Eine Welt aus Stahl und Erde – Arbeiten von Madeleine Dietz in der Stadtgalerie Tuttlingen


Viele neue Arbeiten und raumbezogene Installationen der international tätigen Künstlerin Madeleine Dietz werden ab Freitag, 18. Februar, in der Galerie der Stadt Tuttlingen zu sehen sein. Die Ausstellung mit dem Titel „Niemand ist Hier“ wird um 19 Uhr durch Oberbürgermeister Michael Beck eröffnet.

Galerie Dietz
Beim Aufbau der Tuttlinger Ausstellung: Madeleine Dietz

In Madeleine Dietz` Skulpturen, Installationen, Videos und Performances liegt eine bemerkenswerte Intensität. Diese wird unter anderem durch die einzigartige Verbindung der Materialien Erde und Stahl erzeugt, die in ihrer Gegensätzlichkeit von fragil und unverwüstlich, von brüchig und glatt ihre Kraft entfalten. Beide Elemente – Stahl und Erde – sind gewöhnlich und elementar, und sie werden in ihrer ungefärbten und unveredelten Beschaffenheit verwendet. Im Sommer stellt die Künstlerin Lehmziegel aus Wasser und Erde her, im Winter steht die Arbeit mit Stahl im Vordergrund. Letzteren verarbeitet sie in seiner einfachsten Weise als Stahlblech, das dem sensiblen Material Erde eine schützende Hülle und festen Halt bietet. Auch das Element Sprache weiß die studierte Buchgrafikerin und Illustratorin wirkungsvoll einzusetzen, indem Sie durch Begriffe wie „Ohne Morgen“, „Niemandsland“, „Tresor“ beim Betrachter Reaktionen des schöpferischen Weiterdenkens auslöst.

Madeleine Dietz´ Formgebung ist einprägsam reduziert und erinnert in ihrer geometrischen Klarheit an die Stilrichtung des Minimalismus. Faszinierend am Material Erde findet Madeleine Dietz deren Wandelbarkeit von Dürre bis zur Fruchtbarkeit. Das Wechselspiel von Werden und Vergehen, Themen wie Vergänglichkeit, Tod, Erinnerung und Weiterleben, sind auch die großen Fragen, die die Künstlerin schon immer beschäftigen.

Parallel zur Dokumenta XII in Kassel realisierte Madeleine Dietz für das Sepulkralmuseum unter dem Titel „side by side“ ein großes und Aufsehen erregendes Projekt, in dem sie Friedhofserde aus fast allen Ländern der Welt zusammenführte, und in dem es neben Tod und Leben auch um globale Aspekte und Völkerverständigung geht. Dieses Projekt wird im Rahmen der Tuttlinger Ausstellung erstmalig nach der Aktion in Kassel wieder vorgestellt. 

Madeleine Dietz wurde 1953 in Mannheim geboren. Sie studierte 1970-74 an der Werkkunstschule in Mannheim. Arbeitsstipendien erhielt sie an der Pariser Cité des Arts (1996), an der Villa Romana in Florenz (1997), und in der Stadt Houston/ Texas (1998). Ihre Arbeit wurde bereits ausgezeichnet mit dem Henry Kahnweiler-Preis für Bildhauerei und Plastik (im Jahr 1992) sowie den Ernst-Barlach Preis (2003). Ihre Ausstellungstätigkeit erstreckt sich über prominente Ausstellungshäuser und Galerien in vielen Ländern Europas sowie in den USA. Madeleine Dietz lebt in Landau/ Pfalz.