xuan Wang                   -Malerei-



Magrittes Box, 2015, Acryl, Pigment, Bleistift auf Papier,
90 x 60 cm. Foto: Galerie Valentien.

Xuan Wang (*1979) malt mit feinster, altmeisterlicher Technik rätselhafte Bilder,
die auf östliche und westliche Kulturkreise zurückgreifen. In seinen Bildern entstehen eigene, losgelöste Welten, gleichzeitig aus verschiedenen Blickwinkeln, mit
gestaffelten Szenen, verzerrten Fragmenten und surrealistischen Gegenüberstellungen. Hier vermischen und verweben sich die verschiedenen Epochen und
Kulturen, prallen aufeinander und lösen sich auf. Ein Spiegel z.B. entpuppt sich als Fenster, aus dem sich Landschaftsfetzen lösen und herauswehen, ein barockes
Blumenstillleben hat menschliche Nebenszenen wie bei Hieronymus Bosch und schwappt an einer Seite in eine Unschärfe, die beim näheren Hinsehen wie ein
gewebter Teppich anmutet, etwas zackig und leicht verzerrt. Und doch ist alles
gemalt, ohne technische Hilfe, ohne Collage, mit feinstem Pinsel.
Scheinbar still und zurückhaltend werden die Bilder lebendig, entwickeln eine
Narrative und lassen doch keine Geschichte zu, entfliehen, unerklärt.
Wangs Bilder sind schön, technisch perfekt und voller Rätsel. In einer Zeit
wirtschaftlicher Vernetzung gewinnt der kulturelle und gesellschaftliche Austausch zwischen Europa und dem Reich der Mitte stetig an Bedeutung und wird in den
Gemälden Xuan Wangs verknüpft: Es werden Brücken geschlagen, die den
Betrachter zur aktiven Teilnahme am kulturellen Dialog herausfordern.
Xuan Wang hat sein in Nanning (Guangxi, China) begonnenes Studium in Karlsruhe vollendet. Er hat mehrere Auszeichnungen und Stipendien gewonnen, und seine Bilder werden regelmäßig in Einzel- und Gruppenausstellungen ausgestellt.

Eröffnung Freitag, 3. Mai 2019, 19 Uhr.