Helga Weihs in der Galerie der Stadt Tuttlingen: Gebaute Skulpturen aus Holz


Geometrische Skulpturen aus Holz prägen das Werk von Helga Weihs. Ausgewählte Arbeiten sowie ein eigens für Tuttlingen geschaffenes Werk sind unter dem Titel "Grundriss Raumbild" vom 21. Oktober bis 20. November in der Galerie der Stadt Tuttlingen zu sehen.

Helga Weihs in der Galerie

Unerwartet farbig wirken die Skulpturen der Kölner Bildhauerin Helga Weihs, denn sie verwendet ausschließlich unbehandelte Holzarten wie Ahorn, Eiche, Buche, Kirsche oder Wenge. In vielen ihrer Arbeiten setzt sie abwechselnd helles und dunkles Holz so aufeinander, dass sie an die Bauten der Frührenaissance in Florenz und Siena denken lassen. Tatsächlich setzt sich Helga Weihs viel mit Architektur auseinander. Sie spricht vom "Skulpturen Bauen", und wie ein Gebäude sind auch ihre Skulpturen aus einzelnen Teilen zusammengefügt.

In ihren konkreten, geometrischen Skulpturen kehren ausgewählte Baumaße eines Gebäudes modulhaft wieder. Die in kleinerem Maßstab wiederholten Elemente erinnern daran, dass sich das Kleine im Übergeordneten spiegelt.

Helga Weihs schafft Ordnung, indem sie das Gesehene auf wesentliche Elemente reduziert. Diese Ordnung hilft dabei, das Charakteristische eines Raums wahrzunehmen. Dabei schaffen die meisten ihrer Skulpturen neuen, oftmals begehbaren Raum.

Die Architektur der 1987 gebauten Galerie der Stadt Tuttlingen inspirierte die Kölner Künstlerin zu einer leicht wirkenden, transparenten Skulptur, für die sie die Wandlängen und Lichtverhältnisse des Raums aufgriff. Die Abstände zwischen den aufeinander gestapelten Hölzern sind nicht etwa mathematisch kalkuliert, sondern folgen dem ästhetischen Empfinden der Künstlerin. Was man durch die Öffnungen hindurch sieht - zum Beispiel das Spiel der hintereinander erscheinenden Hölzer - ist Teil der Skulptur.

Ein zweiter Schwerpunkt von Helga Weihs' Werk sind zweifarbige Skulpturen mit sinnlichem, lebendigem Charakter, die sich in gewölbten, organischen Formen ausbreiten.

INFO:

Eröffnung der Ausstellung ist am 21. Oktober 2005 um 19 Uhr. Die Ausstellung ist bis zum 20. November zu den üblichen Öffnungszeiten (Dienstag bis Sonntag 11 Uhr bis 18 Uhr) zu sehen. Ein kostenlose Führung ist am Dienstag, 8. November, um 18 Uhr. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.