Tuttlinger Haus – Neue Exponate über Donauschwaben und historische Rom-Ansichten


Am Ostersonntag, 27. März, öffnet das Tuttlinger Haus seine Türen. Das Museum ist bis Ende Oktober am Dienstag-, Donnerstag-, Samstag- und Sonntagnachmittag geöffnet. Lediglich zum Saisonauftakt lädt das Museum auch am Montag zum Osterspaziergang in das geschichtsträchtige Gebäude ein. Dieses Jahr wurde das Zimmer, in dem es um die Zugewanderten und „Rei´g´schmeckte“ geht, erweitert. Neue Exponate, die von den Donauschwaben dem Museum übergeben wurden, ergänzen die bisherige Präsentation.
 
Der Ausflug lohnt doppelt, denn ab Ostersonntag sind im Hugo-Geißler-Saal des Fruchtkastens 25 pittoreske Ansichten der „Verdute di Roma“ von Giovanni Battista Piranesi (1720-1778) zu sehen. Die großformatigen Faksimiledrucke sind Teil der Sammlung, die Dr. Alexander Paul vor einigen Jahren der Stadt Tuttlingen schenkte.
 
Mit dem Namen des 1720 in Venedig geborenen und 1778 in seiner Wahlheimat Rom gestorbenen Giovanni Battista Piranesi werden hauptsächlich zwei Stichsammlungen verbunden: die sechzehn Tafeln der Carceri d`Invenzione (1749/50) und die 135 Blätter der großformatigen Vedute di Roma. Im Fruchtkasten sind jetzt – passend zu Ostern - 25 Ansichten von Rom zu sehen und zwei Blätter der Carceri zu sehen. Bis heute übt das Werk des genialen Kupferstechers Giovanni Battista Piranesi eine große Faszination auf die Menschen aus. Eine Mischung aus prächtigen Bauten, überwucherten Ruinen und wilder Natur fasziniert heute genauso wie vor rund 250 Jahren. Wie ein Reiseführer öffnete Piranesi seinen Zeitgenossen die Augen für die Schönheit und Bedeutung des alten Roms und zieht auch heutige Betrachter in Bann. Als Archäologe und Architekt hatte er einen besonders geschärften Blick auf das antike und barocke Rom und hielt diesen auf den Kupferplatten fest.
 
Begonnen mit einer Folge berühmter Kirchen in Rom, folgen eindrucksvolle Plätze, Brunnen und einige Paläste, dann kommen immer mehr die eigentlichen antiken Denkmäler römischer Baukunst wie die Engelsburg, Ponte Salario, das Theater des Marcellus, die Cestius Pyramide, das Kapitol und das Forum Romanum hinzu, gefolgt von einer Reihe antiker Tempel. Später setzt er die Folge mit den Ruinen der Villa Hadriana fort. Die Ergebnisse häufiger Reisen nach Tivoli finden sich wieder in elf Blätter der 'Vedute di Roma', u.a. den Wasserfällen bei Tivoli und von der Villa des Maecenas. Die Ausstellung kann vom 27. März bis 24. April Mai samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr besichtigt werden.


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