Teilprojekte der
Gartenschau 2031

Aufgrund der großen räumlichen Entfernungen und der vielfältigen Sachverhalte wird in acht Teilprojekten geplant, gebaut und gestaltet – von neuen Brücken über renaturierte Ufer bis hin zu erlebbaren Freiräumen.

Besonders die Teilprojekte 5, 6 und 7 greifen dabei zentrale Ergebnisse der Bürgerbeteiligung aus dem Jahr 2023/24 auf.

Übersicht der Teilprojekte:

Bisher gibt es zwei Fuß- und Radbrücken im Bereich des Koppenlandes. Beide sind baufällig und nicht barrierefrei. Im Rahmen der Gartenschau werden sie durch eine neue und zentral gelegene Brücke ersetzt. Die neue Brücke verbindet künftig den Bahnhof, das Wohngebiet Koppenland und das Freibad miteinander. Durch ihre Lage direkt am Durchbruch zur Bahnhofs-Unterführung kommt man künftig auf direktem Weg vom Bahnhof zum Koppenland und auch zum Donauradweg.

Errichtet wird die Brücke als freitragende Stahlkonstruktion. Sie kommt ohne Zwischenpfeiler in der direkten Wasserlage aus, so dass es dort zukünftig bei Hochwasser weniger Nachteile gibt.

Darauf können wir uns freuen:
  • Barrierefreie Verbindung für Fuß- und Radverkehr
  • Verknüpfung wichtiger Stadträume
  • Verbesserungen für Fußgänger- und Radfahrer, vor allem auch Radtouristen


Um Platz für den Bahnhof zu schaffen, wurde die Donau in den 1930er-Jahren verlegt. Im Bereich des Koppenlandes fließt sie in einem engen Kanal aus Betonplatten – dem sogenannten Donauschlauch. Im Zuge der Donauentwicklung wird die Donau von der Gemarkungsgrenze zu Möhringen bis zum Sängersteg naturnah umgestaltet. Bis zur Gartenschau 2031 soll der erste Bauabschnitt vom Bahnhof bis zum Sängersteg realisiert werden. Das heißt: Die Betonplatten werden entfernt, das Flussbett wird aufgeweitet, der Fluss fließt wieder in naturnäheren Formen, und die Uferbereiche werden mal steiler, mal abgeflacht. Der Niedrigwasserabfluss wird gebündelt, so dass gerade in den zunehmend wasserarmen Zeiten die Fließgeschwindigkeit der Donau etwas erhöht wird. So entstehen neue Lebensräume für Tiere und Pflanzen – und Bereiche mit hoher Freizeitqualität.

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Darauf können wir uns freuen:
  • Belebter und gesünderer Flussraum mitten in der Stadt
  • Naturnahe Gewässerstruktur mit viel ökologischer Funktion
  • Mehr landschaftliche Vielfalt im Flussraum
Dieses Teilprojekt ist ein gemeinsames Projekt der Stadt Tuttlingen und dem Land Baden-Württemberg, vertreten durch das Regierungspräsidium Freiburg. Im Rahmen der Bürgerbeteiligung wurde mehrfach der Wunsch nach einer naturnahen Gestaltung mit Erlebnischarakter, Rückzugsorten für Tiere und klimaresilienter Bepflanzung geäußert. Dies floss in die Planung ein.
Seit der Kanalisierung in den 1930er-Jahren fließt die Donau beim Koppenland in einer tiefen Betonrinne. Sowohl der Höhenunterschied als auch das steile Ufer machen ein Erleben des Flusses nahezu unmöglich. Die bislang direkt angrenzenden Gärten machten ein Naturerlebnis für Passanten kaum möglich.

Im Zuge der Gartenschau werden die Uferbereich vielfältiger gestaltet. Außerdem entstehen verschiedene Flachwasserbereiche, die an wenigen Stellen auch zugänglich werden. Neu gestaltet werden auch Teile der Wiesen- und Gartenflächen zwischen Fluss und Bahnstrecke. Hier waren im Lauf der vergangenen Jahrzehnte viele Klein- und Wochenendgarten entstanden, oftmals mit zu vielen, meist illegalen Bauten und unschönen Einfriedungen.
 
Zusammen mit den zuständigen Behörden und in enger Abstimmung mit den Nutzern der Gärten wurde hier ein Konzept erarbeitet, das einerseits einen Großteil der Gartenflächen erhält, gleichzeitig aber den ganzen Bereich landschaftlich und als Überschwemmungsfläche aufwertet. Es entstehen deutlich mehr öffentlich nutzbare Flächen.

