Rückblicke - Ausgewählte Ausstellungen der letzten Jahre



JAHRESAUSSTELLUNG 2016
Neuere Arbeiten von Künstlern aus der Region
26. November – 18. Dezember 2016



Im Rahmen der traditionellen Jahressausstellung der Galerie der Stadt
Tuttlingen sind Künstler der Region im Umkreis von 50 km sowie Mitglieder
des Kunstkreises Tuttlingen e.V. eingeladen, sich mit ihren neuen Arbeiten
zu bewerben. Über die Zulassung zur Ausstellung entscheidet eine jährlich
unterschiedlich besetzte, unabhängige Jury, die sich aus Mitgliedern des
Gemeinderats und Vertretern des Kunstlebens zusammensetzt. Hieraus
resultiert eine abwechslungsreiche Schau, die dem Besucher Einblick in
das reiche und vielfältige Kunstschaffen in der Region vermittelt.

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herman de vries
10. September – 16. Oktober 2016

Galerie der Stadt Tuttlinngen EG, from earth: europe_2016,erdausreibungen auf papier,66 teile, rahmenformat 7o x 50 cm (h x b)gesamtbildgroße 4,35 x 5,75 m (h x b)

Im Werk von herman de vries (geb. 1931 in Alkmaar, NL) spielt seit
Jahrzehnten die Natur eine zentrale Rolle, insbesondere die Welt der
Pflanzen mit ihren botanischen Eigenheiten als auch ihren heilkundlichen
und mythologischen Aspekten. Bereits seit den 50er Jahren künstlerisch
tätig, hat er noch bis 1968 als Gärtner, Biologe und Botaniker gearbeitet
und verfügt über einen beeindruckenden naturkundlichen Wissens- und
Erfahrungsschatz. Er ist aufs engste vertraut mit der Naturumgebung
seines Wohnortes in Unterfranken am Steigerwald, die er fast täglich
suchend erwandert. Dort gesammelte Blätter, Moose, Hölzer, Samen und
Blüten werden als objets trouvés zu Elementen einer fein arrangierten und
poetischen Kunst, die das Auge für die Vielfalt und die Einzigartigkeit der
Natur öffnet und ihm das faszinierende Geheimnis von Zeit, Schönheit und
Sterblichkeit offenbart.
herman de vries war mit seinen Werken an zahlreichen prominenten
Ausstellungsorten zu sehen und trat mit einer Vielzahl von Aktivitäten im
öffentlichen Raum auf. 2015 vertrat er die Niederlande auf der Biennale
von Venedig. Als Herausgeber von Schriftenreihen zur Kunst, Autor von
Büchern und Beiträgen zur Kunsttheorie verdeutlicht er die philosophische
und konzeptionelle Fundierung seiner Arbeit.
Den Kern der Tuttlinger Ausstellung bilden Werke aus dem Privatbesitz
einer mit dem Künstler befreundeten Familie, die in den vergangenen Jahrzehnten
eine kleine und feine Sammlung aufgebaut hat. Ergänzt wird die
Ausstellung durch raumgreifende Bodeninstallationen sowie fotografische
und filmische Werke.

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BETTINA VAN HAAREN – Waldwasen durchlöchert
23. Juli – 4. September 2016



Bettina van Haaren präsentiert in ihrer Malerei Partien des menschlichen
Körpers in einem ungewohnten Kontext mit anderen Gegenständen
aus dem häuslichen Bereich, der Natur und vor allem der Tierwelt. Wie
Collagen aus Fragmenten der sichtbaren Welt wirken zunächst ihre
Gemälde mit sowohl fotorealistisch als auch eher skizzenhaft gemalten
Details. Das Zusammenfassen verschiedener Blickwinkel unterläuft den
traditionellen Bildraum und widerspricht der alltäglichen Sehgewohnheit
des Betrachters. Ein surreales Eigenleben jenseits der Wirklichkeit vollführen
diese Bilder, in denen Körperteile auf Dinge treffen, zu Mensch-Tier-
Wesen mutieren, sich duplizieren. Bettina van Haarens Bildwelt beruht
auf dem Standpunkt, dass der Körper Ausgangspunkt und Maßstab aller
menschlicher Wahrnehmung und Erfahrung ist, dass visuelle Äußerung
immer auch Selbstreflexion zum Thema Menschsein ist. Die meisterhaft
gemalten Werke von Bettina van Haaren entspringen über lange Zeiträume
reichender Beobachtung und sorgfältiger Erforschung der Beziehungen
von Körper, Sehen und Gefühlen zur Umwelt, die immer zum großen
Teil subjektiv sind.

