Ihre Ansprechpartner

  • Leiter der Städtischen Forstverwaltung
    Leiter des städtischen Forstreviers Möhringen/Hattinger Berg
    Hubert Geiger
  • Städtisches Forstbüro
    Brennholzbestellungen, Wildbretverkauf
    Petra Vollmer
  • Leiter des städtischen Forstreviers Möhringen/Eßlingen 
    Hubert Waldmann
  • Leiter des städtischen Forstreviers Tuttlingen
    Holzverkauf im städtischen Forstbüro
    Berthold Welte
  • Leiter des städtischen Forstreviers Nendingen
    Dietmar Zahner

Dokumente zum Herunterladen

Forstwirtschaft

Der Stadtwald Tuttlingen (Stand 01.01.2010)

Der Stadtwald Tuttlingen besteht in seiner heutigen Größe (siebtgrößter kommunaler Waldbesitz in Ba-Wü) seit der Gemeindereform im Jahre 1973. Mit seinen 3.452 ha ist der Stadtwald der größte kommunale Waldbesitz im Landkreis Tuttlingen. Er setzt sich zusammen aus den Wäldern der ehemals selbständigen Gemeinde Eßlingen (380 ha), Stadt Möhringen (1.460 ha), Gemeinde Nendingen (690 ha) und Stadt Tuttlingen (880 ha). Neben dem wirtschaftlichen Nutzten hat der Stadtwald eine besondere Bedeutung für den Naturhaushalt und die Naherholung.
Die Gesamtgemarkung Tuttlingen (9.048 ha) ist zu 59 % bewaldet. 

Koppenland Schalmenweg

Zuständig für den Waldbesitz der Stadt Tuttlingen ist die Städtische Forstverwaltung im Fachbereich Wirtschaftsförderung und Liegenschaften.
Der Stadtwald ist ein Wirtschaftswald und wird nach den Grundsätzen der anw_logo
Naturgemäßen Waldwirtschaft bewirtschaftet. Zahlenmäßig überwiegen derzeit noch Fichten (49%) und Rotbuchen (31 %). Das Fortkommen der wichtigsten einheimischen Nadelbaumart Weißtanne ist seit Jahrzehnten durch übermäßigen Rehwildverbiss stark gefährdet.

P1020017

Der Stadtwald liefert den nachwachsenden Rohstoff Holz und ist Arbeitsplatz für viele Personen im ländlichen Raum.

Der Stadtwald ist ein Mischwald mit einer großen Baumartenvielfalt und einer großen Zahl von Sträuchern, Kräutern und Gräsern. Sie alle sind Lebensraum für eine Vielzahl von Tieren. Die Standorte von seltenen Tieren und Pflanzen  werden im Stadtwald besonders geschützt und gepflegt. Teile des Stadtwaldes sind als FFH-Gebiete ausgewiesen und genießen daher einen besonderen Schutzstatus.

Frauenschuh

1. Forstbetriebliche Situation

Waldfläche

- Forstliche Betriebsfläche:   3.452,5 ha    
- Holzbodenfläche:               3.285,6 ha

Natürliche Standortsverhältnisse
• Wuchsgebiet 6 Schwäbische Alb
   - im Einzelwuchsbezirk 6/07 Baar-Alb und Randen 35 %,                    
     Regionalwald: kontinentaler, montaner Buchenwald örtlich mit Tanne
   - im Einzelwuchsbezirk 6/08 Südwestliche Donau-Alb 65 %,
     Regionalwald kontinentaler, submontaner Buchenwald
• Geologie:  Weißer Jura
• Klimawerte:  Jahresmitteltemperatur + 6,7° C, Jahresniederschlag 838 mm
• Höhenlage:  650 - 980 m ü. N.N.
• Geländemorphologie: Hanglagen 60 %, eben bis schwach geneigte Lagen 40 %
• Wasserhaushalt: Die historische Standortskartierung der Jahre 1960/1964 hat 62% trockene bzw. mäßig trockene Standorte ausgewiesen; allerdings wird damit aus heutiger Sicht das Wuchspotential der Standorte vielerorts als zu gering eingestuft, weil die Klüftigkeit der Substrate tief wurzelnden Baumarten zusätzliche Wasserreserven im Untergrund erschließt (Mergelbänder).

