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Tablets für den Unterricht - Tuttlingen startet Programm zur Digitalisierung


„Vor allem schwächere Schüler profitieren – und insgesamt habe sich die Lernbereitschaft verbessert“, so fasste Fachbereichsleiter Claus-Peter Bensch mehrere Studien zum Thema zusammen – allerdings auch mit einer Einschränkung: „Die zentrale Gelingensbedingung ist, dass die Lehrpersonen qualifiziert und motiviert sind und die Geräte erst ab einem gewissen Alter zum permanenten Einsatz im Unterricht kommen“, so Bensch – aus diesem Grund hätten auch mehrere skandinavische Staaten die Digitalisierung in Grundschulen wieder rückabgewickelt.

Ein Tablet auf dem Tisch

Erfahrungen aus diesen und anderen Programmen fließen nun mit ein, wenn Tuttlingen die Digitalisierung an Schulen vorantreibt. Und nachdem es in den letzten Jahren schon mehrere Testläufe und Pilotversuche gab, beginnt jetzt ein flächendeckendes Programm. Eine entsprechende Empfehlung gab der Verwaltungsausschuss am Montag.

Umgesetzt werden soll das Programm in mehrere Stufen:

  • Mit Beginn des Schuljahrs 2024/25 werden die Gymnasien ab Klasse 10 mit iPads ausgerüstet. Pro Schule werden 200 Geräte angeschafft. Geplant ist dabei eine 1:1-Ausstattung – also, dass jede Schülerin und jeder Schüler ein eigenes Leihgerät bekommt.
  • Die Hermann-Hesse-Realschule startet zum neuen Schuljahr eine Pilotklasse, ab Klasse 8. Später kann dann die Erweiterung auf beide Realschulen ab Klasse 8 erfolgen. Auch hier wird es eine 1:1-Ausstattung geben, sofern sich das Pilotprojekt bewährt.
  • Ebenfalls im Schuljahr 2025/26 werden auch die Gemeinschafts- und Werkrealschulen mit weiteren Endgeräten ausgestattet. Hier werden mehrere Klassensätze pro Schule angeschafft, die bei Bedarf im Unterricht eingesetzt werden.

Dass das Programm an den Gymnasien startet, liegt unter anderem daran, dass dort bereits die nötigen Voraussetzungen vorhanden sind, die an anderen Schulen teils noch nachgerüstet werden müssen. So gibt es an IKG und OHG bereits Glasfaser, auch ein pädagogisches Konzept ist schon ausgearbeitet.

Alles in allem investiert die Stadt rund 800 000 Euro – wobei bei dieser Zahl davon ausgegangen wird, dass alle Schüler*innen ein Leihgerät in Anspruch nehmen. Wahlweise wird auch ein Leasingmodell angeboten. Bei diesem geht das Gerät nach drei Jahren in den Besitz des Schülers über.