Für die Zukunft planen

Der Flächennutzungsplan (FNP)

Siedlungen haben durch ihren wachsenden Flächenbedarf Anteil an der Belastung unserer Umwelt. Sie können für Boden, Wasser, Klima, Artenvielfalt und Landschaftsbild eine Belastung darstellen.

 

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Warum ein Flächennutzungsplan?

Ein Flächennutzungsplan ist wichtiger Bestandteil einer nachhaltigen Stadtentwicklung. Siedlungsprozesse lassen sich durch ihn langfristig steuern. Folgende Aspekte spielen dabei eine Rolle:
  • Gesetzliche Verpflichtungen
    Das Baugesetzbuch verpflichtet die Kommunen dazu, im Rahmen der Bauleitplanung eine "nachhaltige städtebauliche Entwicklung" zu gewährleisten und integriert den Umweltschutz im Sinne einer vorsorgenden Stadtentwicklungspolitik.
  • Definition "nachhaltige Entwicklung"
    Es handelt sich um eine Gerechtigkeitsnorm. Das heisst, die Planung soll sozial, wirtschaftlich und ökologisch ausgewogen sein.

Vorbereitende Bauleitplanung

Der Flächennutzungsplan stellt für ein Gemeindegebiet die Art der Bodennutzung dar. Die Art der Bodennutzung ergibt sich aus der beabsichtigten städtebaulichen Entwicklung. Der Flächennutzungsplan ist das Planungsinstrument der Gemeinde, mit dem sie ihre flächenbezogenen Planungen koordiniert, ihre wichtigsten Standortentscheidungen darstellt und gleichzeitig die Bürger, die Trägern öffentlicher Belange und Wirtschaftsunternehmen in ihr räumliches Gesamtkonzept einbindet. Als vorbereitender Plan erzeugt der Flächennutzungsplan im Unterschied zum Bebauungsplan keine unmittelbaren Rechtswirkungen gegenüber Dritten. Er stellt jedoch für die Verwaltung und andere Behörden ein planungsbindendes Programm dar.


Bei der Erarbeitung muss die Gemeinde drei Grundvoraussetzungen beachten:

  • Der Flächennutzungsplan muss die Ziele der übergeordneten Landesplanung berücksichtigen.
  • Die mit dem Flächennutzungsplan verfolgte städtebauliche Entwicklung muss sich an der entwicklungsplanerischen Konzeption der Gemeinde orientieren (Zielkonzept und Entwicklungskonzept).
  • Der Flächennutzungsplan ist beschränkt auf die voraussehbaren Bedürfnisse der Gemeinde, das heißt, in der Regel auf einen Prognose – und hat damit einen Planungshorizont von zehn bis fünfzehn Jahren.

Fortschreibung des Flächennutzungsplans

Der Flächennutzungsplan für den Verwaltungsraum Tuttlingen wurde mit Erlass vom 30.04.1980 vom Regierungspräsidium Freiburg genehmigt. Es folgten Änderung und Ergänzung, sowie eine zweite und dritte Fortschreibung. Die darin gesteckten Ziele einer baulichen Entwicklung sind weitgehend erfüllt. Die Stadt hat vor der Neuausweisung des großflächigen Neubaugebiets "Nordstadt" vorhandene Baulücken geschlossen. Durch die Bebauungspläne "Mattsteig", "Donaufeld II" und "Unter Jennung III" wurden bestehende Gebiete arrondiert.

Für die weitere Entwicklung des Verwaltungsraumes war es notwendig, im Rahmen einer weiteren Fortschreibung die Neuaufstellung des Flächennutzungsplans durchzuführen. Die vierte Fortschreibung des Flächennutzungsplans ist seit 02.06.2004 rechtswirksam.

Mit der fünften Fortschreibung sollte hauptsächlich dem gewerblichen Eigenbedarf der Gemeinden Rietheim - Weilheim, Neuhausen ob Eck und Seitingen - Oberflacht Rechnung getragen werden. Außerdem wurde die Wohnbaufläche „Am Bol“ in Rietheim-Weilheim, OT Weilheim, auf Grund eines hydrogeologischen Gutachtens geändert. Die fünfte Fortschreibung ist seit dem 27.03.2015 rechtswirksam.

Im Moment befinden sich die sechste Fortschreibung in Bearbeitung.
Die Teilfortschreibung „Konzentrationszonen für Windenergieanlagen“ ruht seit dem Beschluss des Gemeinsamen Ausschusses der Verwaltungsgemeinschaft Tuttlingen vom 08.11.2017. Weiterhin wurde beschlossen dass der Standort Hebsack wird nicht weiter verfolgt wird.