Standpunkte des Oberbürgermeisters

Kommunalpolitik ist Politik an der Basis. Klare Standpunkte sind hier ebenso gefragt wie der Dialog.

An dieser Stelle finden Sie in unregelmäßigen Abständen Positionen von Oberbürgermeister Michael Beck zu aktuellen kommunalpolitischen Themen. Und selbstverständlich haben Sie auch die Möglichkeit, diese Positionen zu kommentieren.   

Weihnachten 2010 – Grußwort von OB Michael Beck


Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger,

Weihnachten. Wohl kaum ein Wort weckt bei vielen Menschen so zwiespältige Gefühle wie dieses: Fest der Liebe oder Fest des Konsums? Besinnlichkeit oder Hektik? Geborgenheit oder Einsamkeit? Freude auf Tage mit der Familie oder Angst vor Streitigkeiten, die an diesen Tagen gehäuft auftreten? Ich hoffe für Sie, dass Sie sich auf den heutigen Tag freuen konnten – und dass Sie auch die Ruhe gefunden haben, etwas inne zu halten und auch zurück zu blicken.

Wenn ich darauf zurück blicke, was die letzten Monate für Tuttlingen bedeuteten, so fällt meine Bilanz im großen und ganzen positiv aus – vor allem deutlich besser, als wir noch vor gut einem Jahr befürchtet hatten. Der ganz große Einbruch durch die Krise ist ausgeblieben. Firmenzusammenbrüche mit all ihren Folgen für die Betroffenen sind ebenso ausgeblieben wie Entlassungen im großen Stil. Man kann sagen, dass das Leben in unserer Stadt – wie fast überall in Deutschland – sich durch die Krise kaum geändert hat. Das mag banal klingen. Aber ein Blick in viele andere Länder zeigt uns, dass dies nicht selbstverständlich ist.

Ganz ohne Schrammen sind wir freilich auch nicht durch das Jahr 2010 gekommen. Und unsere Stadt Tuttlingen muss auch im kommenden Jahr mit deutlich weniger Geld auskommen als wir dies aus guten Jahren gewohnt waren. Wir müssen daher deutlich stärker als früher Schwerpunkte setzen: Uns klar entscheiden, was uns wirklich wichtig ist, und was unter Umständen auch warten kann.

Mir ist bewusst, dass dies oft nicht einfach ist – und dass es schwer fällt zu akzeptieren, wenn schon lange geplante Projekte nicht so schnell wie geplant in die Tat umgesetzt werden können.

Ich bin aber froh, dass wir trotz allem noch einen gewissen Spielraum behalten haben, in dem wir weiterhin etwas bewegen können. Ich denke hier vor allem an Bereiche wie Bildung und Erziehung, wo wir auch im kommenden Jahr zumindest im bescheidenen Umfang investieren können. Auch ist es mir wichtig, nicht an einzelnen Stellen so radikal zu sparen, dass einzelne Einrichtungen oder soziale Netzwerke unwiederbringlich zerstört werden. Denn gerade in schwierigen Zeiten brauchen wir kulturelle und soziale Angebote in unserer Stadt. Denn sie sind es ja, die das Leben in einer Stadt lebenswert machen, die Menschen zusammen führen und den Bürgersinn wachsen lassen, den ein Gemeinwesen dringend braucht.

Es wäre vermessen, für 2011 schon komplette Prognosen abgeben zu können. Die Zeichen sehen zwar nicht schlecht aus – aber es kommen wieder große Aufgaben auf uns zu. Und damit meine ich nicht große Investitionsprojekte sondern die Frage, wie wir das Gemeinwesen in unserer Stadt weiter gestalten: Das Zusammenleben von Menschen aus unterschiedlichen Altersgruppen, sozialen Schichten, Religionen und Kulturkreisen. Und hier geht es auch um Probleme, die sich mit Geld alleine nicht lösen lassen.

Sie sehen: Auch 2011 wird ein spannendes Jahr. Nutzen wir die ruhige Zeit zwischen den Jahren, um dafür etwas Kraft zu sammeln. Ich wünsche Ihnen, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, ein ruhiges und friedvolles Weihnachtsfest, Gottes Segen für Sie alle und ein gutes neues Jahr.

Michael Beck