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International Business School Tuttlingen - Abschied für die ersten 15 Absolventen - Prof. Ungethüm zeigt "Lebenslügen der Gesundheitspolitik" auf


Zum ersten Mal in ihrer noch jungen Geschichte verabschiedete die International Business School Tuttlingen 15 Absolventen. Die Angehörigen des Abschlussjahrgangs 2006 sind die ersten überhaupt, die je in Tuttlingen einen akademischen Titel erworben haben.

Die 15 Absolventen
Die Absolventen zusammen mit Oberbürgermeister Michael Beck, Rektor Prof. Wolfgang Hiller,
Alt-Ob Heinz-Jürgen Koloczek, Landrat Guido Wolf und Vertretern der Partnerunternehmen.

Fast drei Jahre lang lernten sie abends und an Wochenenden, waren gleichzeitig beruflich stark eingespannt, gründeten Familien oder bauten sogar noch Häuser - den Leistungen der MBA-Absolventen zollte nicht nur Prof. Wolfgang Hiller Respekt: "Diese Mehrfachbelastung war enorm" betonte der Rektor der Hochschule Reutlingen. Und Oberbürgermeister Michael Beck stellte fest, dass die Absolventen während der letzten Jahre "nicht nur studiert, sondern auch richtig gearbeitet" haben.

In seiner Begrüßung ging Beck auf die Geschichte der International Business School ein und betonte gleichzeitig die Bedeutung einer akademischen Bildungseinrichtung für den Standort Tuttlingen. Mit Blick auf die aktuelle Hochschulpolitik des Landes ist Beck aber zuversichtlich, "dass es uns gelingen wird, den Bildungsstandort Tuttlingen zu schärfen."

Mit dem Master of Business Administration in der Fachrichtung Medical Devices and Healthcare Management verlassen die 15 Absolventen die International Business School - und mit der Gesundheitsbranche und somit dem Tätigkeitsfeld der ehemaligen Studenten befasste sich Festredner Prof. Michael Ungethüm. Dabei zeigte der Vorstandsvorsitzende der Aesculap AG mehrere "Lebenslügen der Gesundheitspolitik" auf. Dass medizinischer Fortschritt zu mehr Effizienz führe sei, ebenso widerlegt wie der Glaube, dass er die Gesellschaft gesünder mache - im Gegenteil: Je besser die medizinische Versorgung, desto höher sei der Anteil der chronisch Kranken. Finanzierbar bleibe das System nur durch Verzicht - zum Beispiel auf weitere Spezialisierungen. Auch müsse man sich vom Ziel verabschieden, alles immer und überall optimal behandeln zu können.

Verabschiedet wurden die Absolventen von Prof. Wolfgang Hiller und Oberbürgermeister Michael Beck. Dem Jahrgang gehören Lars Bödeker, (KLS Martin), Dr. Dirk Friedrich (Aesculap), Nicole Fuchs (Karl Storz), Sven Gnirss (Pfeiffer GmbH), Tobias Herb (KLS Martin), Boban Ivanovic (Henke-Sass, Wolf), Timo Kleinwächter (Aesculap), Gunther Lamparter (Aesculap), Andreas Lauer (Aesculap), Danilo Melis (Karl Storz), Fabian Alexander Müller (Aes-culap), Christian Portscheller (Karl Storz) Mirko Rapp (Aesculap) und Stefan Storz (Karl Storz) an.

Jahrgangsbester ist Tobias Herb, der gleichzeitig auch Jahrgangsbester aller Reutlinger MBA-Absolventen ist. Im Namen seiner Kommilitonen dankte er den beteiligten Unternehmen, dass trotz der Konkurrenzsituation alle Firmen in Sachen MBA an einem Strang ziehen. Er betonte die Rolle der Qualifikation in der Zeit der Globalisierung - deren Folgen die Studenten übrigens auf besondere Weise zu spüren bekamen: Die Wandplastik von Roland Martin, die sie der Schule stiften wollten, wurde nicht rechtzeitig fertig - weil einige chinesische Großaufträge sämtliche Brennöfen für Skulpturen belegen.