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JUNGE POSITIONEN AUS FRANKREICH
Tom Castinel, Simon Feydieu, Sébastien Maloberti
9. April – 8. Mai 2016



Im Rahmen eines kulturellen Austauschprogrammes zwischen der Region
Rhône-Alpes und dem Land Baden-Württemberg präsentiert das Musée
d‘Art Moderne et Contemporain St. Etienne in den Räumen der Galerie
der Stadt Tuttlingen eine Ausstellung mit Arbeiten von Tom Castinel
(geb.1984), Simon Feydieu (geb. 1984) und Sebastien Maloberti (geb. 1976).
Die drei Künstler greifen zurück auf verschiedene Denk- und Arbeitsweisen
aus Dadaismus, Arte Povera, Art Brut, Fluxus und Werbegraphik.
Sie bewahren – zumindest an der Oberfläche – das Gegenständliche,
treiben dieses jedoch an seine Grenzen, bis hin zu seiner Auflösung.

Tom Castinels Vorgehen ist verwandt mit dem Sampling in der zeitgenössischen Musikszene. In raumgreifenden Assemblagen bringt er
verschiedenste Medien zum Zusammenspiel: Skulptur, Text, Zeichnung,
Video, Performance und lenkt den Blick auf die elementaren Beziehungen
zwischen den Dingen.

Simon Feydieu geht es in seiner Arbeit um die Objektivierung des Herstellungsprozesses, den er systematisch protokolliert, abruft und neuen
Gegebenheiten anpasst. Zudem beschäftigt er sich mit den traditionellen
Bildtechniken von Illusionismus, Trompe l´oeil und Fälschung und stellt
damit die Frage nach der Beziehung von Täuschung und Realität.

Sebastien Maloberti spielt mit der Veränderbarkeit des Bildes durch
die Vorbereitung des Bildträgers, die Arbeit mit digitaler Technik und
die Abwandlung industrieller Druckverfahren. In seiner Erforschung des
Visuellen lenkt auch er den Blick auf die Grundlagen der Wahrnehmung.

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REINHOLD ADT KünstlerKonkordanz 6.1
16. Januar – 21. Februar 2016



Von der Unordnung zur Ordnung und zurück ist der Weg manchmal
kürzer, als man denkt. Als bekennender Messie- beziehungsweise Anti-
Messie-Künstler versucht Reinhold Adt die täglich eintreffenden Informationen
so zu organisieren, dass sie ihn und andere nicht zu sehr quälen;
historische Referenzgrößen sind dabei beispielsweise irische Pubs oder
die Altöttinger Gnadenkapelle, deren Wände, komplett mit Votivbildern
überzogen, psychedelische Wirkung entfalten können.
Adt schafft in seinen Bildermontagen und großformatigen Diagrammen die
Möglichkeit, Bilder und Sachverhalte zu vergleichen und gleichzeitig zu
überblicken. Dabei macht er keinen Unterschied zwischen eigenen Werken
und angeeigneten Werken anderer KünstlerInnen, in Entsprechung des
Ephemera-Archivs, das Adt seit über 30 Jahren betreibt und das Tausende
von Einladungskarten, Plakaten, Zeitungsrezensionen usw. enthält. Er hält
es mit dem nordamerikanischen Schriftsteller Paul Auster: „Der wahre Sinn
der Kunst liegt nicht darin, schöne Objekte zu schaffen. Sie ist vielmehr
eine Methode, um zu verstehen. Ein Weg, die Welt zu durchdringen und
den eigenen Platz zu finden.“
Reinhold Adt wurde 1958 in Stuttgart geboren und studierte an der
dortigen Kunstakademie von 1979 bis 1984.

