Redensammlung

Einweihung Hochschulcampus Tuttlingen - 8. Oktober 2009


Sehr geehrte Damen und Herren,

seit genau einer Woche wird am Tuttlinger Hochschulcampus unterrichtet. Seit genau einer Woche ist Tuttlingen Hochschulstadt – und heute wollen wir dies gebührend feiern. Und da wir in schwäbischer Bescheidenheit bis jetzt auf ein Auditorium Maximum verzichtet haben, darf ich Sie heute in unserer Tuttlinger Stadthalle begrüßen.
Mein ganz besonderer Gruß gilt unserem heutigen Festredner - Ministerpräsident Günther H. Oettinger mit seiner Lebensgefährtin Friederike Beyer und ihrer Mutter A-lice Beyer. Und wenn Günther Oettinger heute bei uns ist, dann nicht nur als Ehrengast für einen besonderen Anlass: Er feiert auch mit uns ein Projekt, das es ohne ihn wohl nicht gäbe.

Denn Günther Oettinger war es, der im Frühjahr 2006 das Ausbauprogramm „Hochschule 2012“ anstieß. Es war das Programm, das zum ersten Mal seit Jahr-zehnten die Gründung neuer Hochschulstandorte in Baden-Württemberg möglich machte. Und es war für Tuttlingen die große Chance, eine Idee wieder aufzugreifen, die in der Vergangenheit schon mehrfach diskutiert wurde. Heute können wir stolz sagen, dass diese Vision zur Realität wur-de. Dass aus der Vision Hochschule die Institution Hochschulcampus wurde.
Bis dahin war es ein weiter Weg. Ein Weg, auf dem wir viele Verbündete brauchten.

Wir benötigten Hilfe auf allen Ebenen der Politik. Darum gilt mein Gruß heute den anwesenden Landtagsabgeordneten, an der Spitze unseren Wirtschaftsminister Ernst Pfister, sowie Fritz Buschle, Karl Rombach und natürlich unserem Landrat Guido Wolf – hier ins seiner Funktion als Abgeordneter im Landtag. Aber genauso als Landrat und als Vorsitzender des Fördervereins gehört er zu den Motoren unse-res gemeinsamen ehrgeizigen Projekts.

Unsere Bundestagsabgeordneten lassen sich entschuldigen – Volker Kauder und Ernst Burgbacher sind in Berlin und von den Koalitionsverhandlungen ganz in Be-schlag genommen.

Mit die weitreichendste Entscheidung fällten unsere Kommunalpolitiker: Denn sie stimmten dafür, dass die Stadt Tuttlingen und der Landkreis Tuttlingen die Kosten für den Bau des Hochschulgebäudes übernehmen – immerhin eine Summe von 10,6 Millionen Euro. Dass eine Stadt und ein Landkreis einen solchen Betrag für eine Einrichtung des Landes aufbringen, ist etwas ganz Besonderes.

Mein Gruß und Dank gilt allen Vertretern des Gemeinderates und des Kreistages, außerdem heiße ich bei dieser Gelegenheit alle anwesenden Bürgermeisterkollegen willkommen.

Besonders begrüßen will ich auch zwei Gäste, die schon vor Jahren aktiv für eine akademische Bildungseinrichtung in Tuttlingen kämpften und über Jahre den Boden für unser Projekt bereiteten. Heute geht ihr Traum in Erfüllung. Und ich freue mich, dass unserer früherer Landrat Hans Volle und mein Vorgänger im Amt des Oberbür-germeister, Heinz-Jürgen Koloczek, heute unter uns sind.

Nun ist das Engagement von Stadt und Landkreis bereits beachtlich. Das besondere am Hochschulcampus Tuttlingen ist aber auch das außergewöhnlich intensive Engagement der Wirtschaft – und zwar sowohl in ideeller als auch in finanzieller Hinsicht. Denn die im Förderverein Hochschulcampus Tuttlingen vertretenen Unternehmen verpflichteten sich einerseits, die Ausstattung der Hochschule zu finanzieren und andererseits für den jährlichen Betrieb bis zu 2,5 Millionen Euro beizusteuern. Dem Förderverein gehören über 100 Unternehmen an. Stellvertretend begrüße ich die Persönlichkeiten, die neben Landrat Wolf und mir dem Vorstand des Vereins angehören: 

