Sozialpreis für Dr. Friedrich Böhme – Stadt würdigt Engagement für Psychosozialen Förderkreis


Dr. Friedrich Böhme wurde mit dem Sozialpreis der Stadt Tuttlingen ausgezeichnet. Damit wurde vor allem sein langjähriges Engagement als Vorsitzender des psychosozialen Förderkreises gewürdigt.

“Sie haben erheblich dazu beigetragen, dass Menschen mit psychischen Krankheiten heute in Stadt und Landkreis Tuttlingen ein umfangreiches und professionelles Angebot vorfinden“, erklärte OB Michael Beck in seiner Laudatio. Vor allem aber habe das Engagement Böhmes bewirkt, dass die Probleme psychisch kranker Menschen heute eine andere Beachtung finden als noch vor einigen Jahrzehnten. Beck wörtlich: „Sie haben Ihren ganz persönlichen Beitrag zur Enttabuisierung geleistet.“

Sozialpreis_Boehme

Vor allem Böhmes Engagement für den Psychosozialen Förderkreis wird durch den Sozialpreis gewürdigt: Seit 1987 ist Böhme Vorsitzender des Förderkreises, der fünf Jahre zuvor von Böhmes Vater Dr. Rudolf Böhme und dem damaligen Sozialdezernenten Volker Kauder gegründet worden war. Mittlerweile ist aus dem Förderkreis ein breites Netzwerk geworden, zu dem zahlreiche Betreuungs-, Wohn- und Beschäftigungsprojekte gehören.

Dr. Friedrich Böhme, so Beck, habe sich über Jahre dafür eingesetzt, dass die Psychiatrie und ihre Themen in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden. Nur so könne auch Verständnis für die Patienten geweckt werden. Auch sei sein Handeln geprägt von der Überzeugung, dass die Gesellschaft ein besondere Verantwortung für diejenigen habe, die am Rande der Gesellschaft stehen.

„Wer mit einem Preis wie dem Sozialpreis ausgezeichnet wird, muss auch dafür bekannt sein, dass er die Dinge ganzheitlich sieht“, ergänzte Dr. Hermann Polzer in seinem Grußwort. Und als solchen Mensch, der am einzelnen Menschen genauso interessiert sei wie an der Stadtentwicklung Tuttlingens habe er Böhme kennengelernt.

Dr. Frieder Böhme zeichnete in seinen Worten verschiedene Lebensstationen nach. Zunächst habe er nie vorgehabt, Medizin zu studieren, dann aber doch diesen Weg eingeschlagen. Über Freiburg zu Zeiten der 68er Bewegung und Bremen mit dem Kennenlernen seiner Frau Petra sei er als Facharzt zurück nach Tuttlingen gekommen. „Den Preis verstehe ich vor allem als Würdigung der Verdienste aller haupt- und ehrenamtlich Engagierten des psychosozialen Förderkreises“, hob Böhme hervor. Die Angebote des Förderkreises machten es möglich, dass mehr psychisch erkrankte Menschen den Alltag im gewohnten Lebensumfeld bestreiten könnten, als anderswo – und dies sei messbar: „Die Statistik bescheinigt uns weniger Heimeinweisungen als in vielen anderen Landkreisen“.