Landeswettbewerb Jugend musiziert abgesagt – „Sahen keine Alternative zu diesem Schritt“


Der Landeswettbewerb Jugend musiziert in Tuttlingen findet nicht statt. Damit reagieren die Veranstalter – der Landesmusikrat und die Stadt Tuttlingen – auf die Corona-Epidemie.



„Wir bedauern diesen Schritt sehr. Aus Verantwortung gegenüber allen Teilnehmenden und deren Angehörigen sehen wir aber keine Alternative zu diesem drastischen Schritt“, so OB Michael Beck und der Präsident des Landesmusikrates, Professor Hermann Wilske, in einer gemeinsamen Presseerklärung. „Wir haben es uns nicht leicht gemacht und auch lange darüber nachgedacht, ob zumindest Teile der Veranstaltung durchgeführt werden können“, so Beck und Wilske, „in Anbetracht der aktuellen Lage ist dies aber die einzig sinnvolle Lösung.“
 
Dass Veranstaltungen wie das große Preisträgerkonzert nicht durchgeführt werden können, zeichnete sich schon länger ab. Bis Donnerstag wurde aber noch geprüft, ob zumindest die im kleineren Rahmen stattfindenden Wettbewerbe durchgeführt werden können. Hierfür gab es auch schon Ideen für ein Sicherheitskonzept, das zum Beispiel die Desinfektion von Instrumenten oder strenge Einlasskontrollen vorgesehen hätte. Das Hauptproblem hätte dies aber nicht gelöst: „Jugend musiziert hätte 6000 bis 8000 Menschen aus dem ganzen Land in unsere Stadt gebracht“, so OB Beck, „auch wenn diese nicht alle gleichzeitig in einem Saal sitzen, hätte dies erhebliche Kontakt- und somit Infektionsmöglichkeiten mit sich gezogen. Dies mussten wir vermeiden.“
 
Bei ihrer Entscheidung hätte die Fürsorge gegenüber den Teilnehmenden und auch deren Angehörigen im Vordergrund gestanden, so Stadt und Landesmusikrat. Es musste die Gefahr ausgeräumt werden, dass einzelne Infizierte vom Tuttlinger Großereignis aus das Virus in andere Teile des Landes tragen.
 
Stadt und Landesmusikrat bedauern diesen Schritt sehr. „Wir verstehen, dass alle, die sich lange auf diesen Wettbewerb vorbereitet haben, die viel Fleiß, Ideen und Engagement eingebracht haben, jetzt enttäuscht sind“, so Beck und Wilske. „Im Zweifelsfall aber geht die Sicherheit vor.“