Verleihung des Sportpreises an Rolf Brohammer Mittwoch, 25. Oktober 2017 – 18.30 Uhr


Rede von Oberbürgermeister Michael Beck


Sehr geehrte Damen und Herren,
 
herzlichen Dank an das Ensemble „Dos Mundos“ für die schöne Einstimmung, besonders vielen Dank an Patrick Brohammer. Wenn der Sohn die Ehrung des Vaters umrahmt, ist es schon etwas ganz Besonderes.
 
Ich begrüße heute Abend zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter des Gemeindesrates.  Ich freue mich, dass Sie hier sind – schließlich ist der Sportpreis ja neben dem Kultur- und dem Sozialpreis einer der drei stätischen Ehrenpreise, die wir seit 2007 an Bürgerinnen und Bürger vergeben, die sich in besonderer Weise in einem dieser Bereiche verdient gemacht haben.

Das Engagement von Rolf Brohammer hat nicht nur die Sportszene in Tuttlingen geprägt. Es wirkt auch in die Region hinaus Deshalb freue ich mich, heute als Vertreter des Sportkreises Tuttlingen Karl-Heinz Hügel begrüßen zu dürfen.
 
Für den Stadtverband für  Sport heiße ich Ulrich Trommer willkommen – er wird nachher auch ein Grußwort  sprechen.
 
Ich freue mich, dass zahlreiche Freunde, Verwandte und Wegbegleiter heute gekommen sind, um diesen besonderen Moment mit Rolf Brohammer zu teilen. Besonders begrüße ich seine Familie, seinen Sohn Patrick mit seiner Frau Melanie Muñoz-Brohammer und den Kindern, ganz besonders aber seine Frau Uschi. Denn eines ist ja auch klar: Wenn ein Mensch für  so ein vielfältiges und über viele Jahre andauerndes ehrenamtliches Engagement geehrt wird, dann gilt die Auszeichnung immer auch dem Partner oder der Partnerin, ohne die dies nicht möglich gewesen wäre.
 
Meine Damen und Herren,
 
in jedem Verein gibt es zwei Typen von Menschen. Es gibt diejenigen, die Visionen entwickeln. Die Pläne schmieden. Die Kontakte knüpfen. Die Strippen ziehen. Die andere für ihre Ideen begeistern. Und die es durchsetzen, dass ihre Ideen auch umgesetzt werden.
 
Und dann gibt es die anderen. Nämlich die, die auch etwas schaffen.
 
Ganz selten aber gibt es Menschen, die zu beiden Gruppen gehören. Und zu jener seltenen Spezies gehört Rolf Brohammer.
 
„Wenn er etwas anpackt, dann lebt er dafür“, sagte mir ein Bekannter von ihm. Und er lebt nicht nur dafür, er tut auch etwas dafür. Und von dieser vielfältigen Leidenschaft hat Tuttlingen im Laufe der Jahre ganz erheblich profitiert.
 
Es ist sicher keine Übertreibung, wenn man behauptet, dass die Sportstadt Tuttlingen ohne Rolf Brohammer eine andere wäre. Und vor allem: Dass es ihr an Aushängeschildern fehlen würde, an besonderen Veranstaltungen, an Events, die das Image unserer Stadt heute positiv prägen. Denn auch im Sport ist es immer wichtiger, Veranstaltungen auch so zu vermarkten und so zu präsentieren, dass sie aus der Masse herausstechen.
 
Dass er nach Tuttlingen kam, ist für unsere Stadt also ein Glücksfall. Und es waren berufliche Gründe, die ihn in die Stadt brachten. Denn geboren ist Rolf Brohammer in Singen. Seine Laufbahn begann er als Speditionskaufmann, schon bald aber wechselte er als Filialleiter zu der Firma, der er sein ganzes Berufsleben über treu bleiben sollte: Zu Aldi. Zunächst leitete er den Markt in Schwenningen, später dann und über viele Jahre die beiden Tuttlinger Aldi-Märkte.
 
Sportlich war Rolf Brohammer schon immer. Und so spielte er in seiner Freizeit Tennis und Squash, surfte und fuhr Ski – und spielte aktiv Fußball. Beim FV  Wurmlingen durfte er die goldene Ära das Vereins erleben: Die Jahre, in denen Wurmlingen in der Landesliga spielte.
 
Vom FV Wurmlingen verlagerte sich sein Schwerpunkt im Laufe der Jahre zu den Tuttlinger Sportfreunden. Dort war er zum einen  stellvertretender Abteilungsleiter Fußball und Mitglied der Vorstandschaft, zum anderen entdeckte er seine Leidenschaft fürs Laufen – und gab diese auch an andere weiter.   
 
Er wurde Leiter des Lauftreffs. Er organisierte die Tuttlinger Stadtläufe mit. Er und war auch in vorderster Reihe mit dabei, als aus den klassischen Stadtläufen das Event wurde, das heute unser sportliches Markenzeichen schlechthin ist: Run and Fun. Rolf Brohammer gehörte von Beginn an zu den Machern, Planern und Strategen dieser Veranstaltung – sei es bei der Konzeption der Laufstrecke, sei es bei der Gestaltung des Rahmenprogramms. 
 