Waldbiotope
Aufgrund der geologischen Ausgangssituation überwiegend Trockenbiotope (Orchideenstandorte).

Inventurverfahren
Rasterstichprobeninventur mit 1.683 permanenten Stichprobenpunkten.
Erstinventur:  1997  1. Wiederholungsinventur: 2009


Baumartenanteile (in % der Fläche)
Baumart 1988 1998 2010 Langfr. angestrebt
Fichte 61 55 49 20
Weißtanne 3 3 3 20
Kiefer/Lärche 4 5 4 3
Douglasie 0,4 2 2 6
Summe Nb 68 65 58 49
Buche 29 30 32 36
Bergahorn 1 3 5 8
Esche 1 1 2 4
Sonst. Lb 1 1 3 3
Summe Lb 32 35 42 51


Rotfaeule Die Fichte, obwohl wirtschaftlich sehr interessant, gilt im Stadtwald als „Katastro-phenbaumart“, da sie aus standörtlichen Gründen faul wird (Rotfäule) und gegen Sturm, Insekten und Dürre (Klimawandel !) sehr empfindlich ist.
Die Weißtanne (Abies alba) ist eine der wuchskräftigsten und stabilsten einheimischen Nadelbaumarten. Sie ist von größter ökologischer und ökonomischer Bedeutung für den städtischen Forstbetrieb. Voraussetzung für das Aufwachsen der Weißtanne ist eine intensive Rehwildbejagung.

Holzvorrat
1.061.944 Vorratsfestmeter (VFm), d. s. 323 VFm/ha

Vorratsstruktur
• Stärkeklassenverhältnis in %:

Baumart  

 
Schwachholz
(bis 24 cm BHD) 
1997           2009
Mittelholz
(25 - 49 cm BHD) 
1997             2009
Starkholz
(+ 50 cm BHD)
1997             2009
alle Baumarten   29               19   63                  65   8                   16
Fichte  27    27               18   64                  60   9                   14
Buche  38   38               19   57                  64   5                   10

Zuwachs, Holznutzung
Im Stadtwald wachsen jährlich rd. 30.000 Festmeter (= Kubikmeter) Holz nach, rd. 26.000 Festmeter werden jährlich genutzt (Nachhaltigkeit).


Organisation
Die Städtische Forstverwaltung betreut rd. 4.100 ha Wald. Neben der Bewirtschaf-tung  des Stadtwaldes obliegt ihr die Betreuung des Kleinprivatwaldes (560ha) und einiger Kirchenwälder (80 ha). Die Städtische Forstverwaltung ist keine selbständige Untere Forstbehörde, bewirtschaftet den Stadtwald jedoch seit Jahrzehnten weitgehend eigenständig. Die Forsttechnische Betriebsleitung liegt gemäß § 47 LWaldG beim Kreisforstamt.

• Forst- und Büropersonal
   1 Leiter der Städt. Forstverwaltung, gleichzeitig Revierleiter
   2 Revierleiter ohne Sonderaufgaben im städt. Forstbüro
   1 Revierleiter mit Sonderaufgaben im städt. Forstbüro
   1 Verwaltungsfachangestellte im städt. Forstbüro

• Waldarbeiter
   1 Forstwirtschaftsmeister
   6 Forstwirte
   1 Saisonarbeiter
   2 Lehrlinge

