Symbolische Rückeroberung des Hohentwiel - Gemeinderäte hissen Flagge auf der Burgruine


Eine symbolische Rückeroberung des Hohentwiel nahmen dieser Tage eine Gruppe Tuttlinger Gemeinderäte und OB Michael Beck vor. Damit erinnerten sie an die gemeinsame Geschichte von Stadt und Berg, die derzeit auch in einer Ausstellung im Fruchtkasten dargestellt wird. 
 
Bis 1968 gehörte der Hohentwiel zu Tuttlingen – ein historisches Kuriosum, das erst durch ein Landesgesetz aufgehoben wurde. Die Liebe der Tuttlinger zu ihrem einstigen Hausberg ist aber ungebrochen. Und an die gemeinsame Geschichte erinnert auch eine Ausstellung, die derzeit im Museum im Fruchtkasten gezeigt wird.
 
Passend dazu brachen dieser Tage OB Michael Beck und einige Gemeinderäte nach Singen auf – bewaffnet mit einer Tuttlinger Flagge und dem Willen, nach über 40 Jahren Fremdherrschaft den Berg wieder für Tuttlingen zu gewinnen. Auch wollten sie ein altes Versprechen aus Singen in Erinnerung rufen. Dort hatte man nämlich einst zugesagt, dass Tuttlingen als Ersatz für den Verlust jährlich ein Fuder Wein erhält -  also rund 1500 Liter. Bis jetzt beschränkten sich die Lieferungen allerdings auf ein Fass mit saurem Birnenmost, das vor einigen Jahren am Rande eines Gemeinderatsbesuchs übergeben wurde.
 
Singens OB Bernd Häusler empfing die Gruppe am Fuße des Berges, überließ den Tuttlinger Gästen die Burg aber kampflos, so dass sie ohne Widerstände die Flagge von den Zinnen der Ruine hissen konnten. Den Erfolg feierten die Tuttlinger mit einer Weinprobe im Weingut Vollmayer. Die Weine vom Elisabethenberg am Fuße des Hohentwiels – übrigens der höchstgelegene Weinberg Deutschlands – schenkt die Stadt Tuttlingen regelmäßig bei besonderen Anlässen aus. Schließlich stammen sie vom ehemaligen Hausberg.
 

Symbolische Rückeroberung: Die Tuttlinger Flagge wehr vom Turm des Hohentwiel.