Einblicke in die Sammlung der Stadt Tuttlingen: Führung durch die aktuelle Ausstellung der Galerie


Am Donnerstag, 3. September, findet um 16.00 Uhr ein Gruppenrundgang durch die Ausstellung „Einblicke in die Sammlung der Stadt Tuttlingen“ mit Leiterin Anna-Maria Ehrmann-Schindlbeck in der Galerie statt.

Christian Schad, Porträt Leonhard Frank, Holzschnitt, 2016
Christian Schad, Porträt Leonhard Frank, Holzschnitt, 2016
 
Die Sammeltätigkeit der Stadt Tuttlingen reicht bis in die Fünfzigerjahre zurück. So ist beispielsweise das Werk „Herbststurm am See“ (1952) des Tuttlinger Künstlers Hugo Geißler in dieser Zeit entstanden. Doch gibt es in der Sammlung auch noch früher entstandene Gemälde, wie etwa „Der Hausmeister“ (1928) von Albert Birkle oder das „Doppel-Selbstbildnis“ (1930) von Hans Dieter. Der expressionistische Holzschnitt „Kurt Leonhard“ von Christian Schad ist mit seinem Entstehungsjahr 1916 das älteste Exponat der Ausstellung. Neben dem Ankauf einzelner Werke trugen Schenkungen und Dauerleihgaben maßgeblich zum Grundstock der Sammlung der Stadt Tuttlingen bei. Der sehr umfangreiche Grafikbestand ist einer Stiftung von Dr. Alexander Paul, dem Begründer der Tuttlinger Volkshochschule, zu verdanken. Zu dieser gehören so prominente Stücke wie die beiden in der Ausstellung gezeigten Lithographien von Pablo Picasso: „Bacchanal“ (1955) und „Deux Picadors et Femme“ (1959). Auch die sich zeitgleich entwickelnde Abstraktion ist in der Ausstellung vertreten, beispielsweise mit der 1957 entstandenen „Komposition“ von Heinrich Wildemann, der über lange Zeit in Tuttlingen lebte, bevor er die Nachfolge von Willi Baumeister als Professor an der Kunstakademie Stuttgart antrat.
 
Seit Beginn der Achtzigerjahre wurden die Kunstankäufe der Stadt systematisch aus den Wechselausstellungen getätigt. Die Sammlung ist somit zugleich Abbild der regen Ausstellungstätigkeit zur zeitgenössischen Kunst in Tuttlingen über mehr als 40 Jahre. Eine Auflistung der von Stadt und Kunstkreis veranstalteten Ausstellungen seit 1974, die Jahresprogrammhefte seit 1980 sowie die Einladungskarten der letzten 10 Jahren veranschaulichen dies. Aus den etwa 2200 Sammlungsstücken der Stadt wurden für die Ausstellung Werke von knapp 60 Künstlern ausgewählt. Soweit bekannt, wird in den Beschriftungen vermerkt, wann und in welchen Ausstellungen der Erwerb stattfand. Naturgemäß sind sehr viele Künstlerinnen und Künstler der Region in der Ausstellung vertreten, vertraute Handschriften, vergessene Frühwerke und "Überraschungen" sind gleichermaßen zu finden.
 
Aufgrund der zur Eindämmung der Corona-Pandemie eingeführten Hygieneregeln ist die Teilnehmerzahl auf 15 Personen limitiert. Für die Führung ist daher eine Anmeldung erforderlich per E-Mail an info@galerie-tuttlingen.de. Außerdem ist es in den Räumen der Galerie Pflicht, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen und den vorgeschriebenen Abstand einzuhalten.