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Info-Abend mit OB Beck - Bürger werden bei Stadtentwicklung einbezogen


Sowohl in Gänsäcker als auch im Bereich der Nordstadt sieht Oberbürgermeister Michael Beck Tuttlingens Entwicklungspotenzial für die nächsten Jahre. Gleichzeitig kündigte er im Rahmen der Bürger-Infoveranstaltung am Mittwoch in der Stadthalle an, die Bürger in diese Planungen mit einzubeziehen.

Info-Abend mit OB

Unter fünf Leitgedanken hatte Beck seine Ausführungen gestellt - angefangen bei Wirtschaft und nachhaltiger Stadtentwicklung: "Von der Situation unserer Wirtschaft hängt alles andere ab", so Beck - um so wichtiger sei es, den Unternehmen Entwicklungschancen zu geben. Derzeit habe man hier aber Probleme, nicht zuletzt wegen der Tallage der Stadt. Vor diesem Hintergrund erklärte Beck, dass eine Erweiterung von Gänsäcker nicht für alle Zeiten tabu sein könne. "Wir müssen darüber sprechen, was möglich ist", sagte er. "In fairer und partnerschaftlicher Weise" müsse man das Gebiet dann gemeinsam mit Möhringen weiter entwickeln.

Ähnlich sei es mit der Nordstadt. Auch hier könne man nicht langfristig auf eine Erweiterung verzichten, so Beck. Denn Tuttlingen habe mittlerweile das Problem, dass es an Wohnraum fehle. Man spüre dies auch daran, dass die Einwohnerzahl trotz boomender Wirtschaft stagniere, während sie im Umland wachse. "Wir müssen aber den Leuten, die hier arbeiten, auch die Möglichkeit geben, hier zu wohnen."

Auch bei der Nordstadt versprach Beck, dass hier keine Planung übers Knie gebrochen werde. Gemeinsam mit den Bürger werde man sich Gedanken machen - unter anderem im Rahmen von Workshops und einer "Sommerakademie". Wichtig seien dabei auch Kriterien wie Nachhaltigkeit und Ökologie.

Als weitere Schwerpunkte nannte Beck die Themen Lebensqualität, Familienfreundlichkeit, Bildung und Integration. "Bildung beginnt im Kindergarten oder sogar noch früher", erklärte er - darauf müsse die Stadt reagieren und die entsprechenden Angebote schaffen. Erst jüngst habe der Gemeinderat daher beschlossen, 60 Krippenplätze für Kinder ab einem Jahr einzurichten. Mit dem Haus der Familie habe Tuttlingen ein Modellprojekt für die Zusammenarbeit von Stadt, Wirtschaft und Kirchen geschaffen, und bei den Schulen werde Stück für Stück die Ganztagesbetreuung ausgebaut. Dies gehe freilich nicht von heute auf morgen - und auch nicht umsonst. "Allein mit dem Ehrenamt lässt sich das nicht machen." Stark aufs Ehrenamt setze dagegen das Seniorennetzwerk, das derzeit aufgebaut wird, um Menschen zu erreichen, die sonst keine Außenkontakte mehr haben.

Daher sei es wichtig, bürgerschaftliches Engagement zu stärken - sowohl durch eine Unterstützung der verschiedenen Aktivitäten als auch durch eine Einbeziehung der Bürger in kommunalpolitische Prozesse wie der Nordstadtentwicklung. Beck: "Wir wollen bei allem, was wir machen, die Menschen einbinden."