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ROLAND MARTIN Retrospektive
23. Oktober – 22. November 2015



Wie kein anderer prägt Roland Martin (geb. 1927 in Tuttlingen) das
Kunstleben und Erscheinungsbild unserer Stadt. Der Bilderhauer, der seine
Ausbildung in der unmittelbaren Nachkriegszeit an der Bernsteinschule sowie
an der Kunstakademie Freiburg absolviert hat, ist bekannt durch seine
zahlreichen Werke im öffentlichen Raum, nicht nur in Tuttlingen, sondern
auch im Olympischen Dorf in München, in San Francisco und in Mexico City. Begonnen hat er als junger Künstler mit der Formensprache der Abstraktion.
So schuf er beispielsweise aus vielen Schichtungen bestehende Raumsäulen, die mit ihrer Drehung und ihrem facettierten Licht-Schatten-Spiel für Dynamik und Entfaltung im Raum stehen. Auch amorphe Figurengruppen und Reliefs aus Gips, Beton und Bronze gehörten zu seinen frühen Arbeiten. Die radikale Wende weg von der Abstraktion, hin zum Figürlichen vollzog sich am Ende der 1970er Jahre. Seither steht ganz klar der Mensch als typisch feingliedrige kleine bis lebensgroße Bronzefigur im Mittelpunkt seiner Arbeit. Für diese hat er in neuerer Zeit – als Sinnbild für den Ort des Lebens – das Gestell oder Gerüst erfunden, auf dem die Menschen je nach Lebenslage in die Höhe streben, innehalten, nachdenken, herunterschauen, sich verzweifelt festhalten oder abrutschen.
Die Tuttlinger Ausstellung zeigt einen repräsentativen Überblick aus dem Werk
des Künstlers von seinen Anfängen in den 50er Jahren bis heute.

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JÜRGEN BRODWOLF Zeitschichten
24.Juli - 13.September 2015



Der 1932 in Dübendorf/Schweiz zur Welt gekommene Jürgen Brodwolf
ist aus der deutschen Kunstszene nicht wegzudenken. Bahnbrechend
war 1959 für den damals dem Informel zugewandten Maler die Entdeckung
der Tubenfigur. Die leere Farbtube enthielt für ihn „in der zufälligen,
unabsichtlichen Verformung figurative Züge, die dem Ur- und Vorbild
meiner inneren Figur entsprachen.“ Brodwolfs Tubenfiguren und deren
Nachfolger, von den Bleimantel-Torsi und mumienhaften, bandagierten
Figuren bis hin zu den Pappmachéfiguren, leben aus dem Verweis auf das
Fragmentarische und Transitorische. Poetisch erzählen sie vom Leben, das
der Vergänglichkeit anheim gegeben ist. Thematisch beschäftigt er sich
in Werkzyklen mit all dem, was sich zwischen Geburt und Tod abspielt.
Aber auch anhand des visuellen Dialogs mit bewunderten Vorbildern –
wie Giotto, Bellini, Michelangelo, Paula Modersohn-Becker und Paul
Klee - lässt er die menschlichen Botschaften und die Empfindungstiefe
seiner Kunst hervortreten. Ein neuer Werkkomplex, der auch in der
Ausstellung in Tuttlingen vertreten sein wird, widmet sich den Flutkatastrophen
neuerer Zeit.
Jürgen Brodwolf lebt und arbeitet in Kandern/Südschwarzwald.

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RUI CHAFES Abgrund
27.März - 03.Mai 2015



Rui Chafes gelingt das scheinbar Unmögliche, er verleiht dem Material
Eisen den Eindruck von Leichtigkeit. Er hämmert, schneidet, schleift und
schweißt Eisenbleche zu fliegenden, gedrehten Linien, die geradezu
schwerelos scheinen, oder zu messerscharfen Gebilden, die Libellen gleichen,
oder zur geheimnisvoll schwebenden Kugel. Rui Chafes (geb. 1966
in Lissabon) ging nach seinem Studium der Bildhauerei an der Faculdade
de Belas-Artes in Lissabon zu Beginn der 1990er Jahre nach Düsseldorf,
wo er ein Meisterstudium bei Gerhard Merz absolvierte. Während seines
Deutschlandaufenthaltes übersetzte er die „Blütenstaubfragmente“ von
Novalis vom Deutschen ins Portugiesische. Wie für den Denker und
Naturforscher der deutschen Frühromantik ist auch nach seiner Auffassung
künstlerische Arbeit mit dem Ausloten von Grenzerfahrung gleichzusetzen.
Wenn er dabei nach nichts anderem als dem Ausdruck des Wesentlichen
strebt, ist seine Haltung in ihrer Radikalität mit der von Josef Beuys
vergleichbar, der forderte, stets nach dem zu suchen, was auch angesichts
des Todes noch Wichtigkeit hat.
Rui Chafes gehört zu den bekanntesten Künstlern Portugals. Er hat sowohl
in seiner Heimat als auch in vielen Ländern der Welt in herausragenden
Häusern ausgestellt und repräsentierte Portugal auf der Biennale von
Venedig (1995 mit José Pedro Croft und Pedro Cabrita Reis) und auf der
Biennale von São Paulo (2004). Rui Chafes lebt und arbeitet in Lissabon.

