.
  • 7,1 Millionen sind für den Bereich Kultur und Sport veranschlagt. Finanziert werden dadurch Einrichtungen wie die Museen, das Archiv, die Stadtbibliothek und die Galerie, aber auch die Musikschule. Der Unterhalt sämtlicher Sportstätten fällt ebenfalls in diesen Etat – auch die Anschaffung von Ausrüstungen wie zum Beispiel ein Traktor zur Rasenpflege. Nicht in diesem Etat enthalten sind übrigens die Kosten für die Stadthalle. Da diese als kommunaler Eigenbetrieb läuft, wird deren Abmangel separat verrechnet: Dies sind in diesem Jahr 2,5 Millionen Euro, die vor allem aber für den Unterhalt und die Abschreibung des Gebäudes anfallen.
  • Der Brandschutz kostet die Stadt 1,3 Millionen Euro. Darin enthalten sind Anschaffung – zum Beispiel Bekleidung – der Unterhalt der Fahrzeuge und die Gehälter der mittlerweile fünf Festangestellten im Feuerwehrdienst.
  • 280 Kilometer Straßen gehören der Stadt Tuttlingen – und deren Unterhalt kostet rund 1,7 Millionen Euro. Dazu kommen die Kosten für Reinigung und Winterdienst – sie liegen bei 1,7 Millionen Euro. Ins Geld geht übrigens auch die Straßenbeleuchtung: Hier rechnet man mit Energiekosten von 1800 Euro pro Kilometer – übrigens 300 Euro weniger als noch im Vorjahr. Der zunehmende Einsatz von LED zahlt sich aus.
  • Tuttlingen betreibt zwar kein eigenes ÖPNV-Netz, beteiligt sich aber an den Kosten von TUTicket. 440 000 Euro werden hierfür an den Landkreis überwiesen. Zusammen mit Personalkosten wendet die Stadt für den Nahverkehr 520 000 Euro auf.