Standpunkte des Oberbürgermeisters

Kommunalpolitik ist Politik an der Basis. Klare Standpunkte sind hier ebenso gefragt wie der Dialog.

An dieser Stelle finden Sie in unregelmäßigen Abständen Positionen von Oberbürgermeister Michael Beck zu aktuellen kommunalpolitischen Themen. Und selbstverständlich haben Sie auch die Möglichkeit, diese Positionen zu kommentieren.   

Gewerbeentwicklung braucht neue Ideen - 20. November 2009


Auch wenn es mitten in der Krise eigenartig klingen mag: Tuttlingen benötigt weitere Gewerbeflächen. Zwar nicht sofort, aber schon relativ bald. Das heißt: Wir können nicht warten, bis sich die Wirtschaft erholt hat, um dann einen neuen Suchlauf  zu starten. Wir müssen jetzt handeln.

Mit der systematischen Untersuchung potenzieller Gewerbeflächen hat die Stadt Tuttlingen wichtige Grundlagenarbeit geleistet. Dass bei dieser Studie auch Gänsäcker gute Noten bekam, überrascht nicht. Und dass dies nicht zu einem Sinken der dortigen Grundstückspreise führt, liegt auch nahe. Gleichzeitig aber gibt es für die Stadt eine Schmerzgrenze. Schließlich geht es auch hier um den verantwortungsbewussten Einsatz kommunaler Steuergelder.

Konkret heißt dies: Wir müssen nach neuen Wegen suchen. Dazu gehört zum einen, dass wir Brachen in der Stadt noch genauer unter die Lupe nehmen. Und zum anderen, dass wir interkommunale Kooperation ausbauen - so, wie es mit Neuhausen ob Eck seit Jahren im Gewerbepark Take off funktioniert. Wenn im Rahmen dieser Debatte nun eine Kooperation mit Immendingen ins Gespräch kommt, ist dies nur naheliegend. Denn Immendingen hat die Flächen, die Tuttlingen dringend benötigt. Gleichzeitig ist der Name Tuttlingen in der Medizintechnik ein weltweit anerkanntes Markenzeichen - dessen Renommee sich auch auf ein Gewerbegebiet Tuttlingen-Immendingen übertragen würde.

Von einer engen Kooperation würden daher alle Beteiligten profitieren. Und nicht nur das: Zusammenarbeit über kommunale Grenzen hinaus ist auch ein Gebot der Stunde. Denn in Zeiten globalisierter Märkte ist es doch sehr anachronistisch, sich bei der lokalen Wirtschaftspolitik von Gemarkungsgrenzen leiten zu lassen.