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Musikschule passt Gebühren an - 30 Minuten Einzelunterricht wird sechs Euro teurer


Drei Prinzipien sind der Stadt Tuttlingen wichtig: „Anders als viele andere Städte zahlen wir unsere Musiklehrer auch weiter nach Tarif“, so OB Michael Beck, „wir bieten ein breites Angebot, und wir legen Wert auf Qualität, was sich ja auch in den Erfolgen bei Wettbewerben niederschlägt.“ Das kostet Geld – alles in allem liegt der Abmangel bei rund 2 Mio. Euro pro Jahr, nur knapp die Hälfte der Kosten werden durch Entgelteabgedeckt.

Ein Kind spielt Querföte

Vor diesem Hintergrund gaben die Mitglieder des Verwaltungs- und Finanzausschusses am Montag die Empfehlung, die Gebühren der Musikschule zum 1. September anzupassen. Letztmals wurden die Gebühren 2018 erhöht, seither sind die Lohnkosten um18,8 Prozent gestiegen. „Diesen ganzen Betrag können und wollen wir nicht weiter geben“, so Erster Bürgermeister Uwe Keller – die jetzt empfohlenen Tarife laufen auf einen Erhöhung von rund sieben Prozent hinaus. Allerdings beschlossen die Räte auch, die Entwicklung weiter zu beobachten – und bei Bedarf 2025 über eine weitere Anpassung zu diskutieren.

Je nach Unterrichtsmodell fallen die Erhöhungen unterschiedlich aus: Bei den „Ohrwürmchen“ steigen die Monatskosten beim 45-Minuten-Unterricht für Tuttlinger Schüler von 18 auf 19 Euro. Beim Einzelunterricht 30 Minuten von 79 auf 85 Euro, beim Einzelunterricht 45 Minuten von 136 auf 146 Euro.

Höher sind die Preise für Schüler*innen aus Umlandgemeinden: Hier kostet der 30-Minuten-Einzelunterricht statt 113 künftig 121 Euro pro Monat. Die höheren Sätze erklären sich dadurch, dass die Stadt Tuttlingen den Musikunterricht für Kinder aus der eigenen Stadt stärker bezuschusst – wobei es den umliegenden Städten und Gemeinden natürlich unbenommen wäre, durch eigene Zuschüsse die Elternbeiträge zu senken.

Mit den neuen Sätzen liegt die Stadt Tuttlingen im regionalen Vergleich teils im Mittelfeld, teils im oberen Bereich. „Wir gehen aber davon aus“, so Erster Bürgermeister Uwe Keller, „dass in anderen Städten demnächst auch Erhöhungen kommen.“