Kulturpreis für Christof „Stiefel“ Manz - OB Beck „Er ist selber fast schon ein Gesamtkunstwerk"


Christof „Stiefel“ Manz wurde am Mittwoch mit dem Kulturpreis der Stadt Tuttlingen ausgezeichnet, Gewürdigt wurden damit zahlreiche kulturelle Beiträge in und für die Stadt, allen voran Gauklerfest und Literaturherbst.

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OB Michael Beck überreicht Christof „Stiefel“ Manz den Kul-turpreis, eine Grafik von Hans-Uwe Hähn.

„Man kann Stiefel Manz selber fast schon als Gesamtkunstwerk bezeichnen“, stellte OB Michael Beck fest. Auf seine ganz spezielle Weise präge er die Kultur dieser Stadt – und bei seinem kulturellem Engagement spiele immer auch der soziale Gedanke eine Rolle. Schließlich sei es ihm ein Anliegen, Kultur breit zu vermitteln – auch zu jenen Menschen, die nicht zum klassischen Publikum einer Oper oder auch eines Buchladens gehören. Insofern hätten man ihm fast auch den Sozialpreis verleihen können.

Seit fast 20 Jahren sei der Buchladen des „Tuttlingers mit Leib und Seele“ ein Ort, wo man nicht nur Bücher kauft. Vielmehr habe Stiefel einen kulturellen Kristallisationspunkt geschaffen, von dem zahlreiche Impulse ausgingen – zum Beipsiel der Tuttlinger Theken Tratsch, Honberg-Open-Air und der Kindertreff, vor allem aber der Literaturherbst und das Gauklerfest: Gerade hier, so Beck, habe Stiefel Manz eine Veranstaltung geschaffen, die Tuttlingen von seiner zauberhaftesten Seite zeigte.

Eine der allerersten Veranstaltungen, die Manz - damals noch Zivildienstleistender bei der evangelischen Kirchengemeinde – organisierte, war übrigens ein Konzert mit dem Liedermacher Thomas Felder. Der sorgte dann auch bei der Feier am Mittwochabend im Rathausfoyer für einen stimmigen Rahmen, ebenso das Gesangsquartett Cornelia Hauser, Ursula Rudolf, Andreas Sittner und Joachim Brenn.

Als Freund aus Manz’ Zeiten in Waldshut Anfang der 1990er-Jahre sprach Dr. Horst Boxler. Eine der mittlerweile verschwundenen geheimnisvollen Orte in Waldshut sei die Hochrhein-Buchandlung zu jener Zeit gewesen – geprägt vom „hellwachen, quirligen und kämpferischen“ Buchhändler. Schon damals habe er den Kopf voller Ideen zur kulturellen Bereicherung der Stadt gehabt – in Tuttlingen könne er diese nun verwirklichen. Und dafür, so Boxler, beneide er diese Stadt.

Vor diesem Abend sei er mehr aufgeregt gewesen als vor fünf Gauklerfesten auf einmal bekannte Stiefel Manz in seinen Dankesworten – und dass er heute hier stehen dürfe, sei vor 20 Jahren in Anbetracht der damals oft hitzigen Debatten undenkbar gewesen. Mit Blick auf seinen Beruf sinnierte Manz, dass dieser zu den aussterbenden Tätigkeiten gehöre – schon jetzt sei ein Buchhändler mehr Medienhändler. Um so unverzichtbarer sei es, weiter an der Kulturvermittlung zu arbeiten – vor allem bei Kindern: „Ihr Gehirn ist noch wie eine frische Schneedecke, in die sich jede Spur eindrückt – die guten wie die schlechten.“


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