Grabungsfeld Gänsäcker

Von 2019 bis 2023 fanden im Stadtteil Möhringen umfassende archäologische Grabungen statt. Anlass war die Erschließung des künftigen Gewerbegebiets Gänsäcker. Da bereits frühere Auswertungen von Luftbilder eindeutige Hinweise auf einen römischen Gutshof geliefert hatten, wurde der gesamte Bereich gründlich untersucht.

Unter der Federführung des Landesdenkmalamtes waren verschiedene Ausgrabungsteams vor Ort. Dabei fanden sie deutlich mehr als angenommen. Vor allem gibt es eindeutige Belege, dass dieser Bereich von der Jungsteinzeit bis ins frühe Mittelalter durchgehend besiedelt war. Erst während des Hochmittelalters entstand am anderen Ufer der Donau die heutige Stadt Möhringen.

Auf der Grundlage der Funde hat das Landesamt für Denkmalpflege (LAD) im Regierungspräsidium Stuttgart einen Film produziert. Er zeigt in animierter Form, wie sich Geologie, Natur und Besiedlung im Laufe der Jahrtausende entwickelt haben.

Fälle einer solchen durchgehenden und gut dokumentierten Siedlungskontinuität gibt es in Baden-Württembeg selten. So fanden die Archäolog*innen auf dem rund 17 Hektar großen Gelände Spuren aus mehreren Epochen:

  • Die ältesten Artefakte weisen eine Besiedlung in der Jungsteinzeit nach.
  • Aus der Eisenzeit gibt es Überreste mehrerer Holzhäuser.
  • In der Römerzeit entstand ein aufwändig gebauter Gutshof mit mehreren Gebäuden und einem Brunnen.
  • Nach dem Rückzug der Römer war der Bereich bis ins frühe Mittelalter besiedelt.

Die Stadt Tuttlingen finanzierte als Bauherrin des künftigen Gewerbegebiets für rund 2,3 Millionen Euro die Grabungen. Die Funde sind im Bestand des Archäologischen Landesmuseums.