• Unternehmeranteil am Arbeitsvolumen rd. 50 %

Arbeitsschwerpunkte bis 2019
• Fortführung der Naturgemäßen Waldbewirtschaftung hin zu einem stabilen, gemischten und kleinflächig ungleichaltrigen
Buche-Weißtanne-Fichte-Dauerwald mit hohen Edellaubholzanteilen,
dessen Holzvorrat sich nach Qualität und Dimension auf günstiger Höhe befindet.
Dies geschieht durch
  - intensive qualitätsorientierte Einzelbaumpflege 
  - Zurückhaltung bei der Ernte von Starkholz
    (Eingriffe insbesondere bei der Fichte vom rotfaulen starken Ende her)
  - regelmäßige Pflegeeingriffe, i.d.R. alle 5 Jahre
  - weitere Förderung der Naturverjüngung durch Intensivierung der jagdlichen
    Anstrengungen (Jagdkonzeption 2013)
  - gezielter, großflächiger  Einbau der Weißtanne / Förderung der WTa- 
    naturverjüngung
• Realisierung eines möglichst hohen, positiven Betriebsergebnisses

2. Jagdliche Situation
Die Jagd ist integraler Bestandteil des Forstbetriebes. Wichtigste Aufgabe der Jagd ist die Anpassung der Wildbestände an die Belange der Landeskultur (§1 Bundes-jagdgesetz).

Verbissschäden seit Jahrzehnten
Im Stadtwald Tuttlingen sind seit Jahrzehnten starke Verbissschäden durch Rehwild (örtlich auch Damwild) zu verzeichnen. Aussagen zu Jagd und starkem Wildverbiss ziehen sich als roter Faden durch alle Forsteinrichtungswerke von 1855 („Da die Fichte  rotfaul wird, soll der Tanne größten Vorschub geleistet werden. Dies ist durch die Wildstände stark in Frage gestellt.“) bis 2010 („Insgesamt ist die Verbissbelastung durch Rehwild … drastisch angestiegen. …Insbesondere für den Waldumbau unter höherer Beteiligung der Weißtanne ist die derzeitige Verbisssituation katastrophal …“).

Eigenjagdbezirke
Die Stadt Tuttlingen besitzt 11 Eigenjagdbezirke mit einer Fläche von 3.792 ha (davon 3.025 ha Wald). Diese Eigenjagdbezirke wurden bisher entsprechend der in Ba-Wü allgemein üblichen Praxis mit dem gemeinschaftlichen Jagdbezirk vermischt, danach in  Jagdbögen aufgeteilt und verpachtet. Im Jahre 1995 wurde auf 5% der Eigenjagdbezirksfläche eine städtische Regiejagd eingerichtet, in der das Fortkommen der Weißtanne gesichert ist. In den Jahren 2008 und 2009 kamen 3 weitere Eigenjagdbezirke für die Eigenbewirtschaftung hinzu.


Jagdkonzeption 2013
Das Jagdausübungsrecht war im Stadtwald über viele Jahrzehnte größtenteils verpachtet. Massive Verbissschäden durch Rehwild haben den Gemeinderat der Stadt Tuttlingen bewogen, nach jahrelanger Diskussion eine neue Jagdkonzeption zu beschließen. Danach werden ab dem Jahre 2013 rd. 50% der Stadtwaldfläche durch die Stadt selbst jagdlich bewirtschaftet (Eigenbewirtschaftung) und auf rd. 50% wird das Jagdausübungsrecht an private Jäger verpachtet.
Dies geschieht in Zusammenarbeit mit der örtlichen Jägerschaft. Jeder Jäger erhält auf Wunsch einen entgeltlichen Jagderlaubnisschein, der für mindestens 3 Monate und höchstens 1 Jahr gültig ist. In den verpachteten Jagden wird mittels eines weiterentwickelten Pachtvertrages die Erreichung der waldbaulichen Ziele sichergestellt.

  • Stadt Tuttlingen
  • Rathausstraße 1
  • 78532 Tuttlingen
  • Telefon: 07461 99-0
  • E-Mail: info@tuttlingen.de