NUNZIO in der städtischen Galerie - Vom samtigen Zauber verbrannten Holzes


Der italienische Künstler NUNZIO stellt in der Galerie der Stadt Tuttlingen aus. Vernissage ist am Freitag, 15. Februar, um 19 Uhr.



NUNZIO, ohne Titel, geschwärztes Holz, 2019NUNZIO, ohne Titel, geschwärztes Holz, 2019 

NUNZIO gehört zu den wenigen zeitgenössischen italienischen Künstlern, die sich kontinuierlich auch international bemerkbar machen. Für seine Ausstellung in der Galerie der Stadt Tuttlingen hat er nun unter dem Motto „SKIÁ“ (griechisch: Schatten) eigens eine auf die Räumlichkeiten abgestimmte Serie von Arbeiten geschaffen.
 
Nachdem zu Beginn seiner Künstlerkarriere in den 70er Jahren die Technik des Gipsabgusses im Vordergrund stand, wandte NUNZIO sich dem Material Holz zu, dem er bis heute treu ist. Das eher einfache Material verwandelt er durch seine Arbeit in Objekte von Eleganz und Leichtigkeit. Gewaltige Holzbalken werden mit der Kettensäge bearbeitet, Formen ausgelöst und zu meist aus mehreren Teilen bestehenden Skulpturen zusammengesetzt. Tiefe Schwärze ist ein wichtiges Charakteristikum der Skulpturen von NUNZIO. Der Künstler erzeugt diese, indem er die Oberfläche des Holzes soweit mit einer Flamme verbrennt bis alle dem Holz eigenen Merkmale unter einer dünnen und doch satten Kohleschicht verschwinden. Das solchermaßen bearbeitete Holz erhält eine Schwärze, deren Samtigkeit und schimmernde Anmutung mit nichts anderem vergleichbar ist. In dieser Machart fertigt der Künstler seit den 80er Jahren an der Wand hängende Reliefs und große, aus mehreren, verschieden großen Hölzern zusammengefügte an der Wand angelehnte oder frei stehende Skulpturen. Als skulpturale Objekte scheinen sie die Gesetze der Schwerkraft zu verneinen und verbergen dennoch nicht ihre physische Substanz und treiben ein optisches Spiel zwischen Zwei- und Dreidimensionalität.
 
Neben den Werken aus geschwärztem Holz gibt es die fortlaufende Werkserie, in der Nunzio di Stefano mit gewalztem Blei arbeitet. Papierdünne Bögen von Blei werden jeweils auf Keilrahmen aufgezogen. In die formbaren Flächen drückt er konkave Felder verschiedener Größe ein, die durch das einfallende Licht eine besondere Plastizität erhalten und paradoxerweise schwebend leicht wirken.
 
NUNZIO, geboren 1954 als Nunzio di Stefano in Cagnano Amiterno (Provinz L'Aquila), studierte an der Accademia di Belle Arti di Roma. Seit seiner ersten Personalausstellung im Jahr 1981 in der Galleria Spazia in Bozen ist Nunzio stets an prominenten Kunstorten vertreten. 1986 wurde er auf der Biennale von Venedig mit dem Preis für Nachwuchskunst ausgezeichnet. Zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland folgen. 1993 und 1995 erhält er erneut die Einladung auf die Biennale von Venedig. 2005 veranstaltet das MACRO-Museo d´Arte Contemporanea in Rom eine große Einzelausstellung. NUNZIO lebt und arbeitet in Rom und Turin.
 
Die Eröffnung der Ausstellung „NUNZIO – Skiá“ findet im Beisein des Künstlers am Freitag, 15. Februar, um 19 Uhr, statt. Die Ausstellung ist bis zum 28. April während der üblichen Öffnungszeiten der Galerie (Dienstag bis Sonntag 11 bis 18 Uhr) geöffnet.