Markus Selg in der Galerie der Stadt Tuttlingen - Erste große Ausstellung in der Heimatstadt


Die Herbstausstellung der Galerie ist dem aus Tuttlingen stammenden Markus Selg gewidmet. Es handelt sich um die erste große Präsentation in der Heimatstadt des Künstlers, dessen Arbeit inzwischen internationale Beachtung findet. Sie wird sowohl von Freunden und Bekannten als auch von der Kunstszene mit Spannung erwartet.

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Markus Selg: StillLife (Venus), Pigmentdruck auf Papier, 53x43 cm, 2012

Als große Besonderheit des Eröffnungsabends am 13. September zeigt Markus Selg im Anschluss an die in der städtischen Galerie stattfindende Vernissage der Ausstellung noch im Scala-Kino sein neuestes Filmkunstwerk „Das ewige Antlitz“ (99 min), dessen in Prag gedrehte Sequenzen bewegter Bilder von Schönheit, Liebe und Vergänglichkeit handeln.

Markus Selg, geboren 1974, bedient sich bei seiner Arbeit aller heute zur Verfügung stehenden Medien. Das Handgemachte in Form von Gemaltem und Geschnitztem hat einen ebenso hohen Stellenwert wie die Nutzung neuester digitaler Computertechnologie.
Totemähnliche Skulpturen aus Naturmaterialien wie Holz, Jute, Gips und Stroh sind den vier Elementen – Erde, Feuer, Wasser und Luft – gewidmet. Landschaftsmotive und menschliche Akte lassen archaische Vorstellungen vom Paradies anklingen. Arrangements von gemalten und geschnitzten Figuren, kombiniert mit Möbel- und Textilelementen sind in einer beeindruckenden Serie von Digitalprints  als Stillgeben festgehalten, die wie Abzüge von altem Filmmaterial erscheinen und somit Zeit und Vergänglichkeit thematisieren.

In den letzten Jahren hat der Film als Medium eine große Bedeutung im Werk Selgs eingenommen. In Rauminstallationen werden die verschiedenen Elemente – Skulpturen, Reliefs, Gemälde und Drucke - durch das Spiel mit Positionierungen und Zuordnungen, unterstützt durch Dramaturgie und Lichtführung, vergleichbar mit einem Bühnenbild zu einem beziehungsreichen Gesamtwerk vereint. Der Boden und die Wände werden dabei zu einem Teil davon. Ein auf den Lofoten entstandener Film, in dem Menschen von heute mit Figuren aus dem Fundus von Sagen und Geschichte verschmelzen, ergänzt die vom 14. September bis zum 20. Oktober laufende Ausstellung.

Markus Selgs Arbeit kann als eine Antwort auf die wissenschaftliche Entmystifizierung der Welt verstanden werden. Seine Rolle als Künstler sieht er darin, in der globalen Geschichte der Kultur sowie im zyklischen Geschehen des menschlichen Lebens archetypische Sinnzusammenhänge herzustellen. Seine Themen – Schönheit und Abschied, Schöpfung und Niedergang, Tod und Wiedererstehen – sind universell, und seine Bildsprache lehnt sich bewusst an Ausdrucksweisen verschiedenster Herkunft an, deren Gemeinsamkeit die Suche nach dem Ursprünglichen ist.

Der Künstler und Filmemacher Markus Selg lebt in Berlin. Er war Gründungsmitglied der Akademie Isotrop (1996-2000) und Mitherausgeber des Isotrop Magazins. Seine jüngsten Einzelausstellungen fanden bei Vilma Gold, London, bei SVIT, Prag, sowie in der Galerie Guido W. Baudach, Berlin, statt. Im Jahr 2009 realisierte er mit Jannis Kounellis und Werner Herzog im b-05, Montabaur, die gemeinsame Installation „Spuren der Sonne“. Markus Selg war in vielen internationalen Gruppenausstellungen mit Werken vertreten, unter anderem in „Heaven“, 2. Athen Biennale (2009), in „Gesamtkunstwerk: New Art from Germany“, Saatchi Gallery, London, im Lofoten International Art Festival (2011) und in „Topsy Turvy“, de Appel Arts Centre, Amsterdam (2012). Im Jahr 2012 schuf er für das Staatstheater Karlsruhe das Bühnenbild der Oper „Auf Kolonos“ (Regie: Laurent Chetouane). Im nächsten Jahr zeigt das de Appel Arts Centre, Amsterdam, eine Einzelausstellung von Markus Selg.

INFO:
Die Ausstellung Markus Selg wird am 13. September um 19 Uhr eröffnet und ist bis zum 20. Oktober in der Galerie der Stadt Tuttlingen, Rathausstraße 7, 78532 Tuttlingen, zu sehen. Geöffnet ist dienstags bis sonntags - auch an Feiertagen – von 11 bis 18 Uhr, der Eintritt ist frei. Mehr Infos unter 07461 – 15551 oder 99318 oder www.galerie-tuttlingen.de.