Architekt und Architekturvermittler: Kulturpreis für Günter Hermann


Günter Herman wurde mit dem Kulturpreis der Stadt Tuttlingen ausgezeichnet. OB Michael Beck würdigte bei der Feier am Mittwochabend in der Galerie der Stadt Tuttlingen nicht nur Hermanns Leistungen als Architekt: Vielmehr habe der Preisträger auch den Blick der Tuttlinger für ihre Stadt geschärft.

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Kulturpreis. Aus den Händen von OB Michael Beck erhielt Günter Hermann eine Arbeit von Ralf Behrendt.

Nicht leicht sei es gewesen, einen Ort für die Feier zu finden, stellte Beck in seiner Laudatio fest: Schließlich gebe es in Tuttlingen über 30 Bauten, die von Hermann geplant wurden und zu denen er folglich einen engen Bezug habe. Die Wahl fiel schließlich auf die 1987 eingeweihte Galerie – eines der ersten Projekte Hermann in seiner Heimatstadt und seither ein Mittelpunkt des Tuttlinger Kulturlebens.

Modern aber nicht modisch, hochwertig, mit viel Sinn für Details und von zeitloser Eleganz – so charakterisierte Beck die Bauten Günter Hermanns – und hob auch dessen Gespür für die gebaute Umwelt und somit auch die Stadtplanung hervor. Mit Projekten wie der Sanierung und Erweiterung des Rathauses oder dem Hochschulcampus habe er außerdem seinen Respekt vor historischer Bausubstanz unter Beweis gestellt. Darüber hinaus sei sein Engagement in der Stadt und für die Stadt vorbildlich: Und dies betreffe sowohl sein engagiertes Eintreten in städtebaulichen Fragen als auch seine Mitarbeit im Heimatforum, der Bürgerstiftung, der Stadtkirchen-Stiftung und dem Kunstkreis: „Günter Hermann“, so Beck, „ist ein Mensch, der uns Tag für Tag daran erinnert, dass städtisches Leben nicht von selber kommt. Dass die Qualität einer Stadt sowohl von denen, die sie gestalten, als auch von denen, die in ihr leben, abhängt.“ Auf diese Weise wirke Hermann „als Botschafter der Urbanität, als Architekturvermittler und als Repräsentant eines gelebten Bürgersinns.“

„Wir haben viel von Ihnen über Architektur gelernt“, sagte Hellmut Dinkelaker im Namen der SPD-Fraktion, die Hermann für „Tuttlingens Nobelpreis für Kultur“ vorgeschlagen hatte. Ob bei städtebaulichen Fragen oder der Sanierung des Krematoriums habe Hermann stets das Ganze im Blick. „Es ging Ihnen nie nur um ein Gebäude, sondern um Tuttlingen.“ So sei Hermann ein „Tuttlingenversteher.“

Von seinen Erfahrungen als Bauherr berichtete der langjährige Aesculap-Vorstandsvorsitzende Prof. Michael Ungethüm: Mit dem Aesculapium habe er ein „stadtbildprägendes Bauwerk geschaffen, eine Meisterleistung, bei der alles stimmt.“ Mit Blick auf sein gesamtes Tuttlinger Werk stellte Ungethüm fest, dass Hermann die Stadt „revitalisiert und in die Moderne geführt“ habe – er sei jemand, der „seine Heimatstadt von innen heraus versteht.“

Es sei ihm immer wichtig gewesen, „nach dem Geist des Ortes zu bauen“, sagte Günter Hermann in seinen Dankesworten. In diese schloss er besonders seine Mitarbeiter ein: „Alleine habe ich das nicht verdient.“ Und seine enge Bindung an seine Heimatstadt unterstrich er auf seine Weise: „Wenn hier Unsinn gebaut wird, tut’s mir richtig weh.“