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PER KIRKEBY
09.Januar - 15.Februar 2015



Der bekannteste zeitgenössische Künstler Skandinaviens ist auch in
Deutschland längst kein Unbekannter mehr. Denn Per Kirkeby, geboren
1938 in Kopenhagen, lehrte von 1978 bis 1989 an der Kunstakademie
Karlsruhe und von 1989 bis 2000 an der Städelschule in Frankfurt am
Main. Die Galerie der Stadt Tuttlingen führt mit ihrer Auswahl von Malerei,
Graphik und Skulptur die erstaunliche Vielseitigkeit des Künstlers vor Augen,
der neben seiner künstlerischen Ausbildung (an der Experimental Art
School in Kopenhagen) das Fach Geologie studiert und mit einer Promotion
abgeschlossen hat. Ein geologischer Charakter ist auch seinen in vielfachen
sedimentartigen Schichten aufgebauten Farbkompositionen eigen,
die Gesteinsoberflächen gleichen, ohne je die Natur abzubilden. Neben
dem Einfluss der Naturwissenschaft spielen kunsthistorische Vorbilder eine
Rolle. So verweisen die in der Ausstellung gezeigten Bronzeskulpturen auf
die Beschäftigung Kirkebys mit dem Bildhauer Auguste Rodin.
Neben zahlreichen Ausstellungen in den großen Museen der Welt nahm
Kirkeby mehrfach an der Biennale in Venedig sowie an der Documenta 7
(1982) und der Documenta 9 (1992) teil.
Per Kirkeby lebt und arbeitet in Kopenhagen, Læsø und Arnasco.

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FABRICE HYBER Homöopathische Bilder
01.August -  07.September 2014



Fabrice Hyber (geb. 1961) ist der Erschaffer eines polymorphen Universums,
in das all seine künstlerischen, philosophischen und naturwissenschaftlichen
Recherchen einfließen. Vergleichbar mit Netzwerken, Lichtbündeln
oder Rhizomen, die sich ständig fortpflanzen und im Fluss befinden, ist auch
seine Gedanken- und Formenwelt weit verzweigt. Spielerisch und stets offen
für das Unvorhergesehene nimmt er das Verhältnis von Mensch und Umwelt
unter die Lupe. „Ich möchte Dinge, Kontakte oder Formen niemals zum Stillstand bringen, geschweige denn sie in allzu einfachen Protokollen fixieren“,
beschreibt der Künstler selbst seine Mission.
Seit dem Jahr 1986 entstehen die sogenannten „homöopathischen Bilder“,
in denen die wesentlichen Gedanken seiner Arbeit zu Collagen verdichtet
sind. Sie bestehen aus Konglomeraten von Skizzen, Notizen, Fotografien
und vorgefundenen Gegenständen und sind von einer transparenten Harzschicht überzogen, die den Blick auf die überbordende Komplexität lenkt
und zugleich den inneren Zusammenhang aller Elemente betont.
Fabrice Hyber ist einer der bekanntesten Künstler Frankreichs. 1997 wurde
er auf der Biennale von Venedig mit dem „Goldenen Löwen“ geehrt.

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DONAUGALERIE 2014 Skulpturenprojekt im öffentlichen Raum
04.Juli - 19.Oktober 2014



DONAU GALERIE 2014 ist ein Skulpturenprojekt mit internationalen und
regionalen Künstlern, das im Sommer den städtischen Raum, vor allem die
Grünanlagen, bereichern wird.
Die sorgfältige Platzierung von Werken unterschiedlichster Prägung schafft
neue Sichtweisen auf die Werke selbst und auf den landschaftlichen und
architektonischen Kontext, in dem sie präsentiert werden.
Titelgebend für die Ausstellung ist die Donau, die eine einzigartige landschaftsprägende Wasserstraße mitten durch Europa darstellt und für eine
viele Regionen übergreifende Verbindung steht. In den jahrhundertlangen
Beziehungen von Natur und Kultur entlang der Donau spiegelt sich das
Leben und die vielfältige Erfahrung mit dem Fluss. In unmittelbarer Nähe
zum Element Wasser ist somit der geeignete Ort, dieses Zusammenspiel in
der Kunst zu reflektieren.
Kuratoren: Anna-Maria Ehrmann-Schindlbeck und Jörg Bach