Doch Rolf Brohammer gehört zu den Leuten, die sich mit dem Erreichten nie zufrieden geben, die immer nach etwas Neuem suchen. Und so wundert es nicht, dass er – als winterliche Ergänzung zu Run and Fun – auch den Tuttlinger Silvesterlauf ins Leben rief und ein weiteres Markenzeichen schuf.
 
Ich erwähnte eingangs, dass es unter Vereinsfunktionären die Ideengeber und die Schaffer gibt. Unter den Mitgliedern von Sportvereinen gibt es meist auch zwei Typen: Diejenigen, die selber aktiv Sport treiben – und jene, die zwar organisieren, ansonsten aber den anderen beim Sport nur noch zusehen.  Auch hier fällt Rolf Brohammer aus der Reihe: Er organisiert viel – und ist als Läufer noch bewundernswert aktiv. Erst vor ein paar Tagen lief er wieder einen Halbmarathon.  Wobei ein Halbmarathon bei ihm eigentlich nicht erwähnenswert ist. Dass er die Klassiker wie die Läufe in New York, Hamburg oder Berlin allesamt schon abgehakt hat, versteht sich ebenfalls von selbst. Doch 42,195 Kilometer sind ihm eher zu wenig. Deshalb hat er schon mehrere Ultramarathons erfolgreich absolviert - zum Beispiel die 100 Kilometer von Biel in der Schweiz, den Comrades-Marathon in Südafrika oder den Swiss Alpine (englisch ausgesprochen) bei Davos.
 
Wer sich solchen Herausforderungen stellt, benötigt intensives Training. Um so bewundernswerter ist es, dass sich Rolf Brohammer über die Arbeit im eigenen Verein hinaus in der Stadt einbringt. So war er über Jahre auch aktiv im Stadtverband für Sport. Und die Stadtverwaltung unterstützte er bei der Vorbereitung von Veranstaltungen wie der Sportlerehrung oder dem Tag des Sports. Immer wieder gelingt es ihm auch, prominente Sportler in der Stadt zu holen. Ein weltweit bekannter Ausdauersportler wie Joey Kelly wäre ohne Rolf Brohammer vermutlich nicht nach Tuttlingen gekommen.
 
Gerade Joey Kelly passt ganz gut zu Rolf Brohammer – denn beide sind in zwei Welten zu Hause: Der des Sports. Und –  bei Joey Kelly als Mitglied der Kelly Family – der der Musik. Nun tourte Rolf Brohammer zwar nicht Gitarre spielend durch ganz Europa. Die Rolle des aktiven Musikers hat er seinem Sohn Patrick überlassen. Aber dafür hat Rolf Brohammer als Kulturliebhaber und Organisator in Tuttlingen bleibende Spuren hinterlassen.
 
Interessanterweise führte sein Weg zur Kultur auch über den Sport. Es begann damit, dass er die Sportfreunde-Gala mitvorbereitete – und daran immer mehr Freude hatte und auch sein Wissen kontinuierlich ausbaute. Er wuchs quasi in diese neue Rolle hinein, und dass er seit vielen Jahren regelmäßig bei der  Freiburger Kulturbörse auf Talentsuche geht, ist ein Ergebnis dieser Arbeit.
 
Für erfolgreiche Kulturarbeit braucht man Wissen – vor allem aber ein gutes Gespür für das, was beim Publikum auch ankommt. Und dies bringt er nun seit Jahren als Programmchef des Kulturhauses Altes Krematorium mit ein. Und dank diesem mit viel Liebe und Engagement zusammengestellten Programm geht nun auch das Konzept auf, dass die Aktiven des Heimatforums vor Augen hatten, als es um 2000 darum ging, das Gebäude vor dem Abbruch zu retten: Hier am Fuße des Honbergs ist ein ganz besonderes Kulturzentrum entstanden. Unabhängig von der Stadt, mit einem ganz eigenen Profil, und organisiert von engagierten Ehrenamtlichen – von Menschen wie Rolf  Brohammer. Eigentlich hätte man ihm heute auch den Kulturpreis verleihen können.
 
Es wäre nur ein weiterer von mehreren Preisen, mit denen das vielfältige Wirken von Rolf Brohammer schon gewürdigt wurde. So erhielt er bereits
 
den Sportanerkennungspreis der Stadt Tuttlingen
den Sport-Oscar des TSF
und die WLSB-Ehrennadeln in Silber und Gold 
Heute nun freue ich mich, Rolf Brohammer mit dem Sportpreis der Stadt Tuttlingen auszuzeichnen.
 
Die Urkunde  trägt folgenden Wortlaut:
 
„Das umfangreiche Angebot unserer Sportvereine ist auf das Engagement unserer Bürgerinnen und Bürger angewiesen. Unsere Vereine leben von Menschen, die Zeit und Energie einbringen
und so das Leben in unserer Stadt bereichern. Gleichzeitig benötigt der
Sport Vorbilder, deren Erfolge andere motivieren. Die Stadt Tuttlingen fördert daher Engagement im Sport und zeichnet
besondere Verdienste aus.
 
In Anerkennung seines Einsatzes für den Sport ehrt die Stadt Tuttlingen
Rolf Brohammer mit dem Sportpreis.
Tuttlingen, den 25. Oktober 2017
Michael Beck, Oberbürgermeister“
 
Der Preis selber ist ein Kunstwerk von Ralf Behrendt. Ich bin sicher, dass sich für das Werk in einem kulturbegeisterten Haushalt ein passender Platz findet.