Darauf können wir uns freuen:
  • Direkte Zugänge und Blickbeziehungen zur Donau
  • Einladende Wege
  • Ruhige Aufenthaltsorte in unmittelbarer Nähe der Stadt
  • Neuordnung der Gärten und mehr ökologische Vielfalt
Bis in die 2020er-Jahre war die Donau vom Scalawehr aus aufgestaut. Der Rückstau reichte bis über die Eltamündung hinauf. Da dies mit den ökologischen Vorgaben der Europäischen Wasser-Rahmenrichtlinie nicht vereinbar war, wurde der Donaupegel inzwischen dauerhaft abgesenkt. Dadurch änderten sich aber auch die gesamten hydrologischen Verhältnisse in diesem Bereich. In wasserarmen Phasen gibt es Hindernisse zwischen Elta und Donau, das Gewässer ist nicht mehr durchgängig.

Im Rahmen der Donauentwicklung wird bis zur Gartenschau 2031 die Eltamündung ein Stück donauabwärts verlegt. Die Elta wird in einem neuen Bachbett ein Stück parallel zur ebenfalls verlegten Donau fließen, der Zusammenfluss ist dann im Bereich des neuen Edeka. So können Fische und Kleinlebewesen wieder durchgängig wandern, vor allem aber entsteht eine naturnahe und abwechslungsreiche Flusslandschaft mitten in der Stadt, die sich auch ideal als Erholungsort anbietet.
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Darauf können wir uns freuen:
  • Naturnahe Fluss- und Wasserlandschaft in der Stadt
  • Ganzjährige Durchgängigkeit für die Elta
  • Sichtbares Mündungserlebnis in der Stadt

Bis vor wenigen Jahren war die Donau über die Sommermonate voll aufgestaut. Aus wasserrechtlichen Gründen ist dies nicht mehr möglich, mittlerweile gibt es nur noch einen natürlichen Teilaufstau, der einen niedrigen Wasserspiegel im Bereich der Brücke ermöglicht.

Die bisherige Gestaltung der Flussufer war auf die aufgestaute Donau abgestimmt. An vielen Stellen erkennt man noch jetzt die frühere Wasserkante. Da der Pegel jetzt über zwei Meter tiefer liegt, muss das Ufer an beiden Seiten gesichert und neu modelliert werden. Im Rahmen der Gartenschau werden diese Notwendigkeiten aber auch genutzt, um die Donau noch besser erlebbar zu machen. Ufer und Flussbett werden so umgestaltet, dass man zum Beispiel bei Niedrigwasser an einigen Stellen gefahrlos an das Flussbett kommt. Außerdem wird der ganze Fluss ökologisch aufgewertet. Eine Uferaufweitung wie im Teilprojekt 2 ist hier leider nicht möglich.

Darauf können wir uns freuen:
  • Direkte Zugänge an die Donau
  • Naturerlebnis- und Naherholungsraum für Einheimische und Touristen
  • Ein gleichmäßiger Mindestwasserstand im Sommer
  • Eine naturnähere und ganzjährig fließende Donau

Im Rahmen der Bürgerbeteiligung wurden sowohl ein etwas höherer Wasserstand sowie bespielbare und begehbare Wasserbereichen gewünscht. Dies wird bei der Neugestaltung des Flussbettes berücksichtigt.

Bei der Gestaltung der Uferbereiche im Donaupark ging man zur Gartenschau 2003 noch davon aus, dass die Donau ganzjährig aufgestaut ist. Mit Blick auf die nun geltende Rechtslage ist dies nicht mehr möglich: Die Ufer fallen steil ab und erodieren, ein direkter Zugang zum Fluss ist kaum noch möglich und teilweise gefährlich. Aus diesen Gründen ist es auch unabhängig von der neuen Gartenschau auf jeden Fall nötig, große Bereiche des Ufers am Donaupark neu zu gestalten.

