Für Heimatliebhaber: Jahrbuch der Heimatblätter 2019 ab sofort erhältlich


Elf Beiträge zur Geschichte und Landschaft der Region sind in den jetzt erschienenen Tuttlinger Heimatblättern des Jahres 2019 zu finden. Auf 224 Seiten gibt es reich bebilderte Aufsätze zu den Schwerpunktthemen „Vom Verschönerungsverein zum Heimat-Forum“, „Straßen“ und „Biografisches“. Das Jahrbuch kann ab sofort für 9,90 Euro (broschiert) oder 11,90 Euro (gebunden) im Bürgerbüro des Rathauses Tuttlingen, im Museum oder in den Buchhandlungen erworben werden. Es ist ein lohnendes Geschenk für alle, die sich für ihre Heimat interessieren.

Titelbild der Heimatblätter 2019
Titelbild des diesjährigen Jahrbuchs der Heimatblätter
 
Im ersten Beitrag berichtet die Historikerin Corinna Schweininger über die 150-jährige Geschichte des Heimat-Forums, das als Verschönerungsverein seinen Anfang nahm. Der Verein wurde gegründet als die Eisenbahn Tuttlingen 1869 erreichte und die Stadt attraktiver werden sollte, um Touristen zu interessieren. Der Verein baute die beiden Türme auf der Ruine Honberg, errichtete das Sonnenbrünnele, die Bootslände und sanierte das Kulturhaus Altes Krematorium, das er bis heute bespielt.

Ansicht Bahnhof Tuttlingen vor 150 Jahren
Bild des vor 150 Jahren fertiggestellten Bahnhofs in Tuttlingen

Als 1869 die Eisenbahn Tuttlingen erreichte, stand man vor dem Problem, dass der Bahnhof 1,3 km vor der Stadt errichtet wurde. Über die Schwierigkeiten beim Bau der Bahnhofstraße berichtet Museumsleiterin Gunda Woll. Ebenfalls mit Straßen beschäftigt sich der Stadtarchivar Alexander Röhm, der sich überlegt, wie die römischen Straßen im Landkreis ausgesehen haben könnten.
 
Der 1930 in Tuttlingen geborene Jurist Siegfried Manz verfasste Lebenserinnerungen aus seiner Kindheit und Jugend, die sein Sohn Olaf Erik Manz editierte. Siegfried Manz bringt uns damit die Zeit bis etwa 1950 näher. Die Schilderungen von Wohnverhältnissen, von Lebensumständen im Nationalsozialismus und in der Nachkriegszeit vermitteln ein anschauliches Bild einer ereignisreichen Zeit.
 
Die Familie Josef August Bucher steht im Mittelpunkt eines Beitrages von Karl-Heinz Reizner. Um 1900 wanderte der Fridinger Josef Bucher in die Schweiz aus, heiratete dort und zeugte sechs Kinder, bevor er im Ersten Weltkrieg fiel. Sein Sohn Josef August Bucher hielt den Kontakt zur Heimat des Vaters. Er arbeitete im deutschen Konsulat in St. Gallen. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Familie aus der Schweiz ausgewiesen und fand in Fridingen Aufnahme.
 
Dem Tuttlinger Maler und Dichter Hugo Geißler ist ein Beitrag von Gunda Woll gewidmet. Sie zeigt seinen künstlerischen Werdegang auf. Portraits der Mühlheimer Familie von Enzberg stellt Horst-Dieter Freiherr von Enzberg vor. Die Portraits entstanden im 19. Jahrhundert und wurden von bedeutenden Künstlern gemalt oder lithografiert.
 
Zwischen 1915 und 1920 lebten auch in den Oberämtern Tuttlingen und Spaichingen Flüchtlinge, die aus den Kampfgebieten des Ersten Weltkriegs im Elsass evakuiert worden waren. Der Kreisarchivar Dr. Hans-Joachim Schuster stellt mit deren Schicksal ein wenig bekanntes Stück Migrationsgeschichte vor.
 
Zum Abschluss interpretiert Alexander Röhm eine Darstellung der Schlacht bei Tuttlingen und der Trossinger Walter Haas berichtet über die „Obere Mühle“ in Trossingen, die vor über 40 Jahren abgebrochen wurde. Die Kreischronik des Jahres 2018 rundet das diesjährige Jahrbuch ab, das ab sofort erworben werden kann.