Standpunkte des Oberbürgermeisters

Kommunalpolitik ist Politik an der Basis. Klare Standpunkte sind hier ebenso gefragt wie der Dialog.

An dieser Stelle finden Sie in unregelmäßigen Abständen Positionen von Oberbürgermeister Michael Beck zu aktuellen kommunalpolitischen Themen. Und selbstverständlich haben Sie auch die Möglichkeit, diese Positionen zu kommentieren.   

Die Stadt ist nicht der bessere Händler - 2. November 2009


Hertie ist geschlossen. Kraus ist dicht. Und entlang der Bahnhofstraße findet man noch einige weitere Schaufenster, in denen schon lange keine Ware mehr ausgestellt wurde. Es gibt nichts zu beschönigen: Der Handel in Tuttlingens Innenstadt hat schon bessere Zeiten gesehen.

Was aber tut die Stadt? Diese Frage wird zurzeit immer wieder geäußert. Warum können es Verwaltung und Gemeinderat zulassen, dass Magneten wie Hertie einfach verschwinden?

Die Antwort ist einfach aber hart: Die Stadt ist kein Händler. Sie hat keinen Einfluss auf unternehmerische Entscheidungen. Und das gilt erst recht, wenn diese - siehe Hertie - in London oder - siehe Kraus - im Badischen getroffen werden. Die Stadt kann das Ende dieser Geschäfte zwar bedauern. Verhindern kann sie sie nicht.

Machtlos ist die Stadt trotzdem nicht. Und der Gemeinderat hat erst im letzten Jahr eine wichtige Entscheidung zum Schutz des Tuttlinger Einzelhandels gefällt: Mit dem neuen Zentrenkonzept wird verhindert, dass künftig Geschäfte auf der grünen Wiese ansiedeln, die eigentlich ins Zentrum gehören. Und dort, wo es um die neue Nutzung leerstehender Geschäfte geht, ist die Stadt aktiv an den Verhandlungen mit den Gebäudeeigentümern beteiligt. 

Leider geht es dabei nicht immer so schnell voran, wie wir es uns alle wünschen würden. Und in einer Zeit, in der Unternehmen und Banken jede Investition besonders genau überlegen, gilt dies erst recht. Trotzdem bin ich überzeugt, dass Handel in Tuttlingens City auch langfristig eine Chance hat. Dabei sind aber auch die Tuttlinger selber gefordert. Denn sie müssen in Tuttlingen ansässigen Firmen auch eine Chance geben. Die dafür nötige Kaufkraft - da sind sich die Statistiker einig - haben sie.