- Peter M. Binder
- Karl Christian Storz
- Dr. Hans-Henning Winkler
- unseren Ehrengeschenkträger Prof. Michael Ungethüm
- Ersten Landesbeamten Stefan Helbig
- und Geschäftsführer Ortwin Guhl. Ortwin Guhl war es auch, der mit seinem guten Namen als langjähriger Direktor der Kreissparkasse Tuttlingen die beteiligten Unternehmen vom Projekt Hochschule überzeugte – und: noch wichtiger: Dazu bewegte, die entsprechenden Verpflichtungserklärungen zu unterschreiben. Ortwin Guhl unterstützt die Hochschule übrigens auch in seiner Funktion als Vorsitzender der Tuttlinger Bürgerstiftung: Sie wird künftig über Stipendien für zwei besonders begabte Studierende pro Semester die Studiengebühren übernehmen.

Wenn wir heute zurück blicken, muss man eines feststellen: Es war ein sehr kleines Zeitfenster, in dem Kommunalpolitiker und Unternehmer ihre Unterschriften unter die Verträge setzten und die Beschlüsse fällten, die unsere Hochschule möglich machten. Denn ich kann mir nicht vorstellen, dass vor dem Hintergrund der heutigen wirtschaftlichen und finanziellen Lage die selben Entscheidungen gefällt würden. Und mancher hat es vielleicht auch schon bereut. Aber ich bin sicher: Wir werden in Zukunft alle sehr froh sein, dass in den Jahren 2006 bis 2008 die Rahmenbedingungen herrschten, die uns alle zu diesem Schritt ermutigten. Denn den Hochschulcampus Tuttlingen wird es noch geben, wenn die derzeitige Krise schon längst zum Forschungsthema für Wirtschaftshistoriker geworden ist.

Prägen wird unseren Campus die Hochschule Furtwangen University. Sie wird ihn mit Inhalt erfüllen, wird für Lehre und hoffentlich bald auch Forschung verantwort-lich sein. Ich begrüße

- den Rektor Professor Rolf Schofer, der das Projekt energisch vorantrieb
- den Gründungsbeauftragen Prof. Günter Pritschow, der mit seinem guten Namen unserem Campus Glanz verleiht
- und den Studiendekan Prof. Peter An-ders, der seit Jahren unermüdlich für seine Idee kämpfte.

Seine Ideen fanden schließlich auch im Ministerium für Wissenschaft und Kunst Anklang. Von hier kam im Sommer 2008 dann auch das endgültige grüne Licht für unser Projekt. Und Minister Prof. Peter Frankenberg wird kommende Woche zur ersten Eröffnung des akademischen Jahres nach Tuttlingen kommen.

Meine Damen und Herren,
der Tuttlinger Hochschulcampus ist jetzt Teil der regionalen Bildungslandschaft. Und ich freue mich über den Besuch der Rektoren benachbarter Hochschulen. Ich begrüße
- den Rektor der Uni Konstanz, Prof. Ulrich Rüdiger
- die Rektorin der Hochschule für Gestal-tung Schwäbisch Gmünd, Christina Sal-erno
- die Prorektorin der Staatlichen Hoch-schule für Musik Trossingen, Prof. Irm-gard Priester
- den Rektor der Dualen Hochschule Villingen-Schwenningen, Prof. Ulrich Sommer.

Ebenso begrüße ich die Rektoren der Tuttlinger Schulen. Sie werden künftig dafür sorgen, dass unserem Hochschulcampus nicht der Nachwuchs ausgeht.

Seit letzter Woche ist der Hochschulcampus ein Teil unserer Stadt. Und dass er sich auch optisch hervorragend in unser Stadtbild einfügt, ist das Verdienst derer, die das Gebäude geplant und gebaut haben. Ich begrüße

- Architekt Günter Hermann, der es schaffte, aus einem alten Industriebau ein gebautes Markenzeichen für unseren Campus zu machen
- alle Fachplaner, die dafür sorgen, dass das Gebäude allen Belastungen des Hochschulbetriebs stand hält
- den Projektsteuerer Ulrich Baumann, der dafür sorgte, dass das Projekt in der Rekordzeit von neun Monaten fertig wurde
- und alle am Bau beteiligten Firmen, die hier ein wahres Meisterstück ablieferten. Stellvertretend für alle heiße ich hier Andreas Reisch willkommen.

