Donaugalerie – Uraufführung der „Text-Sound-Skulptur“ durch Jeremias Heppeler


Jeremias Heppeler begeisterte das Galerie-Publikum am vergangenen Freitagabend als Akteur und Autor einer künstlerischen Uraufführung mit Textrezitation, Sound und bewegten Bildern. Als Veranstaltungsbestandteil des Skulpturenprojektes Donaugalerie bezog sich die „Text-Sound-Skulptur“ des aus Fridingen an der Donau stammenden jungen Künstlers thematisch auf Literatur, Geschichte und mundartliche Überlieferung rund um das Wasser.

Bild von Jeremias Heppeler
 
„Im Element Wasser hat alles seinen Anfang und sein Ende“ (Jeremias Heppeler). So handelten einige der vorgetragenen Textpassagen von wichtigen Schnittstellen menschlicher Evolution sowie dem Ursprung der Kultur im Donautal. Indessen kreiste der Schwerpunkt von Versatzstücken aus Literatur und mündlichen Erzählungen (unter anderem der Großmutter des Künstlers) um Menschen, die dem Leben nicht mehr gewachsen sind und deshalb im Wasser ihr Ende suchten, wie etwa die berühmte britische Schriftstellerin Virginia Woolf (deren Nachname Heppeler in bewusster Abwandlung zu „Wolf“ macht).

Auf vier Bildschirmen wurde das eigens für die Text-Sound-Skulptur gedrehte Video ausgestrahlt. Vom Ufer eines fließenden Gewässers aus gefilmt, veranschaulichte eine im Wasser ein- und untertauchende sowie dahintreibende Figur (Jeremias Heppeler selbst) mit schaurigen Masken (vom Künstler Willi Bucher) sehr eindrücklich die morbide Thematik. Auch der Sound, erzeugt mit einem selbst gebauten Metallinstrument, einer Violine, elektronischen Tönen und Aufnahmen, berührte geräuschvoll die Grenzen der Sinneswahrnehmung.
 
Als Performance-Künstler trat Jeremias Heppeler solo auf, doch die Zusammenstellung von Inhalten und sinnlichen Eindrücken sowie das Video sind in Kooperation mit dem Vater Christof Heppeler entstanden. Das von dem fulminanten Wirbel an Eindrücken überwältigte Publikum, das knapp 70 Personen umfasste, spendete minutenlangen Applaus.