An all den Orten der Gartenschau 2003, an denen man seinerzeit direkte Zugänge zum Wasser geschaffen hat, werden diese wieder hergestellt. Diese Bereiche werden baulich an den abgesenkten Wasserstand der Donau angepasst. So entstehen dort neue Aufenthaltsorte, schattige Plätze unter Bäumen, naturnahe Uferbereiche und Treffpunkte mit Sitzgelegenheiten, die man auch ohne Verzehr nutzen kann. Im Birkenhain entsteht ein neues Fuß-Kneippbecken. Die durch die Absenkung trocken gefallene Flachwasserzone beim Umläufle wird als neuer Flachwasserbereich wieder an die Donau angeschlossen und zum naturnahen Wassererlebnisbereich. Der Bereich vor dem Scalawehr wird durch die Umbau- und Anpassungsmaßnahmen wieder zum attraktiven Aufenthalts- und Erlebnisbereich. 

Eine zeitgleich angedachte Umgestaltung des Gerberufers wird zunächst zurück gestellt. Dort sollen im Jahr der Gartenschau zunächst temporäre Bausteine entwickelt und präsentiert werden. Eine dauerhafte baulich attraktive Umgestaltung soll in den Jahren nach der Gartenschau erfolgen.

Darauf können wir uns freuen:
  • Ein attraktiver Erholungsraum mit neuen Möglichkeiten zum direktem Wasserzugang
  • Mehr Grün, Bäume und schattige Rückzugsorte
  • Neue Aufenthaltsmöglichkeiten ohne Konsumzwang
Im Rahmen der Bürgerbeteiligung gingen vor allem für diesen Bereich viele Anregungen ein. Genannt wurden Picknickwiesen, Treffpunkte, Gastronomieangebote, aber auch Rückzugsorte mit Sitzmöglichkeiten, Überdachung und öffentliche Toilette. Besonders hervorgehoben wurden Barrierefreiheit und der Wunsch nach einem gepflegten Erscheinungsbild. Nicht alle dieser Wünsche sind im Rahmen der Gartenschau realisierbar, da manche nur außerhalb der Planungsgebiete möglich wären.
Der historische Stadtgarten ist neben dem Bürgerpark Alter Friedhof Tuttlingens älteste öffentliche Grünanlage. Große Teile sind mittlerweile aber stark sanierungsbedürftig. Im Zuge der Gartenschau wird daher auch der Stadtgarten denkmalgerecht weiterentwickelt und erneuert. Neue, teilwiese begehbare Brunnen sowie schattige Aufenthalts- und Spielbereiche schaffen eine neue Aufenthaltsqualität.

Ersetzt wird auch der baufällige Sängersteg. Hier wird es eine luftige und moderne Konstruktion geben, die sich gestalterisch am neuen Rathaussteg orientiert. Er wird künftig den Stadtgarten mit dem Donaupark verbinden.

Um den Stadtgarten besser mit dem Donaupark und dem angrenzenden Stadtraum zu verbinden, werden im direkten Umfeld auch die Weimarstraße, sowie die Moltke- und die Bismarckstraße umgestaltet. Die ersten Planungsideen zeigen, dass auch eine langsam befahrbare Weimarstraße Teil eines attraktiven grünen Stadtraumes werden kann.

Darauf können wir uns freuen:
  • Ein gepflegter, lebendiger Stadtgarten für Jung und Alt
  • Klimafreundliche Grünräume mit Wasser und Schatten
  • Bessere Verbindung zum Donauufer und Donaupark
  • Grüne und attraktive Straßenräume mit neuer Aufenthaltsqualität
Im Rahmen der Bürgerbeteiligung wurden unter anderem ein Wasserspielplatz, neue Aufenthaltsräume, ein besseres Wegeleitsystem sowie eine attraktivere Weimarstraße mit weniger Autoverkehr und klarer Trennung von Fuß- und Radwegen gewünscht. Auch der Wunsch nach öffentlicher Gastronomie in der Umgebung wurde deutlich formuliert. Welche dieser Ideen umgesetzt werden können, wird im Zuge der Detailplanung erarbeitet.
Auch der Bereich außerhalb des eigentlichen Gartenschaugeländes wird in die Überlegungen mit einbezogen. Vom Scalawehr bis zum Ludwigstal plant das Land Baden-Württemberg schon seit längerem den vollständigen Abbau des Ludwigstaler Wehres und einen naturnahen Umbau der Donau. Diese Planungen des Regierungspräsidiums Freiburg werden nun auf die Gartenschau 2031 hin abgestimmt. Ob sie bis 2031 realisiert werden können liegt in der Zuständigkeit des Landes.

Darauf können wir uns freuen:
  • Naturnaher Flussraum in Innenstadtnähe
  • Verzahnte Maßnahmen zwischen Stadt und Region
  • Ergänzung des Gesamtkonzepts bis über die Stadtgrenze hinaus