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TuWass öffnet Anfang November – Vorgaben kamen erst spät – Freibadgäste mit bis zu 50 Euro pro Kopf subventioniert


Bis Anfang November soll das TuWass wieder öffnen. Nachdem lange nicht klar war, welche Regeln im Herbst gelten, arbeitet das Bäderteam derzeit an einem Hygienekonzept.


Öffnet wieder im November: Das TuWass

Bis vor einer Woche herrschte Unklarheit: Erst am 9. September wurde die überarbeitete Corona-Landesverordnung veröffentlicht, nachdem die bisherige zum 31. August ausgelaufen war. „Bis zu diesem Tag wussten wir also nicht, nach welchen Kriterien wir unser TuWass wieder öffnen können“, sagt OB Michael Beck, „umso wichtiger ist es mir, dass wir jetzt alles vorbereiten, damit wir das Bad schon bald wieder nutzen können.“

Einfach wird es freilich nicht, denn die Besucher-Obergrenze für das TuWass liegt bei 190 Besucherinnen und Besuchern, für die Sauna bei 50. Zum Vergleich: Vor Corona lag der Schnitt bei 500 Besuchern am Tag, an Spitzentagen waren es über 2000. Da im TuWass auch Schulsport stattfindet, Schwimmkurse gegeben werden oder Vereine trainieren, besteht die schwierigste Aufgabe darin, die verschiedenen Nutzungen so zu organisieren, dass die Besucherzahlen eingehalten werden können und trotzdem noch öffentlicher Badebetrieb möglich ist. Derzeit werden verschiedene Modelle geprüft, zum Beispiel mit Einlasszeiten im Stundentakt oder einer Vor- und Nachmittagsöffnung.

Sobald das Konzept steht, muss das TuWass entsprechend ausgerüstet werden – zum Beispiel mit Absperrungen, Wegmarkierungen oder Hinweisschildern. Im Gegensatz zum Freibad fällt dabei ein Problem weg: Ein elektronisches Ticketing-System gibt es hier bereits und muss nicht eigens eingerichtet werden.

„Im Freibad haben wir gezeigt, wie man ein Bad auch unter Corona-Bedingungen betreiben kann“, sagt Bäderleiter Hans Stechhammer, „die Erfahrungen helfen uns nun beim TuWass.“ Allerdings hatte dies auch seinen Preis: Durch den höheren Personalaufwand und die drastisch gesunkenen Besucherzahlen schnellte das Freibad-Defizit in diesem Jahr in die Höhe: Bis Ende August standen rund 17.800 Besuchern schon Kosten von über 420 000 Euro gegenüber – statistisch haben die SWT damit jeden Badegast bisher mit  fast 24 Euro subventioniert. Da jedoch noch nicht alle Kosten vorliegen, ist zu erwarten, dass dieser Betrag am Ende der Saison bei bis zu 50 Euro liegen könnte. Betrachtet man nur das erste Halbjahr, so lag der Betrag sogar bei rund 200 Euro pro Badegast.

„Diese Verluste tun uns weh“, sagt auch OB Beck, „die Alternative wäre nur gewesen, die Bäder komplett geschlossen zu halten.“ Dies sei für ihn aber nie in Frage gekommen. „Auch in schwierigen Zeiten muss die Stadt möglichst viele Angebote für die Bürger bereithalten.“