Galerie der Stadt Tuttlingen: "Nischen" zeigt Fotografie von Man Ray bis Sigmar Polke


Arbeiten von Fotografen wie Man Ray, Nan Goldin oder Sigmar Polke sind in der diesjährigen Foto-Ausstellung in der Galerie der Stadt Tuttlingen zu sehen. Unter dem Titel "Nischen - Von der Architektur und Landschaft bis zur Szene" wird vom 22. Juli bis 11. September zeitgenössische und klassische Fotografie aus der Sammlung Vincent Maier präsentiert.

Nischen
Wolfgang Tillmans: Smokin' Jo, 1995, Cibachrome;
Courtesy Galerie Daniel Buchholz, Köln


Die persönliche Handschrift eines Fotografen äußert sich insbesondere in der Thematik, auf die er sich spezialisiert hat. Einige dieser "Nischen" möchte diese Ausstellung vorstellen. Die ausgewählten Arbeiten von international bedeutenden, vorwiegend zeitgenössischen Fotokünstlern stammen aus einer süddeutschen Privatsammlung, die im Laufe der vergangenen fünfzehn Jahre entstanden ist.
Angefangen bei einzelnen Fotografen des frühen 20. Jahrhunderts, den Surrealisten Man Ray und Hans Bellmer, reichen die Namen der Zeitgenossen von Sigmar Polke und Jürgen Klauke über die Becher-Schüler Candida Höfer, Axel Hütte, Thomas Struth und Andreas Gursky bis hin zu Shirin Neshat, Beat Streuli und Wolfgang Tillmans.

Nischen
Andreas Gursky: Salerno, 1988, C-Print;
Copyright VG Bild-Kunst, Bonn 2005


Sigmar Polke spielt dabei mit dem durch chemische Experimente provozierten Zufall. Als Performancekünstler schuf Jürgen Klauke inszenierte Fotografien mit seiner eigenen Person, die sich mit den Themen Angst und Isolation auseinandersetzen. Candida Höfer fotografiert menschenleere, öffentliche Innenräume wie Museen und Bibliotheken, die eine eigentümliche Beleuchtung aufweisen. Von erhöhtem Standpunkt aufgenommen sind die städtischen Räume Andreas Gurskys, die eine ausgeprägte Ausgewogenheit kompositorischer Achsen aufweisen und oft von winzig klein wirkenden Menschen belebt werden. Nan Goldin und Wolfgang Tillmans dokumentierten das städtische Nachtleben, insbesondere in der Homosexuellenszene. Shirin Neshat beleuchtet in kritischer, aber auch sehr poetischer Weise die Lebensbedingungen iranischer Frauen.

Ziel der Ausstellung ist vor allem die Präsentation und Diskussion einzelner herausragender Positionen der zeitgenössischen und klassischen Fotografie. Die Arbeiten sollen dabei aber auch zur Frage anregen, wie das Sammeln von Kunst am Beispiel der Fotografie seinen Anfang nehmen und wie es sich zur Leidenschaft entwickeln kann. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.





INFO:

Die Ausstellung wird am Freitag, 22. Juli 2005, um 19 Uhr eröffnet. Eine öffentliche kostenlose Führung ist am Dienstag, 26. Juli, um 18 Uhr. Geöffnet ist die Galerie auch am Samstag, 10. September, im Rahmen der "Nachtkultour".