Bilder von Hugo Geißler über die Weihnachtsfeiertage im Fruchtkasten


Ab dem ersten Weihnachtsfeiertag, zeigen die Museen der Stadt Tuttlingen Bilder des Tuttlinger Heimatmalers und -dichters Hugo Geißler. Im Fruchtkasten ausgestellt werden Ölgemälde, Drucke, Zeichnungen und Briefe, die sich in städtischem Besitz befinden. Die Ausstellung ist bis 16. Januar 2011 dienstags, donnerstags, samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet.

Als der Maler und Dichter Hugo Geißler 1956 starb, vermachte er der Stadt Tuttlingen ein Drittel seines künstlerischen Nachlasses. Eine Kommission wählte neun Ölgemälde und zwei Aquarelle aus. Ergänzt wurden die Gemälde durch eine von Karl Gayer abgenommene Totenmaske und durch seinen schriftlichen Nachlass. Nach der Eröffnung der Städtischen Galerie und dem damit verbundenen Auszug der Kleinen Galerie aus dem Fruchtkasten suchte man für den Ausstellungssaal im Fruchtkasten einen neuen Namen. Es wurde beschlossen, den Raum nach dem Maler und Dichter „Hugo-Geißler-Saal zu nennen. In diesem Saal werden jetzt 25 Werke des Malers sowie Entwürfe zu seinen Gedichten und einen Teil der Korrespondenz mit dem Nobelpreisträger Hermann Hesse gezeigt.

Museum Geissler

Hugo Geißler wurde am 13. Januar 1895 in Tuttlingen geboren. Er besuchte die Realschule bis zur Mittleren Reife in Tuttlingen, die Primarreife erreichte er in Esslingen/Neckar. Von 1911 bis 1916 besuchte er mit einem Abstecher zur Kunstschule Bern, die Kunstgewerbeschule in Stuttgart. Nach einem Einsatz im Ersten Weltkrieg setzte er seine Ausbildung in der Meisterabteilung der Kunstgewerbeschule Stuttgart fort. Anschließend war er als Maler, Dichter und Autor heimatgeschichtlicher Beiträge freiberuflich tätig. Er gab Unterricht an verschiedenen Gewerbeschulen.
Eingeprägt hat er sich als Faktotum, als Eigenbrötler, der auf dem Witthoh saß und malte, der gerne ein Viertele in geselliger Runde trank und vielleicht auch mit einem Bild bezahlte. Seine künstlerischen Motive sucht er in der näheren Umgebung. Der Blick vom Witthoh auf das Hegau hatte es ihm ganz besonders angetan, aber auch Heuberg- und Donautalbilder finden sich in seinem Nachlass. Weit entfernt von den zeitgenössischen Kunstströmungen hielt er unbeirrt an seiner Malweise und seiner Sicht der Dinge fest. Er pflegte im Freien zu malen.
Hugo Geißler starb am 10. Oktober 1956. Sein Grab befindet sich auf dem Alten Friedhof. Bei seiner Beisetzung zitierte ein Redner sein Gedicht „Der Ruf der Heimat“, das bereits in den ersten Zeilen „Mir ward der Ruf, in Bild und Wort, die Heimat zu besingen“ die innere Motivation des mit 61 Jahren verstorbenen Künstlers formulierte.
Die Bilder können über die Feiertage vom 25. Dezember 2010 bis 16. Januar 2011 im Hugo-Geißler-Saal des Fruchtkastens dienstags, donnerstags, samstags und sonntags von 14-17 Uhr besichtigt werden.