Mit dem Bau des Hochschulcampus wurde ein neues Kapitel in der Geschichte unse-rer Stadt aufgeschlagen. Sie ist Symbol für Tuttlingens Wandel zur High-Tech- und Bildungsstadt. Und ich freue mich darüber gemeinsam mit den Menschen, die unserer Stadt besonders verbunden sind, und die dafür mit dem Ehrengeschenk „Kannitverstan“ ausgezeichnet wurde. Ein herzlicher Gruß – neben den bereits Erwähnten - an Schwester Anthia Peter, Kreszentiana Schips und Karl-Werner Bolzer.

Als wichtiger Teil unseres Gemeinwesens wird auch der neue Hochschulcampus heute kirchlich geweiht. Über dem neuen Gebäude, über Lehrenden und Lernenden, soll immer ein Segen sein.
Ein herzliches Grüßgott den Dekanen, die nachher das Gebäude weihen werden, Frank Morlock von der evangelischen und Matthias Koschar von der katholischen Kirche.

Die Weihe wird natürlich im Gebäude selber vorgenommen – und schon jetzt darf ich Sie herzlich dazu einladen, uns nach diesem Festakt in den Neubau des Hochschulcampus Tuttlingen zu folgen und mit uns zu feiern. Jetzt übergebe ich das Wort an unseren Landrat und Landtagsabgeordneten Guido Wolf.



Teil II – Im Campusgebäude

Stichworte

- Campusgebäude spiegelt Tuttlinger Ge-schichte wieder: Erst Schuhfabrik, dann einfache medizinische Apparate, dann High-Tech-Medizin, heute Bildung
- Bau von Günter Hermann lebt davon, dass er Altes und Neues verknüpft, In-dustriegeschichte aufgreift und neu in-terpretiert.
- Seine Gedanken wird er uns gleich sel-ber erläutern
- Für uns als Stadt waren bei der Konzep-tion mehrere Punkte wichtig:
o Hochschule gehört mitten in die Stadt. Sie ist ein Projekt, das aus der Mitte der Bevölkerung ge-wünscht und voran getrieben wurde, also gehört es auch ins Zentrum. So werden auch die Studierenden mitten in Tuttlingen sein – in direk-tem Kontakt mit der Stadt und ihren Bürgern.
o Die Hochschule wird Initialzündung für die Aufwertung eines ganzen Quartiers: Das Areal um den Cam-pus ist Sanierungsgebiet, weitere Projekte – wie zum Beispiel Hör-saaltrakt und Studentenwohnungen - werden das Umfeld weiter beleben und aufwerten.
o Das Projekt Campus schafft neue Verbindungen. Neue Wegebezie-hungen und Sichtachsen sind ent-standen – das Quartier wurde durchlässiger. Neue Perspektiven wie der Blick von der Groß Bruck über den Campus zum Honberg wirken schon jetzt stadtbildprägend.
- Wenn wir heute das Campus-Gebäude einweihen, können wir uns über ein Pro-jekt freuen, dessen Umsetzung sehr ehrgeizig geplant war: Gerade mal neun Monate standen für den Umbau zur Ver-fügung – der Zeitplan wurde gehalten, und es gab keine gravierenden Zwi-schenfälle.
- Was in dieser Zeit gebaut wurde, wird uns nun Günter Hermann erklären.

- Noch ein paar Worte zum weiteren Ablauf:

- Zwar ist der Campus – dies bedingt der Ablauf des Semesters so – schon ein paar Tage in Betrieb. Trotzdem werden wir nach dem Segen durch die Dekane Morlock und Koschar feierlich das Ge-bäude an die Hochschule Furtwangen University übergeben.

- Im Abschluss sind Sie herzlich eingela-den, noch etwas Zeit mit uns zu verbrin-gen – freuen Sie sich auf einen Stehim-biss mit musikalischer Umrahmung du-rch unsere Musikschullehrerin Barbara Klobe und Volker Wagner, der bis vor kurzem ebenfalls an unserer Musikschu-le unterrichtete.