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DIETRICH KLINGE Paare
10.Januar - 16.Februar 2014



Dietrich Klinge hat sich als Bildhauer der menschlichen Figur verschrieben.
Auf der Grundlage seiner genauen Kenntnis der umfangreichen Geschichte
dieses zentralen und klassischen Themas der Kunst nimmt er dabei
eine eigene und unverwechselbare Position ein. Ungewöhnlich ist sein
technischer Ansatz: Er stellt zunächst mit der Kettensäge Modelle aus Holz
her, um diese dann in Bronze zu gießen. Damit erzeugt er ein eigenwilliges
Spannungsverhältnis zwischen der rauhen Natur des Holzes und der feinen
Glätte des Metalls. Seine Figuren sind von eindrucksvoller Zentriertheit
und Ausdruckskraft, die er erzielt, indem er ihre Form auf wesentliche Züge
reduziert. Sie sind teilweise in sich gekehrt und wirken ähnlich archaisch
wie Totemstelen, sie können aber auch mit expressiven Bewegungsmotiven
überraschen, die schwere Erdverbundenheit mit tänzerischer Leichtigkeit in
Einklang bringen.
Dietrich Klinge, geboren 1954 in Heiligenstadt im Thüringer Eichsfeld, kam
mit seiner Familie im Alter von 6 Jahren nach Stuttgart, wo er aufwuchs und
von 1979 bis 1984 an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste
studierte. Seit 1999 lebt und arbeitet er in Weidelbach in Mittelfranken.
Zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland. Sein Werk ist in namhaften
Sammlungen vertreten.

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HELGE LEIBERG Ein X Hoelle und zurueck
26. Juli - 08. Saeptember 2013



Im Zentrum von Helge Leibergs Arbeit steht die menschliche Figur in
Bewegung. Durch den spontanen Pinselstrich, Charakteristikum seiner
Malerei und Zeichnung, fängt er diese, mit scheinbarer Leichtigkeit und
einprägsam wie eine Chiffre, ein. In der impulsiven Strichführung bilden
Form und Ausdruck eine kraftvolle Einheit. Der menschliche Körper wird
durch tänzerische Posen und spirituelle Aufladung zum Sinnbild für den
Fluss des Lebens und seine wiederkehrenden Grundsituationen. Stets
in Aktion ist Leibergs Figur. Durchdrungen von (Über-)Lebenswillen und
niemals zur Ruhe kommend, scheint sie sich gegen jegliche Erstarrung
aufzulehnen. Eros ist ein wichtiger Impulsgeber für den Tanz des Lebens,
der immer auch ein Tanz des Todes ist.
Die Tuttlinger Ausstellung zeigt ausschließlich neu entstandene Bilder zur
„Göttlichen Komödie“, dem Hauptwerk des italienischen Dichters Dante
Alighieri (1265-1321), das in seiner bildreichen Sprache und durch seine
existentielle Sinndimension seit Jahrhunderten Künstler zur Auseinandersetzung
herausgefordert hat. Wie die meisten bisherigen Illustratoren
der „Göttlichen Komödie“, zu denen u. a. Sandro Botticelli, Eugène
Delacroix, Gustave Doré, Auguste Rodin, Salvador Dali und Robert
Rauschenberg gehören, wird sich auch Helge Leiberg vor allem mit dem
Teil des Infernos befassen.

Bildergalerie: Vernissage Helge Leiberg
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ANDY WARHOL Pop Art
15. Februar - 07.April 2013


Einen Höhepunkt des Jahres 2013 in der Galerie der Stadt Tuttlingen
stellt die Ausstellung mit Werken des Hauptvertreters der Pop-Art ANDY
WARHOL dar. Provokativ und zugleich ansprechend, plakativ und doch
rätselhaft – Andy Warhol (geb. 1928 in Pittsburgh/PA – gest. 1987 in
New York City) hat sich seinen eigenen schillernden Mythos geschaffen.
Er hat die Entwicklung der Kunst nachhaltig geprägt, indem er Phänomene
des Alltags und der Massenkultur zum Gegenstand der Kunst erhoben
hat. Die Ausstellung geht seinen Verbreitungsstrategien auf den Grund und
wird deshalb neben einigen Leinwandarbeiten vor allem Beispiele seiner
Siebdruckserien zeigen. Die Nutzung der fotografischen Vorlage sowie
die Vervielfältigungsmöglichkeit der Graphik sind ebenso Bestandteil der
Popularisierungsstrategie seiner Kunst wie das Spiel mit der allgemeinen
Bekanntheit seiner Motive.

