WINDPARK
HATTINGER BERG

Auf dem Hattinger Berg oberhalb von Möhringen plant die Stadt Tuttlingen einen Windpark. Hier soll vor allem regenerativer Strom für die Tuttlinger Unternehmen erzeugt werden. Derzeit läuft die vorbereitende Planungsphase.

Was aber ist im Detail geplant? Warum soll der Windpark genau dort entstehen? Und wie lange dauert das alles? Zehn Fragen und zehn Antworten:

Auf dem Hattinger Berg ist die Errichtung eines Windparks geplant - also eine Gruppe von mehreren Windenergieanlagen (WEA), die gemeinsam Strom aus Wind erzeugen. Die genaue Anzahl und genaue Lage der Anlagen sind derzeit noch nicht festgelegt.
Die Stadt beteiligt sich gemeinsam mit den Stadtwerken und einem Projektierer an der Planung und auch an der Umsetzung des Windparks. Wer die Anlagen letztlich baut und finanziert – ob ein privater Stromerzeuger, die lokale Wirtschaft, der Projektierer, die Stadtwerke, die Stadt selbst oder sogar Bürgerbeteiligungen – ist noch offen.
Der erzeugte Strom kann entweder direkt ins öffentliche Netz eingespeist oder über sogenannte PPA-Verträge („Power Purchase Agreements“, auf Deutsch: Stromabnahmeverträge) direkt an Abnehmer verkauft werden.

Mögliche Abnehmer sind große Unternehmen, die Industrie oder Energieversorger. Ziel ist es, eine verlässliche und langfristige Vermarktung des Stroms sicherzustellen.
Die regionale Wirtschaft ist langfristig auf eine zuverlässige Versorgung mit grünem Strom angewiesen. So machen es zum Beispiel immer mehr Auftraggeber oder Anleger zur Bedingung, dass klimaneutral produziert wird.

Der Ausbau der Infrastruktur zur Erzeugung erneuerbarer Energien – wie etwa durch Windparks – stärkt also die Wettbewerbsfähigkeit der ansässigen Unternehmen, erhöht die regionale Energieautarkie und sichert den Standort nachhaltig. Gleichzeitig entstehen durch Bau, Betrieb und Wartung der Anlagen neue Arbeitsplätze und zusätzliche Wertschöpfung in der Region. Darüber hinaus können lokale Dienstleister, Handwerksbetriebe und Zulieferer direkt in die Projekte eingebunden werden.

Generell legen wir bei diesem Projekt Wert auf eine regionale Wertschöpfung. Gebaut wird nur, wenn zum Beispiel regionale Unternehmen als Abnehmer bereit stehen, Bürger sich beteiligen können oder regionale Firmen oder Projektierer an der Planung und Ausführung beteiligt sind.
Wenn mehr Strom erzeugt wird als aktuell verbraucht wird, gibt es mehrere Möglichkeiten:
  • Einspeisung ins Netz: Überschüssiger Strom wird ins öffentliche Netz eingespeist. Netzbetreiber müssen dabei die Balance zwischen Erzeugung und Verbrauch sichern.
  • Abregelung: Bei sehr geringer Nachfrage kann die Anlage gedrosselt oder zeitweise abgeschaltet werden, um die Netzstabilität zu gewährleisten.
  • Speicherung: Überschüsse können in Batteriespeichern oder über die Produktion von Wasserstoff zwischengespeichert werden, um später genutzt zu werden.
Die Flächen auf dem Hattinger Berg gehören weitgehend der Stadt Tuttlingen. Dies erleichtert die Planung. Zudem sind die Flächen gut erschlossen, und bisherige Voruntersuchungen haben keine gravierenden Ausschlusskriterien ergeben - etwas durch Naturschutzauflagen oder bestehende Nutzungskonflikte.
Die Wirtschaftlichkeit des Standorts wird im Planungsprozess genau geprüft. Zwar gehört der Standort nicht zu den windstärktsten Flächen in der Region, dies schließt aber den Bau eines Windparks nicht aus. So können technische Anpassungen und moderne Anlagenkonzepte auch bei geringerer Windstärke eine rentable Stromproduktion ermöglichen.
Ja, die fehlende Ausweisung im Regionalplan schließt ein Projekt nicht aus. Allerdings sind in solchen Fällen oft zusätzliche Gutachten erforderlich, und der Flächennutzungsplan muss gegebenenfalls angepasst werden. Der Genehmigungsprozess ist dadurch detaillierter, aber grundsätzlich möglich.
Aktuell befinden wir uns in der vorbereitenden Planungsphase. Wir führen Gespräche mit potenziellen Projektierern und prüfen die Rahmenbedingungen für eine wirtschaftliche und nachhaltige Umsetzung. Ziel ist es, dass die Windenergieanlagen den lokalen Stromverbrauchern zu Gute kommen und die regionale Wertschöpfung stärken.
Die Gesamtdauer von der Planung bis zur Inbetriebnahme hängt von mehreren Faktoren ab: Genehmigungsprozess, Netzanschluss, Infrastruktur, Umweltverträglichkeitsprüfungen und Bauorganisation. Realistisch gerechnet kann man von ungefähr fünf bis sechs Jahren ausgehen, bis die ersten Anlagen in Betrieb gehen.