Kulturpreis für Udo Braitsch – „Hervorragendes für die Kunstszene der Stadt geleistet“


Der Künstler Udo Braitsch wurde am Mittwoch mit dem Kulturpreis der Stadt Tuttlingen ausgezeichnet. Gewürdigt wurde damit sowohl der Künstler Braitsch als auch der Kunsterzieher und langjährige Kunstkreis-Vorsitzende.

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Kulturpreis übergeben: OB Michael Beck und Udo Braitsch.

„Für die Kultur- und Kunstszene unserer Stadt haben Sie Hervorragendes geleistet“, stellte OB Michael Beck in seiner Laudatio fest. „Sie sind Künstler, Kunsterklärer und Kunstvermittler“. Und dass Braitsch als Kunsterzieher am Immanuel-Kant-Gymnasium außergewöhnlich war, konnte Beck auch aus den Erzählungen seiner eigenen Kinder bestätigen.

Braitsch kam 1950 in Tuttlingen zur Welt, bereits der Vater war künstlerisch tätig. „Die Leidenschaft zur Kunst wurde Ihnen bereits in die Wiege gelegt.“ Nach dem Studium der Kunst und der Kunstgeschichte in Karlsruhe kehrte der „Ur-Tuttlinger“ Braitsch in seine Heimatstadt Tuttlingen zurück, um dort Kunst zu unterrichten und als freier Künstler zu arbeiten.

Parallel dazu engagierte er sich im Kunstkreis, dessen Vorsitzender er auch von 1983 bis 1992 war – in der Zeit also, in die auch die Entscheidung für den Bau der heutigen Galerie fiel. „Hier haben Sie Lobbyarbeit im besten Sinne geleistet“, so Beck. Ohne diese gebe es vermutlich die Galerie und die enge Kooperation zwischen Stadt und Kunstkreis heute nicht.

Über Braitschs Werk sprach sein langjähriger Wegbegleiter und Kunsterzieher-Kollege Hellmut Dinkelaker. Braitschs Malerei wolle nicht enträtselt werden, erklärte Dinkelaker, gab dann aber doch einige interessante Überlegungen zu Braitschs wie Theaterkulissen inszenierten Stillleben mit ihren außergewöhnlichen Farben und Spiegelungen. „Bewegend und verstörende Bilder“ seien so entstanden, so Dinkelaker.  Bemerkenswert sei freilich auch Braitschs Tätigkeit als Kunstlehrer, die er bis zu seiner Pensionierung vor einem Jahr ausübte. Vor allem habe er „das Schwäbische als eigene pädagogische Methode“ eingeführt.

In seinen Dankesworten bezeichnete Braitsch die 1987 eröffnete Galerie als „Tuttlinger Kunstwunder“, zu deren Entstehen auch Roland Martin entscheidend beigetragen habe. Kunst, so Braitsch, müsse man pflegen – und dies auch in schweren Zeiten. Gerade immaterielle Werte seien es, mit denen der Menschen Kraft sammeln könne. Und nachdem er eine Arbeit von Ralf Behrendt als Kunstpreis erhalten hatte, schenkte er als Dank der Stadt eines seiner Gemälde – verbunden mit dem Wunsch, dass „die Prosperität der Stadt so lange hält wie die Ölfarbe, mit der das goldene Ei auf dem Bild gemalt ist.“