Andy_Warhol_Portrait_of_a_Lady_


Bildergalerie: Andy Warhol Tuttlingen
Bildergalerie: Vernissage






Heinz Mack – Die Sprache meiner Hand
17. Februar – 25. März 2012


Heinz Mack (Jahrgang 1931), international bekannt als Pionier der Licht-Kunst und Mitbegründer der legendären Künstlergruppe ZERO (1957-1966), stellte in Tuttlingen sein zeichnerisches Werk aus. Die große Bedeutung dieses Mediums als Grundlage und „Grammatik seiner Kunst“ wurde in seiner ganzen Vielseitigkeit herausgestellt. Gezeigt wurden – in den unterschiedlichsten Formaten und Ausführungen – Zeichnungen mit Tusche und Feder, Kohlezeichnungen, Frottagen und Farbpastelle. Macks Zeichnungen folgen scheinbar zwanglos den Bewegungen seiner Hand, ihrem Duktus, ihrem Rhythmus, und werden so mehr oder minder unbewusst zur Sprache seiner Empfindungen: „Zeichnungen sind quasi seismographische Diagramme unserer inneren Erregung und Emotion“ (Heinz Mack).

Bildergalerie: Heinz Mack in Tuttlingen


Frank Stella - Polychrome Reliefs und Prints
15. Juli – 11. September 2011


Genau 10 Jahre nach seiner letzten großen Präsentation aktueller Arbeiten in
Deutschland stellte der US-amerikanische Künstler im Sommer 2011 in der Galerie der Stadt Tuttlingen aus. Im Jahr seines 75. Geburtstags wurde eine repräsentative Auswahl seiner Arbeiten aus den letzten zehn Jahren gezeigt.  



Bildergalerie: Frank Stella in Tuttlingen
Bildergalerie: Vernissage Frank Stella





Hans Peter Reuter - Blaue Poesie
17. September – 17. Oktober 2010


Das Quadrat, die Farbe Blau und der Raum sind die Konstanten, die Hans Peter Reuter seit nunmehr vierzig Jahren in seiner Malerei begleiten. Auch die neuesten Arbeiten, die den größten Teil der Tuttlinger Ausstellung ausmachten, basieren auf den Konstanten Quadrat, Blau und Raum.

REUT_3
Hans Peter Reuter, Würfelstern, 2009

Bildergalerie: Hans Peter Reuter in Tuttlingen





Rosalie
23. Juli – 12. September 2010


Die dem Experiment aufgeschlossene Künstlerin präsentierte in Tuttlingen ihre aus Kunststoffgranulat bestehenden Arbeiten. Neben Bildern von überdimensionalen, scherenschnitthaft stilisierten Blüten in starken, von innen heraus leuchtenden Farben waren ebenso zu sehen wie  ihre „Pixelbilder“, die den virtuellen Charakter unserer mediengeprägten Wahrnehmung thematisieren.

rosalie
rosalie, creation_2009, 49teilig, Acryl und Acrylgranulat auf Leinwand, ca. 420 x 420 cm

Bildergalerie: rosalie in Tuttlingen





Candida Höfer - Philadelphia
7. Mai – 13. Juni 2010


Die Fotografin Candida Höfer präsentierte in Tuttlingen ihre im Jahr 2007 entstandene Serie mit Motiven der Stadt Philadelphia/USA: Innenansichten der Pennsylvania Academy of the Fine Arts, der Fisher Library, des Girard College, des Masonic Temple, der Beth Shalom Synagoge von Frank Lloyd Wright.

Hoefer 2010
Pennsylvania Academy of the Fine Arts Philadelphia II, 2007, C-print, 180 x 246 cm, CH-432 - Courtesy Sonnabend Gallery

HOEF_1
Masonic Temple Philadelphia, 2007, Copyright by Candida Höfer



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