OB Michael Beck für dritte Amtszeit verpflichtet - Dank für gutes Miteinander über Parteigrenzen


OB Michael Beck wurde am Freitagabend für seine dritte Amtsperiode verpflichtet. Vor rund 200 Besucherinnen und Besuchern im kleinen Saal der Stadthalle dankte Beck für das Vertrauen und umriss seine künftigen Schwerpunkte.


Auf weitere acht Jahre: Dr. Cornelia Seiterich-Stegmann verpflichtet OB Michael Beck für seine dritte Amtsperiode.  

„Ich will heute keine ausführliche Regierungserklärung abgeben“, so der am 3. November 2019 für weitere acht Jahre gewählte OB, vielmehr wolle er danken: Freunden, Weggefährten, Unterstützern, Mitarbeitern und vor allem seiner Familie. Denn gerade sie müsse bei so einem Amt viel ertragen – gerade in Zeiten, in denen die Anforderungen größer und das Klima rauer werde. „Als ich mich vor 26 Jahren zum ersten Mal um ein Bürgermeisteramt bewarb, wussten wir nicht, was auf uns zukommt – und das war vielleicht besser so.“

Als wohltuend habe er hingegen die breite fraktionsübergreifende Unterstützung empfunden, die er vor dieser Wahl erfahren habe. „Das hätte ich mir vor 16 Jahren nicht vorstellen können“, so Beck. „Es tut der Stadt gut, wenn hier ein gutes Klima herrscht.“

In den kommenden acht Jahren, so Beck, werde es auch in seiner Arbeit viel um die Themen gehen, die generell die Diskussion bestimmen – unter anderem Nachhaltigkeit, Klimaschutz, Mobilität, Integration, Digitalisierung. „Wir haben viel vor“, erklärte Beck und nannte Punkte wie die Sanierung der Gymnasien, den Bau bezahlbarer Wohnungen, die Entwicklung des Bahnhofes oder den Ausbau des ÖPNV. Auch auf soziale Themen werde er weiter einen Schwerpunkt legen – und gerade bei Themen wie Integration sei er froh, dass er den Gemeinderat hinter sich wisse.

Erster Bürgermeister Emil Buschle blickte in seiner Begrüßung auf die Wahl zurück. Die Kritik, dass es mangels Mitbewerber keine „echte Wahl“ gewesen sei, wies er entschieden zurück. Demokratie bedeute nicht, dass man einen harten Wahlkampf führen müsse. Und die Tatsache, dass sich kein anderer Bewerber gefunden hat, sei kein kein Zeichen für die Schwäche der Demokratie, sondern für die Stärke des Amtsinhabers. Und gerade Michael Beck habe es geschafft, seine Politik über Parteigrenzen hinweg auf eine breite Basis zu stellen.

Dies unterstrich auch Dr. Cornelia Seiterich-Stegmann, die als ehrenamtliche OB-Vertreterin die Verpflichtung vornahm. „Michael Beck hat die Charakteristika, die ihn zu einem echten Meister der Bürger machen“, betonte sie. „er entwickelt Visionen, vermittelt bei Konflikten, sucht Kompromisse und zeigt Haltung.“

Justizminister Guido Wolf erinnerte in seiner Glückwunschrede an die Gemeinsamkeiten im Lebenslauf, die in der gemeinsamen Zeit am Verwaltungsgericht Sigmaringen begannen. Schon damals hätten beide ein Interesse an Tuttlingen gefunden – und sich ein paar Jahre später als OB und als Landrat hier wieder gefunden. Auch Wolf sah die Tatsache, dass es keinen Mitbewerber gab, als „Zeichen einer guten Amtsführung.“ Beck habe das „soziale Profil der Stadt geschärft und Gemeinsamkeiten über Parteigrenzen hinaus entwickelt.“

Ministerialdirigent Andreas Schütze, Amtschef im Innenministerium und Freund Becks aus seinen Zeiten in Böblingen, erinnerte an die besondere Rolle eines Oberbürgermeisters, der nicht nur oberster Repräsentant der Stadt sondern auch Vorsitzender des Gemeinderats und Chef der Verwaltung sei. „Übertragen auf den Bund wären dies Bundespräsident, Bundestagspräsident und Bundeskanzler in Personalunion.“ Schon in Böblingen habe Beck Visionen entwickelt: „Für Dich ist eine Stadt nie fertig – sonst wäre sie am Ende.“

Auch Landrat Stefan Bär betonte die Besonderheiten des OB-Amtes: „Es gibt kein Amt mit einem vergleichbaren Gestaltungsspielraum – auch nicht das des Landrats.“ Umso wichtiger sei eine gute Zusammenarbeit. „Und hier haben wir viel erreicht – es ist beeindruckend, was in Tuttlingen in den letzten Jahren alles geschafft wurde.“

Für die Verwaltungsgemeinschaft dankte Wurmlingens Bürgermeister Klaus Schellenberg für die gute Zusammenarbeit. „Es waren intensive gemeinsame Jahre“, in denen sich Beck als „Macher und Brückenbauer“ bewiesen habe. Und mit Blick auf Tuttlingen: „Es ist gut für die Stadt, dass ihr OB einen klaren Kompass hat.“